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Mechanische Unkrautbekämpfung

Ratgeber: Welche Hacke passt zu mir?

Hacktag-LfL
am Dienstag, 02.06.2020 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) veranstaltet regelmäßig Hacktage, bei denen aktuelle Hacktechnik für Rüben, Mais und Soja vorgestellt wird. Wegen Corona fand die Vorstellung ohne Publikum statt. Wir waren für Sie vor Ort.

Hacktechnik im Vergleich

Von der Hacke mit Verschieberahmen und Kamera bis hin zum autonom fahrenden Roboter hatte die LfL einen große Bandbreite an Hacken für Reihenfrüchte auf einem Feld zusammen gebracht. Die Möglichkeiten sind mittlerweile dank Verschieberahmen und Kameratechnik vielfältig. So werden die Hackbänder immer schmaler und sind manchmal nur noch 6 bis 8 cm breit.

Unten finden Sie das Video zur der Veranstaltung: "Wie teuer ist der Trend autonomes Hacken?"

Mit Material von Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Hacken fängt bei der Saat an

So wie beim Pflanzenschutz die Spritzbalkenbreite zu Sämaschinenbreite oder zum Pflanzabstand passen muss, so muss die Hacke zum Bestand passen. Aber es geht noch weiter: Das fängt mit einem ebenen Acker an, geht über eine gerade Pflanzenreihe und hört mit einer angepassten Arbeitsbreite der Hacke auf. Wer mit 3 m sät, kann schlecht mit 4,5 m hacken. Besser sind hier vielfache der Säbreite. Am besten wird so breit gehackt wie gesät. Hilfreich ist auch das Säen mit GPS, denn je gerader die Saat, desto einfacher das Hacken, da dann ein Verschieberahmen weniger zu tun hat.

Wichtig sind auch gleichmäßige Pflanzenbestände. Ein Teil der Unkrautunterdrückung wird durch das Anhäufeln von Erde in der Pflanzreihe bewerkstelligt. Sind hier die Pflanzen unterschiedlich groß, kann es sein, dass Pflanzen vergraben werden.

Der Hacktermin entscheidet

Hackschutzrollen schützen die Pflanzen

Der Termin zum Hacken entscheidet über den Erfolg. Je weiter Nutzpflanze und Unkraut im Wachstum auseinander liegen, desto besser kann eine Kamera diese unterscheiden. Ist das Unkraut größer als die Nutzpflanze, ist Hacken fast unmöglich.

Gerade im Jugendwachstum muss die Pflanze vor Beikräutern geschützt werden, gleichzeitig sind die Pflanzen sehr empfindlich. Deshalb kann die Hacke nicht so nah an die Pflanzreihe heran. Oft werden dann besondere Hackschutzrollen oder Reihenschutzbleche eingesetzt, um die Nutzpflanze zu schützen.

Mehrmals Hacken

Hydraulischer Verschieberahmen an einer Hacke

Beim nächsten Hacken kann dann das Hackband enger werden. Die Werkzeuge können mehr häufeln oder gar Fingerhacken oder Rollstriegel dürfen zum Einsatz kommen. Dann ist es gut, wenn die Hackschutzrollen sich leicht entfernen lassen.

Wer enge Hackbänder möchte, kommt um einen Verschieberahmen nicht herum. Niemand kann so gut geradeaus fahren oder die Kurven so lenken, das die Hacke sauber arbeitet.

Hier gibt es zwei System: Beim Parallelogramm baut die Hacke weiter nach hinten. Ein Hydraulikzylinder verschiebt dann die Hacke parallel zur Reihe.

Bei der Linearverschiebung kann die Hacke auf einer Schiene oder einer Welle nach rechts und links hydraulisch verschoben werden.

Von Hand oder mit Kamera und Computer

Im einfachsten Fall sitzt auf der Hacke ein Bediener und lenkt die Hacke von Hand über ein Lenkrad oder einen kleinen Joystick. Komfortabler geht es mit einem Kamerasystem.

Auch hier gibt es mehrere Systeme. So gibt es Kamerasysteme die Nutzpflanze und Beikraut anhand der Blattform und verschiedener Farbtöne erkennen und unterscheiden können. Andere System suchen nach Pflanzen die sich in besondere Anordnung (Reihen oder Höhe) befinden. Dann ist das geordnete die Nutzpflanze in der Reihe, an der sich die Hacke orientiert.

Viele Werkzeuge fürs Hacken

Fingerräder an einer Hacke im Mais

In der Regel wird beim Hacken ein Gänsefußschar oder -messer eingesetzt. Es soll möglichst flach arbeiten und möglichst wenig Boden bewegen. Ein ganzflächiger Schnitt soll die Wurzeln der Unkräuter durchtrennen und zum Absterben bringen.

Während herkömmliche Federzinken in der Tiefenführung schwierig sind, werden meist sogenannte Vibro-Zinken eingesetzt. Sie haben auch einen gewissen Vibrationseffekt, um die Wurzeln von der Erde zu trennen.

Zum Arbeiten in der Reihe bieten sich Fingerräder an. Sie hacken in der Pflanzenreihe, dort wo die Hackschare nicht hinkommen. Allerdings brauchen die Pflanzen eine gewisse Größe. Die Unkräuter in der Reihe werden dann meist durch das Zudecken mit Erde unterdrückt.

Hacken für Mais, Rüben und Soja

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