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agrarheute testet: Von unten Dünger streuen

Rauch DeePot: Kann Depotdüngung Dünger einsparen?

Rauch Deepot-Düngung
am Mittwoch, 02.02.2022 - 15:24 (Jetzt kommentieren)

Die Firma Rauch Landmaschinen ist bekannt für Düngerstreuer. Ein neuer Ansatz ist DeePot Depotdüngung: Der Dünger - zurzeit nur in Mais - wird 20 cm tief im Boden abgelegt. Das bringt mehr Wirkung und weniger Nährstoffverluste. Ist das eine Alternative für die Düngung in roten Gebieten?

Die Düngeverordnung verlangt in den roten Gebieten eine Reduktion der Stickstoffdüngung um 20 Prozent. Landwirte bangen und fragen zu Recht: Wie sieht es dann mit der Qualität und der Erntemenge aus? Pflanzenbauberater im Regierungsbezirk Breisgau-Hochschwarzwald waren auf der Suche nach Antworten für den Maisanbau – und sind fündig geworden. Mit 20 Prozent weniger Dünger erzielten sie im siebenjährigen Mittel rund 8 Prozent mehr Ertrag und somit rund 100 Euro/ha mehr Erlös. Wie wurde dies erreicht? Mit einer Depotdüngung lautet die kurze Antwort.

Cultandüngung oder 20 cm tiefe Ammoniumdüngergabe

20 cm Ablagetiefe

Bei DeePot 25.1 legt Rauch den Dünger mit Scharen in jeder zweiten Reihe einem Band rund 20 cm tief in den Boden ab. Das bringt einige Vorteile. Bei dieser Cultandüngung sollen die Pflanzen in einer Phase des Hungerns zum Dünger hinwachsen und so für eine gute Wurzelentwicklung sorgen. Im Vergleich zu einer 10 cm tiefen Ablage vergrößert sich so zudem der Wurzelraum um 25 Prozent. Eine frühe Versorgung mit Stickstoff stört somit das Wurzelwachstum.

Ein weiterer Grund für die tiefe Düngung ist die Ablage in einem relativ inaktiven Bodenhorizont. Wird der Dünger als ein kompaktes Band tief im Boden abgelegt, finden kaum Umsetzungsprozesse statt. Der Dünger liegt dort sehr immobil, gast  nicht aus und wird auch nicht ausgewaschen. Er wird erst durch die Wurzelausscheidungen der Pflanze mobilisiert und aufgenommen.

Neue Düngetechnik von Rauch: DeePot 25.1

Die Ablagetechnik

Das Gerät ist schnell erklärt: Es besteht aus einem Düngertank mit 2.000 l Inhalt. Es gibt vier Ausbringeinheiten, die über eine Zellenraddosierung versorgt werden, wie sie auch bei den  Aero-GT-Pneumatik-Düngerstreuern von Rauch verwendet werden. Eine maximale Ausbringmenge von 400 kg Dünger pro Hektar ist bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 10 km/h möglich. Die Steuerung der Ausbringmenge erfolgt über ein ISOBUS-Terminal mit einer leicht veränderten Software wie beim Aero-Streuer.

Mit einem speziellen Schar, das in einem Parallelogramm hängt, wird der Dünger ausgebacht. Es ist ein hydraulischer Schardruck von maximal 300 kg möglich. Damit das Schar möglichst wenig Boden  bewegt, wird der Boden vorher über ein Scheibensech mit 46 cm Durchmesser rund 15 cm tief vorgeschnitten. Dann folgt das Schar, an dem unten ein Torpedo montiert ist. Er formt den Düngekanal, in den der Dünger kompakt in rund 20 cm Tiefe abgelegt wird.

DeePot: keine Luft an den Dünger bringen

Damit keine Luft an den Dünger gelangt, befinden sich an der Rückseite des Schars sogenannte Kratzfedern. Sie lockern den Boden rechts und links vom Schar und sorgen dafür, dass der Boden wie bei einem Reißverschluss wieder verschlossen wird. Anschließend drücken v-förmig angestellte Andruckrollen den Boden wieder an.

Rauch DeePot 25.1 - das meint agrarheute:

Die Tiefendepotdüngung mit dem DeePot 25.1 von Rauch funktioniert. Das hat der Prototyp von Rauch bewiesen. Bei Mais mit 75 cm Reihenabstand stimmt auch die Schlagkraft. Die Nährstoffeffizienz steigt deutlich an und die Emissionen in Luft und Wasser werden reduziert. Somit rechnet sich die Technik im Mais auf jeden Fall. Wie es bei anderen Kulturen funktionierten kann, muss noch untersucht werden.

Mit Material von Rauch Landmaschinenfabrik, agrarheute

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