Login
Ackerbau

Praxistest: Kverneland Anbaupflug mit Packomat

© Tammo Gläser
von , am
10.06.2015

Mit dem Pflug ist Kverneland groß geworden und hat sich über die Grenzen Norwegens einen Namen gemacht. Die Redakteure der Agrartechnik haben den Anbaupflug EG100 mit Packomat S in der Praxis getestet.

Die Kollegen der Zeitschrift Agrartechnik haben von Kverneland einen Fünf-Schar-Pflug mit integriertem Packomat zur Verfügung getestet. Integriert ist hierbei aber nur die halbe Wahrheit, denn der Packer lässt sich in kurzer Zeit abbauen und der Pflug dann solo nutzen. Wie das funktioniert und was es mit Auto-Reset auf sich hat, lesen Sie in diesem Testbericht.

Einstellen des Pfluges:

Das Einstellen des Pflugs verlief problemlos. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich mit dem 24er Maulschlüssel, sämtliche Anpassungen vornehmen lassen. Bei den Vorschälern haben wir uns für die sogenannten Maiseinleger entschieden.  Gut sind die Vertiefungen am Holm, welche auch als Orientierung dienen, um alle Vorschäler auf dieselbe Höhe zu bringen. Bei der Arbeit mit viel organischer Masse empfiehlt sich die gezackte Ausführung, welche sich im Zweifelsfall noch eher antreibt. Die Verstellung der Arbeitstiefe erfolgte an unserer Testmaschine über eine Spindelanpassung der beiden Y- Anschläge am Stützrad. Dies geht natürlich bequemer und ist für diese Baureihe auch in einer hydraulischen Ausführung lieferbar. Die Verstellung der Vorderfurchenbreite erfolgte an unserer Testmaschine ebenfalls per Spindel.

Einstellen der Arbeitsbreite:

Die Arbeitsbreite lässt sich beim EG100 zwischen 35 und 55 Zentimeter je Körper variie- ren. Bei unserer Testmaschine erfolgte dies hydraulisch von der Kabine. Die Anzeige der Arbeitsbreiteneinstellung zeigt zwar die Werte in Zentimeter, passt aber nicht ganz genau zu den realen Werten und ist eher eine Orientierungshilfe. Ein Memory-Hydraulikzylinder dient dazu, dass nach dem Drehvorgang die vorgegebenen Werte wieder angefahren werden.

Steinsicherung:

Als Steinsicherung, war unsere Testmaschine mit dem Kverneland typischen Blattfedersystem, "Auto-Reset" genannt, ausgeführt. Beim Auftreffen auf ein Hindernis nimmt der Druck auf die Pflugspitze und den Rahmen ab, indem der Federdruck nachlässt. Ein Vorteil gegenüber anderen Steinsicherungen. Das Schar kann ebenfalls leicht seitlich ausweichen. Anders als bei der hydraulischen Steinsicherung fehlt einem mit den Federpaketen auf stark wechselnden Standorten allerdings etwas die Flexibilität bei der Anpassung des Auslösedrucks. An unserer Testmaschine waren die so genannten Körper 28- Pflugkörper montiert. Der EG100 ist uns damit als leichtzügig und universell einsetz- bar aufgefallen.

Pflügen mit oder ohne Packer?

Ganz klar eine Entscheidung, die nicht pauschal getroffen werden kann. Zu berücksichtigen ist neben dem Standort, der Witterung und der Bearbeitungsstrategie auch die jeweilige Mechanisierung des Agrarbetriebs. Ein Ko-Kriterium für viele Landwirte ist zudem der separate Transport des Packers. Hier kommt der integrierte Packomat S ins Spiel. Für den Straßentransport bietet es sich an, den Pflug mit waagerecht stehenden Grindeln auf dem Stützrad zu fahren. Unbedingt ist darauf zu achten, den Drehkopf am Pflugturm zu verrie- geln. Außerdem muss der Oberlenker ausgehängt werden. Gegenüber gewöhnlichen, gezogen mitgeführten Packern bringt es der Packomat durch die starre Verbindung mit dem Pflug auf einen vergleichbaren Druck, der auf die zu bearbeitende Fläche wirkt.

Fazit:

Der integrierte Packer ist eine gute Möglichkeit die Vorteile der Kombinierung der Grundbodenbearbeitung mit der Rückverfestigung zu nutzen. Das Thema des separaten Packertransports ist hiermit passé und das Gewicht des Pflugs steigt für den Traktor nur unwesentlich – zudem kann das Stützrad auf der Straße verwendet werden.
In unserem Maschinentest haben wir den Pflug ganz bewusst mit und ohne Packer gefahren, für den Umbau reichten in unserem Test ein Frontladerschlepper und zwei Personen. Das Schwenken des Packerarms klappt mit dem Bedienterminal sehr gut – auch wenn die beiden Funktionen, die per Drehschalter ausgewählt werden, nicht mit den Aufklebern übereinstimmten. Die Steinsicherung überzeugt und hat gegenüber der hydraulischen Variante gute Argumente.
Auch interessant