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Precision Farming: Wie funktioniert eine Ertragspotenzialkarte?

Ertragspotentialkarte-farmfacts
am Montag, 29.10.2018 - 09:21 (Jetzt kommentieren)

Sensoren messen die Stickstoffversorgung, Sateliten erkennen die Biomasse auf dem Acker und der Mähdrescher speichert, wieviel er an welcher Stelle gedroschen hat. Wenn die Ergebnisse der Bodenuntersuchung mit allen anderen Daten in einer Ertragspotenzialkarte zusammenkommen, lässt sich teilflächenspezifisch Düngen. So geht´s.

Bei jeder Düngung stellt sich die Frage: Wie hoch wird der Ertrag in diesem Jahr? Und wie viel muss ich düngen? Seit der Düngeverordnung kommt auch noch die Frage: Wie viel darf ich düngen? Diese Fragen beantwortet der Landwirt in der Regel aus den Erfahrungen mit seinem Boden, mit dem Wetter und den Erträgen der letzten Jahre. Vieles erfolgt hier aus dem Bauch heraus und in der Regel nur schlagbezogen. In Zeiten von Precision Farming und der neuen Düngeverordnung ist das oft zu wenig, zumal, wenn die Schläge größer und nur wenig homogen sind.

N-Sensor und Ertragskarten alleine sind nicht genau genug

Eine Lösung waren bislang die Stickstoff-(N)-Sensoren, die Grünmasse auf dem Feld messen und daraus Düngeempfehlungen oder zumindest die Mehr- und Mindermengen für gute und schlechte Standorte geben. Andere Lösungen basieren auf den Erträgen der letzten Jahre, die der Mähdrescher gemessen hat. Beide Lösungen waren ein Schritt in die richtige Richtung, aber noch nicht genau genug. Besser wurde es dann mit dem Map-Overlay-Verfahren, bei dem historische Schlagdaten (Ertrag und Bodenproben) mit Daten von einem N-Sensor verrechnet wurden und so teilflächenspezifisch gedüngt werden konnte.

Auch mit Fernerkundung

Mit der Fernerkundung ist es heute möglich, anhand von Satellitenbildern Düngeempfehlungen zu geben. Allerdings reichen die Bilder der Spektralanalysen oder NDVI-Karten in der Regel für eine Düngeempfehlung allein nicht aus. NDVI steht für Normalized Difference Vegetation Index, zu Deutsch: Normalisierter differenzierter Vegetationsindex.

Die Satellitenbilder lassen nur Rückschlüsse auf die fotosynthetische Aktivität, die Vitalität und die Dichte der Vegetationsdecke zu. Sie sagen also ähnlich wie die Daten vom N-Sensor, wie stark sich der Bestand entwickelt hat und wie aktiv das Pflanzenwachstum gerade ist.

Standort und Boden berücksichtigen

Für eine präzise Düngeempfehlung ist aber auch die Geschichte des Standorts wichtig: Wie waren die Erträge in den letzten Jahren? Werden diese Daten dann noch mit den Boden- und Wetterdaten verrechnet, lassen sich Ertragspotenzialkarten erstellen, die schon für die erste N-Gabe teilflächenspezifische Ausbringmengen vorgeben. Wird der Bestand dann für den Sensor oder Satelliten in Form von Grünmasse sichtbar, kann die Feinsteuerung der Düngung übernommen werden.

An Hand von Wachstumssimulationen lässt sich die gesamte N-Aufnahme der Pflanzen berechnen und somit auch der Restbedarf, der zu düngen ist. Dieser kann dann in einer oder mehreren Gaben gedüngt werden. Je besser die Simulation, desto genauer wird die Empfehlung. Simulationen, die beispielsweise die Trockenheit erkennen und berücksichtigen, können die Spätgaben entsprechend verringern. So wird ein Überdüngen vermieden und dennoch das Ertragspotenzial teilflächenspezifisch ausgenutzt.

Mit Material von farmfacts, 365 Farmnet

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