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Ernte und Transport

Neues "Flaggschiff" bei John Deere

von , am
23.09.2009

Mannheim - Mit dem neuem 7950i hat John Deere jetzt sein neues Modell unter den Feldhäckslern vorgestellt.

Der Feldhäcksler 7950i mit Holzerntevorsatz © John Deere

Diese 812 PS starke Hochleistungsmaschine ernte durchschnittlich 300 Tonnen Mais pro Stunde und könne einen 40 Kubikmeter-Anhänger in weniger als 2 Minuten und 30 Sekunden befüllen. Auf diese Weise könnten bis zu 26 Wagenladungen pro Stunde im Silo eingelagert werden.

Weil John Deere mit dem 7950i in einen neuen Leistungsbereich vorstoße, seien im Vergleich zu den Modellen unter 700 PS Leistung eine Reihe von konstruktiven Änderungen in die Maschine eingeflossen. Um diese Änderungen und die Neuerungen an der Häckselstrommel verwirklichen zu können, sei der Fahrwerksrahmen verlängert und der Häcksler mit einer stärkeren Hinterachse für den Allradantrieb ausgerüstet worden.

7950i mit zahlreichen Modifikationen

Ebenso würden neu entwickelte Endantriebe eingesetzt und die Hubleistung der Hydraulik um 23 Prozent gesteigert. Auch seien die Antriebe der Einzugs- und Vielmessertrommel der Leistungssteigerung entsprechend verändert worden. Weitere Modifikationen beträfen das automatische Schnittlängengetriebe (IVLOC), das den gesteigerten Durchsätzen angepasst worden sei. Um bei derartig großen Erntemengen alle Körner zuverlässig anzuschlagen, verfüge der Körnerprozessor über ein 4-fach Powerband.

Angesichts der großen Erntegutmengen, die die Maschine bei voller Auslastung passierten, biete John Deere neue "Aufrüstungsbündel" für den Erntegutkanal an, die im Vergleich zu Standardteilen über eine wesentlich höhere Lebensdauer verfügen. Diese seien ab sofort für alle Maschinen erhältlich. Die Auslegung des Antriebsstrangs am 7950i verbessere die Kraftstoffeffizienz der Maschine, so dass der Häcksler lediglich 0,5 Liter Diesel pro geernteter Tonne Mais verbrauche. Durch die Kombination der DuraDrum Häckseltrommel und des Schnittlängengetriebes erziele der Häcksler zudem eine ausgezeichnete Silagequalität.

Motormanagement auf große Erntemengen zugeschnitten

Das neue Motor- und Getriebemanagement erhöhe die Effizienz der Maschine und ermögliche erstmalig den wirtschaftlichen Einsatz großer Motoren im Teillastbereich. Die Maschine erkenne selbständig die Arbeitssituation und reagiere unmittelbar darauf: Der Modus "Straßenfahrt" sorge zwischen 1250 und 2100 Motorumdrehungen für zusätzliches Drehmoment auf der Straße, wenn dies erforderlich werde. Falls nicht, werde die Motordrehzahl in der gewünschten Geschwindigkeit automatisch auf das niedrigste notwendige Niveau herunter geregelt. Damit ließen sich bis zu 8Prozent Kraftstoff einsparen und das Drehmoment an Steigungen um bis 27 Prozent erhöhen.

Im "Feldmodus 1" könne Kraftstoff am Vorgewende gespart werden: Beim Anhalten oder beim Drehen am Vorgewende regele das System die Motordrehzahl in dem Augenblick herunter, in dem kein Erntegut mehr von der Maschine aufgenommen werde. Die Drehzahl steige erst wieder, wenn die Maschine die Ernte wieder aufnehme. Mit diesem Modus ließen sich weitere 10 Prozent Kraftstoff einsparen. Im "Feldmodus 2" werde die Vorschubgeschwindigkeit der Maschine so geregelt, dass sie immer den niedrigsten Kraftstoffverbrauch erziele. Damit könne der Kunde bis zu weiteren 5 Prozent Kraftstoff pro Hektar einsparen.

Schnittlängenregelung und lückenlose Dokumentation

Die exklusive AutoLOC Schnittlängenregelung kombiniere das automatische Schnittlängengetriebe (IVLOC) mit dem Feuchtigkeitsmesssystem HarvestLab und ermögliche dadurch eine besonders gute Silagequalität. Dabei messe HarvestLab über einen Nah-Infrarot (NIR)-Sensor den Feuchtegehalt des Erntegutes und berechne über den Trockensubstanzgehalt die optimale Schnittlänge. Außerdem ermögliche John Deere mit Hilfe der Dokumentationssoftware HarvestDoc die komplette Rückverfolgbarkeit bei der Gewinnung von Gas- und Maissilage. Mit dieser Software ließen sich Menge und Trockensubstanzgehalt des Erntegutes von der Ernte bis zur Lieferung an die Biogasanlage oder den Stall lückenlos dokumentieren.

Ab dem Modelljahr 2010 will John Deere für seine Feldhäcksler in der Erntezeit sieben Tage die Woche Erntedienst anbieten. Gleichzeitig erhielten die Kunden im ersten Jahr eine besondere Maschinenbetreuung, bei der sie vom Knowhow der Fabrik, der Servicetechniker im Feld und der Expertise der Vertriebspartner profitieren könnten. Dies gelte innerhalb Deutschlands vom Vertragsabschluss bis zur "Überwinterung" der Maschine. Außerdem biete John Deere für seine Feldhäcksler die dreistufige PowerGard-Garantieverlängerung an.

