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Ackerbau

Die neue Kverneland udrill 6000 überzeugt im Praxistest

© Schranz/traction
von , am
06.04.2015

Mit der u-drill 6000 bringt Kverneland eine neue Universaldrillmaschine mit passiven Vorwerkzeugen auf den Markt. Was sich zum Vorgängermodell MSC verbessert hat, haben die traction-Redakteure geprüft.

Mit der u-drill hat Kverneland Accord eine moderne Universaldrillmaschine mit passiven Vorwerkzeugen entwickelt. © Schranz/traction
Kverneland Accord stieg 2003 mit der MSC-Baureihe in das Segment der Universaldrillmaschinen ein, konnte sich hierzulande aber nicht so richtig gegen die Wettbewerber durchsetzen. Das soll die neue u-drill nun ändern. Die traction-Redakteure haben bei der pfluglosen Aussaat einen ersten Eindruck der 6 m breiten Variante gewonnen, die in naher Zukunft um weitere Arbeitsbreiten erweitert werden soll.

Qualidisc integriert

Bei der u-drill gibt es die 510-mm-Option der MSC sowie eine mechanische Tiefenverstellung der Scheiben nicht mehr. Grindel und die Lagerung der Scheiben wurden komplett überarbeitet: So ist der Lagerzapfen nun beidseitig am Grindel befestigt. Dazu soll eine neue 5-fache Kassettenabdichtung eine längere Lebensdauer der NSK-Lager vor allem auf steinreichen Standorten sorgen. Darüber hinaus ist der Wechsel einzelner Scheiben dadurch einfacher. Der Durchgang wird dadurch bei den beibehaltenen 12,5 cm Strichabstand etwas kleiner. Nach wie vor sind die Lager wartungsfrei. Serienmäßig werden die Scheiben jetzt hydraulisch tiefenverstellt, bei der MSC gab es dieses Feature nur als Option. Die Tiefenanzeige erfolgt im Terminal.

Packer umfassend überarbeitet

Viel getan hat sich bei den zwei Packern der Maschine. Kommen wir zunächst zum Frontpacker, der sich als Zusatzausstattung ordern lässt: Hier sind anstelle von vier Packerrädern an jeder der drei Packereinheiten nun drei breitere Räder mit AS-Profil, 800 mm Durchmesser und Luftfüllung verbaut. Dadurch soll der Boden noch gleichmäßiger angedrückt werden. Waren die Packer bei der MSC noch starr mit dem Rahmen verbunden, lassen sie sich bei der u-drill nun bei Bedarf hydraulisch hochklappen. Zusätzlich schwenken die Packer dank des eigenen Vorgewendemanagements der u-drill auch beim Ausheben der Drille am Vorgewende mit hoch.
 
 
Zwischen den drei Frontpackereinheiten können optional zweizinkige Spurlockerer montiert werden. Sie sind per doppelt wirkendem Hydraulikzylinder (einer pro Paar) ebenfalls in das "Vorgewendemanagement" integriert und jeweils per Blattfeder überlastgesichert. Auch im integrierten Packer vor der Säschiene sind nun breitere Räder montiert; sie besitzen einen Durchmesser von 900 mm.

Neues CD-Sähschar

Anstelle von Einscheibenscharen mit Reinigungs- und Tiefenführungsstelle besitzt die u-drill nun CD-Doppelscheibenschare. Innen an der Rückseite angebrachte Abstreifer sorgen dafür, dass die Saatrille auch auf nassen, bindigen Böden zuverlässig ausgeformt wird. Der Reihenabstand beträgt 12,5 cm. Den Scharschritt gibt Kverneland mit 17,5 cm an. Auch die komplette Scharanhängung ist neu. Waren bei der MSC noch Säschar und Andruckrolle getrennt, sitzen beide Elemente nun auf einem gemeinsamen Träger. Dieser ist auch nicht mehr per Blattfeder, sondern mittels Spiralfeder vorgespannt. Durch die zusammenhängende Bauweise soll die Ablagetiefe gleichmäßiger sein, vor allem bei hohen Fahrgeschwindigkeiten. Will man bei Spätsaaten unter sehr nassen Bedingungen, aber mit weniger Rückverfestigung arbeiten, lassen sich die Andruckrollen nicht mehr komplett hochschwenken (wie bei der MSC).

