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Gülleausbringtechnik

Zur neuen Düngeverordnung: 5 Trends in der Gülletechnik

Dieser Artikel ist zuerst in der Agrartechnik erschienen.

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Jörg Rath-Kampe/Agrartechnik
am
30.08.2016

Ab 2020 darf Gülle nur noch bodennah oder in den Boden ausgebracht werden. Darauf stellen sich alle Hersteller ein: Die fünf Trends der Gülletechnik.

Mit der Novellierung der Düngeverordnung werden schon bald höhere Ansprüche an die Nährstoffeffizienz bei der Düngung mit Gülle und Gärresten gestellt. Landwirte müssen sich auf strengere Vorgaben bei der Düngung. Hersteller reagieren darauf:

  • der Absatz von Ausbringgeräten und dafür geeigneten Fässern läuft,
  • die Feststellung der Nährstoffe in der Gülle wird immer wichtiger und
  • für gesteigerte Schlagkraft sorgen Gülleketten.

Diese Trends kristallisieren sich heraus, wie die Zeitschrift AGRARTECHNIK in Ausgabe 07/2016 ausführlich berichtet.

1. Gezielter düngen

Moderne Technik ist die Voraussetzung dafür, dass

  • die Düngung nach dem Bedarf der Pflanzen erfolgt
  • die Nährstoffe gleichmäßig über die Fläche verteilt werden
  • möglichst wenig Nährstoffe verloren gehen
  • wenig Geruch entsteht.

Landtechnikhersteller bieten die nötige Technik: Schleppschläuche, Schleppschuhe oder verschiedene Schlitzinjektoren.

2. Betriebsindividuellere Ausbringtechnik

"Betriebe mit einem hohen Anteil an Ackerbau bevorzugen, bedingt durch die Arbeitsbreite, den Schleppschlauch“, erklärt Anna Maria Müller, von der Kverneland Group. Bei den Schleppschlauchgestängen verteilt sich die Nachfrage auf fast alle Arbeitsbreiten im Bereich von 15 bis 30 Meter, 36 Meter ist eher eine Ausnahme. Bei diesen Betrieben ist der Einsatz von Gülle- Scheibeneggen in den vergangenen Jahren gewachsen. Die meisten Betriebe greifen zu fünf oder sechs Meter breiten Maschinen.

Bei kleiner strukturierten und Grünlandbetrieben steht der Schleppschuh zur Zeit im Vordergrund, bedingt durch die größere Arbeitsbreite und den geringeren Investitionsbedarf im Vergleich zum Schlitzgerät. Der Schleppschuh wurde in den meisten Förderprogrammen der Länder mit aufgenommen. Schleppschuhgestänge werden meistens mit 15 oder 18 Metern nachgefragt. Der Absatz von Schlitzgeräten stagniert in den letzten Monaten, bedingt durch die Dünge-VO und die Marktsituation.

3. Professioneller und größer

„Professionelle Ausbringtechnik wird zunehmend gefragt, wobei regionale Förderprogramme auch helfen, wie ganz aktuell in Schleswig-Holstein, aber auch im letzten Jahr schon in Nordrhein-Westfalen und Bayern“, erläutert Dr. Dietmar Franke, Joskin. „Vor einigen Jahren noch waren Fässer mit elf Kubikmeter ein Verkaufsschlager, heute sind es eher 14 und 16 Kubikmeter zusätzlich mit Ausbringtechnik.

Eduard Leuermann von Briri ergänzt, dass Lohnunternehmer auch nach speziellen Zusatzausrüstungen fragen, wie

  • Zwangslenkungssysteme,
  • hydraulische Fahrwerken,
  • Reifendruckregelanlagen und
  • Ausbringmengenregelung.

Sie können bedingt durch eine höhere Auslastung besonders wirtschaftlich eingesetzt werden.

4. Absätziges Verfahren

Die Vorgaben der Düngemittel-VO führen zu teurerer Ausbringtechnik. Das führt dazu, dass die Gülle vermehrt überbetrieblich ausgebracht und Ausbringketten eingesetzt werden. Das absätzige Verfahren mit Zubringer-Tankwagen ist sehr stark im Kommen, nicht nur zu Selbstfahrern, sondern auch zu gezogenen Ausbring-Fahrzeugen. An Technik gibt es hier beispielsweise den Holmer TV und Xerion 4000 oder den Taurus 2803 von Kotte.

5. Nährstoffe bestimmen

Die Dünge-VO wird zu einem stärkeren Einsatz von NIR-Sensoren am Güllefass führen, um die Inhaltsstoffe direkt am Fass ermitteln zu können. „Wir haben seit der Neueinführung unseres VAN-Control 2.0 eine starke Nachfrage nach unserer Nährstoffmessung“, berichtet Sebastian Zunhammer. „VAN-Control 2.0 bringt die Nährstoffmessung jetzt in den Markt, und jetzt ist die richtige Zeit dazu da. Die gedüngten Getreideflächen wachsen gleichmäßig, auch wenn unterschiedlichen Gülle von den Zubringern ankommt.“

„Die Dünge-VO und hier insbesondere die geforderten Nachweispflichten tragen zur Weiterentwicklung von Systemen zur Bestimmung der Nährstoffgehalte von Gülle direkt am Fass bei“, ist Franz Peter Roll, Bauer Group, überzeugt. „Regelkreise auf Basis der NIR-Sensortechnik werden zunehmend zum Einsatz kommen.“

Auch Franz Höpfinger, Fliegl, erwartet definitiv einen stärkeren Einsatz von NIR-Sensoren am Güllefass. „Insbesondere können wir unseren Sensor auch auf dem Feldhäcksler einsetzen, das steigert die Auslastung.“

Den vollständigen Trendbericht zur Gülle-Ausbringtechnik lesen Sie in AGRARTECHNIK 07/2016.

Gülledüngung: Diese Ziele haben sich die Hersteller gesetzt

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