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Ernte und Transport

Praxis-Test: Häckselwagen TX 560 von Krone

© Matthias Mumme/traction
von , am
22.01.2015

Während der Maisernte 2014 testet die 'traction'-Redaktion den Häckselwagen TX 560 von Krone im Einsatz bei einem Lohnunternehmen. Besonders positiv fällt die Leichtbauweise des Häckselwagens auf.

 
Mit der Baureihe TX hat Krone einen modernen Häckseltransportwagen entwickelt. Dazu gehören die zwei Modelle: 460 und 560, die es auch als D-Variante mit zwei Dosierwalzen gibt. Positiv fallen vor allem das geringe Leergewicht und das groß dimensionierte Fahrwerk mit hydraulischer Federung sowie Wankstabilisierung auf.  Die Bodenschonung und die Wankstabilität sind weitere Besonderheiten der Maschine.

Pluspunkte des Häckselwagens TX 560

  • Wankstabiles Fahrwerk
  • Aktives Gegenlenken als Option
  • Große Beräderung, gute Bodenfreiheit
  • Hydraulische Knickdeichsel
  • Hohe Entladegeschwindigkeit
Ein wichtiges Bauelement der zwei neuen Modelle der Häckseltransportwagen ist die  Leichtbauweise. Der TX 560 kommt mit einem Ladevolumen von 56 Kubikmetern (m³) auf ein Leergewicht von nur 10,2 Tonnen (t). Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 31 t  und die Nutzlast bei 21 t. Der Laderaum ist konisch geformt und wird nach hinten hin etwas weiter. Dadurch sinkt der Kraftbedarf beim Entladen.

    Bodenschonendes Fahrwerk

    Bei circa vier Tonnen maximaler Stützlast auf der Deichsel sind es Achslasten von je 9 t beziehungsweise 27 t für das gesamte Achsaggregat. Mais wird oft unter nassen Erntebedingungen vom Feld geholt, deswegen stand die Bodenschonung bei der Entwicklung der TX-Baureihe mit an oberster Stelle. Für den TX 560 gibt es serienmäßig ein Tridem-Achsaggregat mit hydraulischer Federung. Dabei wird komplett auf Blattfedern verzichtet, um gleichmäßige Druckverteilungen zu erzielen.
     
    Durch zwei Hydraulikkreisläufe soll der Druck gleichmäßig auf die jeweils drei Räder pro Seite verteilt werden. Der Wagen zeichnet sich durch eine hohe Kurvenstabilität. Der TX legt sich zwar auch mal etwas in die Kurve wenn es eng "rum" geht , aber bleibt dabei immer stabil und wankt nicht.

    Füllstand lässt sich einfach kontrollieren

    Über die Hydraulikzylinder des Fahrwerks und die Knickdeichsel lässt sich einfach der Füllstand des TX kontrollieren. Zu diesem Zweck sind zwei Druckmanometer an der Vorderseite links angebracht. Auch eine elektronische Wiegevorrichtung mit Wiegemessbolzen wird gegen Aufpreis von Krone angeboten; bei der elektronischen Zwangslenkung ist sie Serie. Die Stabilität des TX und der bodenschonende Einsatz werden auch durch die groß dimensionierten Räder unterstützt. Bis zur Reifengröße 800/45 R 26.5  kann man den TX bestücken - selbst dann ist der Wagen nur 2,95 m breit.

    Kraftstoffverbrauch bei Leerfahrten sparen

    Mittels der hydraulischen Liftachse (beim TX 560 ist sie Serie) kann man den Reifenverschleiß und den Kraftstoffverbrauch bei Leerfahrten senken. Die Bedienung erfolgt über ein einfachwirkendes Steuergerät.
     
    Krone bietet auch eine aktive elektronische Zwangslenkung an. Die elektronische Zwangslenkung reduziert übrigens ab 30 km/h aufwärts ihre Lenkintensität, ab 50 km/h lenken die zwei Achsen gar nicht mehr mit. Die Kurvenscheiben besitzen eine achslastabhängige Sperrwirkung - Lenken also im Leerzustand leichter ein als in beladenem Zustand. 