Neue Saatgutdosierung

Mit der u-drill setzt der Hersteller nun auf auswechselbare Rotoren für unterschiedliche Saatgüter und Aussaatmengen. Diese bringen Vorteile bei der Längsverteilung bei sehr geringen Aussaatmengen (wie Raps und vor allem Hybridraps) und besonders geformten Saatgütern wie beispielsweise Gras. Mit vier Rotoren können laut Hersteller Aussaatmengen von 2 bis 400 kg/ha realisiert werden. Für den Rotorwechsel wird kein Werkzeug benötigt. Er kann dank eines Absperrschiebers auch bei gefülltem Saattank erfolgen.

Jetzt mit zwei Verteilern

Für die Verteilung des Saatguts sind nun zwei Verteilerköpfe zuständig und nicht mehr nur einer. Diese sitzen nun näher an den Säscharen, sodass die Wege zwischen Saatgutaufteilung und Saatgutplatzierung kürzer sind. Davon profitiert die Längsverteilung, wobei per Auge keine Unterschiede erkennbar sind. Zudem lässt sich auf diesem Wege die serienmäßige Halbseitenabschaltung einfacher realisieren. Beim Anlegen von Fahrgassen (maximal 2 x 4 Reihen) werden die entsprechenden Reihen geschlossen, und die Saatgutmenge über den Dosierer wahlweise reduziert. Dadurch wird eine Saatgutrückführung überflüssig.

Größerer Saatguttank

Der u-drill haben die Soester auch gleich einen größeren Saatguttank verpasst. Mit 4.350 l fasst er gut 450 bis 650 l mehr als die MSC, aber etwas weniger als die MSC+. Zwei verstellbare Leermeldesensoren signalisieren dem Fahrer, wenn sich der Saatgutvorrat dem Ende neigt. Noch nicht so begeistert waren wir von der Abdeckplane, die keine vernünftige Führung auf dem Tank hat. Gegen Aufpreis (2.477 Euro) liefert Kverneland eine Wiegevorrichtung, die mit vier Wiegezellen zwischen Tank und Rahmen arbeitet. Diese dürfte vor allem für Lohnunternehmer interessant sein, weil man den Tank mit genau der für den jeweiligen Kunden oder das jeweilige Feld benötigten Menge füllen kann. So bleiben weniger Restmengen übrig, was die Rüstzeiten minimiert.

u-drill 6000: Technische Details

  • Passive Vorwerkzeuge
  • Integriertes Packerfahrwerk
  • Aussaat hinter Reifenpacker
  • Tiefenführung hydraulisch
  • Elektrohydr. Vorgewendemanagement
  • Qualidisc-Kurzscheibenegge
  • 460-mm-Scheiben mit 12,5 cm Strichabstand, einzeln mit Gummielementen
  • Wartungsfreie Lager
  • Hydraulische Höhenverstellung
  • Packer vorn: 800 mm Durchmesser (Zusatzausstattung)
  • Packer hinten 900 mm; luftbefüllt
  • Federbelastete Doppelscheibenschare
  • 12,5 cm Reihenabstand
  • Schardruck und Ablagetiefe zentral hydraulisch verstellbar
  • Nachlaufende Andruckrolle
  • Zwei elektrisch angetriebene Zellenraddosierer für 2 bis 400 kg/ha
  • 4 Rotoren zur Auswahl
  • Tankvolumen 4.350 Liter
  • Preis (Liste zzgl. MwSt.): Basismaschine 85.697 Euro
 

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