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Transport

Rollbandwagen Joskin Drakkar im Dauertest

Der Rollbandwagen Drakkar von Joskin
am Mittwoch, 21.12.2016 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Die Redakteure des dlz agrarmagazins testeten den Rollbandwagen Joskin Drakkar 7600/33D180 eine Saison lang beim Silage- und Getreidetransport. Das ist das Ergebnis.

Was der Rollbandwagen Joskin Drakkar 7600/33D180 alles kann, das steht in der aktuellen Dezember-Ausgabe des dlz agrarmagazins. Eine ganze Saison lang kam er in Gras, Mais und Getreide zum Einsatz.

Technische Daten des Joskin Drakkar 7600

Gewichte und Hydraulik:

  • Zulässiges Gesamtgewicht: 24.000 kg
  • Leergewicht: 9.150 kg
  • Nutzlast: 14.850 kg
  • Stützlast: 4.000 kg
  • Ölbedarf: 70 l/min, 180 bar
  • Hydraulikanlage: Load Sensing

Laderaum:

  • Ladevolumen ohne Bordwandaufsätzen: 33 m³
  • Ladevolumen mit Bordwandaufsätzen: 42,5 m³
  • Plattformhöhe: 1.770 mm
  • Überladehöhe ohne Bordwandaufsätze: 3.680 mm
  • Überladehöhe mit Bordwandaufsätzen: 4.180 mm
  • Achsen: BPW
  • Achslasten: 2 x 10.000 kg
  • Bereifung: 710/50 R30,5
  • Breite: 2.960 mm
  • Spurbreite: 2.250 mm

Preise Testmaschine

  • Grundmaschine: 52.080 €
  • Bereifung 710/50 R30,5: 9.464 €
  • Zusatzbordwände 50 cm: 4.810 €
  • Diverse weitere Optionen: 9.714 €
  • Gesamtpreis: 76.068 €

So koppeln Sie den Joskin Drakkar an

  • Der Drakkar kuppelt an eine K80-Kugel des Traktors.
  • Dazu kommt eine K50 für die Lenkstange der Zwangslenkung. Sie ist in einem Vierkantrohr teleskopierbar. Entriegelt man den federbelasteten Sicherheitsbolzen, kann man sie im Vierkantrohr hin- und herschieben, bis sie passt. Die optionalen BPW-Achsen zentrieren sich dann automatisch.
  • Noch mehr Komfort bringt eine elektronisch gesteuerte Zwangslenkung.
  • Weniger gut gefallen hat den Redakteuren der hydraulische Stützfuß, der serienmäßig über eine Handpumpe aus- und einzufahren ist. Es dauert lange und geht in die Arme.
  • Die Deichsel baut schmal, wird durch Schutzbügel aber stark verbreitert. So ist die Lenkstange zwar gut geschützt, aber der Wendekreis fällt dafür groß aus.

Herzstück des Drakkar: Das Gewebeband

  • Es ist 4 mm dick und wird in Schienen rechts und links geleitet.
  • Der Antrieb erfolgt je nach Bewegungsrichtung.
  • Eine Rolle am Heck des Wagens zieht das Band zum Entladen mit bis tz 180 bar nach hinten. Nach vorne geht es anschliessend wieder über eine Kette, die ein Ölmotor mit bis zu 120 bar zurückzieht.
  • Abstreifer halten das Band stets sauber, sodass keine Fremdkörper mit aufgewickelt werden.
  • Zu den Bordwänden hin wird das Gewebeband am Boden von zwei Kunststoffprofilen abgedichtet.
  • Die beiden Hydraulikmotoren an der Zugrolle arbeiten zuverlässig und entleeren den Wagen flott.
  • Die Entladezeiten lagen zwischen 1 und 1,5 Minuten. Nur bei Mais und nasser Grassilage dauerte es deutlich länger.
  • Durch das Rollband wird die Ladung beim Entleeren nicht gequetscht.

Laderaum des Joskin Drakkar

  • Die Frontwand wird auf Schlitten in der Bodenmitte geführt, damit sie sich nicht verkanten kann. Gummilippen dichten sie zu den Bordwänden hin ab.
  • Da die Ladung die Dichtungen zusätzlich beschwert, ist der Drakkar laut Joskin sogar rapsdicht.
  • Ein Nachteil der Gummidichtungen: Sie sind laut.
  • Ist der Wagen entladen, zieht die mittig im Boden geführte Kette Frontwand und Rollband wieder nach vorne. Laut Joskin sollte die Rückwand allerdings erst auf dem Feld wieder vollständig nach vorne gezogen werden, damit das Band in der Führung bleibt.

Bedienung des Joskin Drakkar

  • Das Bedienpult ist dank eindeutiger Symbole leicht verständlich. Fehlbedienungen sind kaum möglich.
  • Sämtliche Funktionen werden mit Kippschaltern ein- und ausgeschaltet. Das benötigte Öl holt sich der Wagen aus den Load-Sensing-Anschlüssen des Traktors. 
  • Ein grünes Lämpchen leuchtet, sobald die Heckklappe ganz geöffnet ist und der Entladevorgang gestartet werden kann.
  • Mit einem Tipp auf den Schalter setzt sich das Rollband in Bewegung.
  • Die Endabschaltung stoppt es am Ende automatisch.
  • Praktisch: An den beiden Heckseiten finden sich Knöpfe zur manuellen Bedieneung des Rollbands. Das erleichtert zum Beispiel das Füllen eines Düngerstreuers.
  • Eine Funkfernbedienung gibt es optional.

Stabile Straßenlage

  • Dank der großen Bereifung, der BPW-Achsen und des hydraulischen Fahrwerks waren wir stets sicher mit dem Drakkar unterwegs.
  • Auch im hügeligen Gelände wankte der Wagen nicht. Unbeladen neigte er bei zügiger Straßenfahrt manchmal zum Aufschaukeln.
  • Die großen 30,5-Zoll-Reifen haben nur einen Nachteil: Mit den optionalen hydraulischen Bordwandaufsätzen beträgt die Gesamthöhe 4,18 m. Das verlangt in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung. Auch bei niedrigen Brückendurchfahren kann es eng werden.

Fazit

Mit Silage und Getreide haben wir nur einen Teil der Anwendungsmöglichkeiten des Drakkar testen können. Diese Güter transportierte der Wagen mühelos. Am Ende bleibt der Drakkar aber ein Transportanhänger mit einem stolzen Preis. Für sein Geld bekommt man einen gut verarbeiteten Wagen, der schonend mit der Ladung umgeht und komfortabel zu bedienen ist. Ob dies allerdings einen Listenpreis jenseits der 70.000-Euro-Marke rechtfertigt, muss jeder Landwirt für sich entscheiden.
 

Joskin Drakkar unter der Lupe

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