Verschiedene Erntevorsätze für den ganzjährigen Häcksler-Einsatz

Um die Investition in den Feldhäcksler rund um das Jahr optimal nutzen zu können, ließen sich die John Deere Feldhäcksler künftig mit vier verschiedenen Erntevorsätzen betreiben: Die neuen leistungsstarken Pickups der Baureihe 600C für die Grasernte ließen sich leicht an- und abbauen. Sie verfügten über eine robuste Zinkentrommel, die wegen ihres kleinen Durchmessers auch größte Schwade problemlos aufnehme. Die neue wahlweise erhältliche Seitenpendelung der 630C sorge für ein sauber abgeräumtes Feld und verringere damit deren mechanische Beanspruchung, selbst bei sehr unebenen Feldern. Die mechanisch schwenkbaren Tasträder seien über eine Schnellverstellung zehnfach höhenverstellbar und würden in Transportposition automatisch verriegelt. Auf Wunsch sei die Schwenkeinrichtung hydraulisch aus der Kabine heraus zu betätigen. Um diese Pickups der höheren Motorleistung anzupassen, sei der Antrieb mit einer robusten Zweifachkette und einer neuen Sicherheitskupplung für die Einzugsschnecke ausgerüstet worden. 

Nachdem die Ernte von Ganzpflanzensilage für Biogasanlagen an Bedeutung gewonnen habe, könnten John Deere Feldhäcksler jetzt mit dem neuen Zürn Quickcut-Erntevorsatz ausgerüstet werden. Dieser sorge für einen direkten und kurzen Schnitt und sei auf den problemlosen Anbau an den Häcksler abgestimmt. Der Zürn Quickcut arbeite mit einem leistungsfähigen Messerbalken mit rotierenden Messern, der bis zu 26 Prozent weniger Kraftstoff pro Tonne Erntegut verbrauche als ein vergleichbares Wettbewerbsprodukt. Durch den direkten Antrieb mit Hilfe des Schnittlängengetriebes (LOC) und die integrierte Rutschkupplung des Antriebsstranges sei dieser Erntevorsatz mit der Frontplatte des Häckslers voll kompatibel.

Kemper 390plus für Mais- und Energiepflanzenernte einsetzbar

Um ein sauber abgeräumtes Feld, einen tiefen Schnitt, hohe Flächenerträge und eine geringe mechanische Beanspruchung der Einzugsorgane zu erzielen, sei in den Zürn Quickcut-Erntevorsatz ein Pendelrahmen integriert worden. Anbau und Demontage für den Transport könnten von einer Person vorgenommen werden, außerdem stehe ein Schneidwerkswagen zur Verfügung.

Um die Leistungsreserven der Häckslermodelle 7750 und 7950 voll auslasten zu können, stehe mit dem Kemper 390plus Erntevorsatz der erste Vorsatz der nächsten Generation von Erntevorsätzen mit kleinen Trommeln zur Verfügung. Bei dem 390plus handele es sich um einen12-reihiger Vorsatz mit 9 m Arbeitsbreite, der problemlos sowohl für die Maisernte als auch für die Ernte von Ganzpflanzensilage eingesetzt werden könne. Dieser Vorsatz ließe sich durch seine Manövrierfähigkeit auch auf kleinen Schlägen einsetzen und verringere dadurch die Anzahl der notwendigen Feldüberfahrten. Zusätzliche, aktive Förderelemente im Vorsatz verbesserten den Gutfluss auch unter schwierigen Bedingungen.

Neue Teilerspitzen für Einsatz in Lagermais

Aufgrund der völlig neuartigen Konstruktion des Einzugsbereichs seien diese Vorsätze für Feldhäckslerkanalbreiten von bis zu 100 Zentimeter geeignet. Somit ließe sich der 7950i problemlos an die Leistungsgrenze heranführen. Für die Arbeit in Lagermais seien die äußeren Teilerspitzen völlig neu konzipiert worden. Zusammengeklappt auf 3,3 Meter Transportbreite sei der Kemper 390plus Erntevorsatz für eine Fahrgeschwindigkeit von 40 km/h auf der Straße zugelassen und mit einem Zusatzfahrwerk ausgerüstet, das eine geringere Ballastierung am Heck und vor allem die Einhaltung der gesetzlich maximal zulässigen Vorderachslast erlaube.

Um John Deere Feldhäcksler auch im Winter nutzbar zu machen, ließen sich die Maschinen mit einem CRL Holzerntevorsatz für die Ernte von nachwachsenden Rohstoffen für die Biomasse-Verwertung umrüsten. Dieser Erntevorsatz erfordere für den eigenen Antrieb extra Ölpumpe, -kühler und -tank sowie Unterflur-Schutzplatten für den Häcksler. Er sei auf den Einzug der Häckslers voll abgestimmt. Eine große Abweisertrommel an der Vorderseite dieses Erntevorsatzes schütze die Kabine auch bei der Ernte schnell wachsender Weiden mit einem Stammdurchmesser von bis zu 10 Zentimeter. Dabei sorge eine Hochgeschwindigkeits-Schneideinrichtung für die rasche und behinderungsfreie Zuführung des Holzes zu den Einzugswalzen und der Häckseltrommel. (pd)

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