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Ackerbau

Pfluglose Bodenbearbeitung: Pro und contra

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
05.10.2016

Der Anteil der Fläche, die konservierend bearbeitet wird, hat in den vergangenen Jahren zugelegt. Diese Argumente sprechen für und gegen die pfluglose Bodenbearbeitung.

Bei der pfluglosen Bodenbearbeitung oder Mulchsaat wird zwischen zwei Bearbeitungstiefen unterschieden:

Die tiefe Mulchsaat mit dem Grubber kommt oft auf leichten Böden, die gelockert werden müssen, oder bei großen Mengen an Ernterückständen vor empfindlichen Kulturen wie Ölsaaten oder Erbsen zur Anwendung. Laut Väderstad ist die Oberfläche grobscholliger als bei flacher Feldvorbereitung. Entsprechend sind auf schweren Böden mehrere Durchgänge erforderlich. Bei tieferer Bodenbearbeitung, das heißt bei einer Tiefe, die der herkömmlichen Pflugtiefe entspricht (10 - 15 cm oder tiefer), sind Kosten und Kraftstoffverbrauch pro Hektar relativ hoch.

Für die flache Mulchsaat wird heute in der Regel eine Scheibenegge eingesetzt. Grubber mit Vibrationszinken und bestimmte Starrzinkengrubber kommen ebenfalls zum Einsatz, besonders bei größeren Arbeitstiefen als 6-8 cm. Müssen größere Strohmengen in wenig Erde eingearbeitet werden, ist eine gute Aufbereitung der Ernterückstände nötig. Die flache Mulchsaat spart besonders auf schweren Böden Zeit und Kosten.

Kontra pfluglose Bodenbearbeitung

  • Böden verdichten sich stärker
  • Probleme mit Mäusen und Schnecken
  • bedingt häufig den nichtselektiven Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat zur Kontrolle von Unkräutern und Ausfallpflanzen. Dies kann zu Unkrautresistenzen führen.
  • Durch die an der Oberfläche belassenen Ernterückstände kann auch der Druck an pilzlichen Schaderregern steigen.

In Fruchtfolgen mit Mais und Getreide ist die Frage nach ausschließlich pflugloser Bestellung vor allem im Blick auf die Fusarienproblematik wichtig. Laut LfL Bayern hätten Untersuchungen zur Mykotoxinbelastung im nachfolgenden Winterweizen bestätigt, dass die konventionelle Pflugsaat von Weizen nach Körnermais die Toxinbelastung im Erntegut entscheidend mindere.

Pro pfluglose Bodenbearbeitung

  • Erosionsschutz
  • Zeitersparnis bei der Bodenbearbeitung: damit können vor allem in der Erntezeit anfallende Arbeitsspitzen gebrochen werden
  • Kraftstoffverbrauch sinkt, da weniger Bearbeitungsgänge und größere Arbeitsbreiten gefahren werden können
  • bessere Befahrbarkeit aufgrund der verbesserten Struktur des Bodens, zum einen durch die höhere Tragfähigkeit und zum anderen durch das frühere Abtrocknen der Bodenoberfläche
  • höhere biologische Aktivität in den Böden durch die weniger intensive Bodenbearbeitung
  • eine bessere Bodenstruktur durch die höhere biologische Vielfalt
  • Bestände überstehen Trockenphasen besser

Bodenbearbeitung: Kurzscheibenegge Bednar-Atlas im Test

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