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Ackerbau

Reger Austausch zu konservierender Bodenbearbeitung

von , am
04.02.2013

Braunschweig - Die Jahrestagung der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V. (GKB) war gut besucht: knapp 200 Landwirte nahmen teil.

Die Jahrestagung der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung am 31. Januar 2013 war gut besucht. © Catrin Hahn
Die Teilnehmer erfuhren zunächst aus dem Geschäftsbericht und dem Bericht des Vorstandes, welche Aktivitäten der Verband im letzten Jahr vorzuweisen hatte und was für die Zukunft geplant ist.
 
Die anschließende Vortragsveranstaltung war der gesamten Bandbreite der konservierenden Wirtschaftsweise gewidmet. Redner aus Russland, den USA und verschiedenen Teilen Deutschlands sorgten mit kurzweiligen und spannenden Vorträgen für große Aufmerksamkeit und angeregte Diskussionen.
 
Schon der erste Referent brachte mit der Beschreibung eines komplett in Mulchsaat bewirtschafteten 25.000-Hektar-Betriebes in Russland die Zuhörer zum Staunen. Christian Kowalczyk, Absolvent der FH Weihenstephan, ist Betriebsleiter eines Ackerbaubetriebes in der Nähe von Bryansk (südöstlich von Moskau gelegen). Neben den Dimensionen dieses Betriebes imponierte vor allem die Effizienz, mit der dieser Betrieb bewirtschaftet wird. Jeder Arbeitsablauf wirkt durchdacht und auf die besonderen Verhältnisse des Betriebes abgestimmt.
 
Kowalczyk beschrieb auch einen betriebseigenen Langzeitversuch zur Direktsaat, der inzwischen im 5. Projektjahr läuft und regelmäßig hervorragende Bestände erbringt. Unerlässlich dafür sind allerdings Unterfußdüngung mit einer geeigneten Düngerform und ein erfolgreiches Strohmanagement zur Vermeidung von Schäden durch Ackerschnecken und Mäuse.

Verpflichtung der Landwirte, nachhaltiger zu arbeiten

Der zweite Referent, Professor Donald C. Reicosky aus Morris, Minnesota, war bis zu seinem Ruhestand Bodenwissenschaftler am landwirtschaftlichen Forschungsinstitut der USDA (Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten). Reicoskys Hauptanliegen in den letzten Jahren war die Erforschung des Kohlenstoffkreislaufs angesichts von Bodenbearbeitung und Pflanzenrückstandsmanagement. Angesichts fortschreitender Klimaänderungen ist es ihm wichtig, auf den Zusammenhang zwischen hohen CO2-Verlusten und intensiver Bodenbearbeitung hinzuweisen. In seinem einstündigen Vortrag ging es dem Forscher vor allem um die grundsätzliche Bedeutung des Kohlenstoffs für den Boden und den Anteil, den Landwirte mit ihrer Wirtschaftsweise am Aufbau oder Verlust des Kohlenstoffvorrates haben.
 
In Versuchen haben er und seine Mitarbeiter die Kohlendioxidfreisetzung nach verschiedenen Bodenbearbeitungsvarianten gemessen und dabei festgestellt, dass die schonendste Art der Bewirtschaftung die Direktsaat ist. Reicoskys Fazit: Jede Art der Bodenbearbeitung degradiert die natürliche Bodenstruktur, stört das ökologische System der Bodentiere, fördert Verdunstung und Erosion. Landwirte nutzen den größten Anteil an Land und Frischwasser und sind einer der Hauptproduzenten klimaschädigender Gase. Deshalb sind sie verpflichtet, mithilfe konservierender Wirtschaftsweise nachhaltiger zu arbeiten, um den Anforderungen der kommenden Generationen gerecht zu werden.

Praxisbeispiele und Versuchsergebnisse

Im nächsten Vortragsblock kamen deutsche Landwirte und Wissenschaftler zu Wort, die Praxisbeispiele aus ihren Betrieben oder Forschungsergebnisse ihrer Hochschulen vorstellten. Hermann Hoyer, Landwirt aus Thüringen, beschrieb äußerst unterhaltsam seine Erfahrungen mit Strip Till und Direktsaat auf einem schweren Boden. Paul Schattschneider aus Soest und Dr. Ulfried Obenauf aus Rendsburg stellten ihre jeweiligen vergleichenden Versuchsanstellungen zum Nacherntemanagement bei konservierender Bodenbearbeitung beziehungsweise zu Varianten reduzierter Bodenbearbeitung auf Hochertragsstandorten vor.
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