    Spezifisch für TX: abgesenkter Kratzboden

    Deutlich sichtbar am TX ist der abgesenkte Kratzboden. Auch beim TX erhöht dieser laut Hersteller das Ladevolumen um circa 2 Kubikmeter (m³). Zusätzlich erhält man mehr Masse im vorderen Wagenbereich, was sich bei der Gutdichte des Erntematerials aber nur geringfügig auf Traktion und Fahrverhalten auswirken dürfte. Die Vorderwand ist als Lochblech transparent ausgestaltet, wodurch man sehr gut in den Laderaum hineinschauen kann.
     
    Den ausführlichen Testbericht lesen Sie in traction Ausgabe Januar/Februar 2015.

    Test: Häckselwagen TX 560 von Krone

    Der abgesenkte Kratzboden des Häckselwagen TX 560 erhöht deutlich das Ladevolumen. Auf den Stegen der Seitenwände sammelt sich aber zu viel Material an. © Mumme
    Durch die Gitter-Frontwand und die hydraulische Entladehilfe lässt sich der Laderaum gut einsehen. © Mumme
    Die Kratzbodenketten sind mit 14 x 50 mm stabil ausgelegt, der Boden ist aus Stahl gefertigt. © Mumme
    Mit 18 m/min oder ohne Dosierwalzen sogar 30 m/min lädt der Kratzboden das Häcksel gut ab. © Mumme
    Der Kraftdurchtrieb für den Kratzboden erfolgt linksseitig auf ein großes Ritzel. © Mumme
    Blick auf das Verteilergetriebe und die Druckspeicher für die hydraulische Entladehilfe. © Mumme
    Hinter den Spannschrauben für die Kratzbodenketten sitzt die Rückholfeder der Entladehilfe. © Mumme
    Die Heckklappe hat eine beidseitige hydromechanische Verriegelung. © Mumme
    Rudolf Steichele (im Bild)aus Schwabmühlhausen bei Landsberg am Lech setzen seit April 2014 einen TX 560 D in ihrem Lohnunternehmen ein. "Für uns kam etwa eine handvoll Fabrikate in Frage. Letztlich haben wir uns aufgrund der Händlernähe, der zweckmäßigen Laderaumabdeckung und des guten Fahrwerks für den TX entschieden. Viele Kunden befürchteten anfangs aufgrund der Größe des TX, dass wir tiefe Spuren hinterlassen und den Boden schädigen. Diese Bedenken konnten wir schnell zerstreuen, denn dank der großen und breiten Räder macht der TX weniger Spuren als manch 12-Tonner mit ungelenktem Tandemfahrwerk." © Mumme
    Die hydraulische Knickdeichsel nimmt bis zu 4 Tonnen Stützlast auf, die Bodenfreiheit ist sehr gut. © Mumme
    Beim Anhäckseln lässt sich der TX absenken, zum Überfahren von Silos anheben. © Mumme
    Mit Hilfe breiter Räder kann der TX auch mal etwas auf den Seitenstreifen ausweichen, ohne instabil zu werden. © Mumme
    Auch bei schneller Kurvenfahrt und in Kreisverkehren wankt der TX nicht und neigt sich kaum. © Mumme
    Den TX gibt es ausschließlich mit hydraulischem Fahrwerk inklusive dem hydraulischem Ausgleich. © Mumme
    Die elektrohydraulische Zwangslenkung ermöglicht auch ein Gegensteuern beim Fahren quer zum Hang. Die mittleren Räder bleiben dabei geradeaus ausgerichtet. © Mumme
    Beim Tridemaggregat ist die hydraulische Liftachse Serie. Generell wird die Last laut Krone immer gleichmäßig auf alle Achsen verteilt. © Mumme
    Die zweiteilige Abdeckvorrichtung deckt gut ab. Sie kostet 4.925 Euro. © Mumme
    Ein Terminal benötigt der TX nur bei Ausstattung mit elektronischer Zwangslenkung und Wiegevorrichtung. © Mumme
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