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dlz-Dauertest

Schleppschuhverteiler Compact von Fliegl im Test

Schleppschuhverteiler Compact von Fliegl
am Donnerstag, 06.07.2017 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Mit dem Compact-Verteiler für Gülle bietet Fliegl einen Schleppschuhverteiler für kleine Fässer mit bodenständiger Technik zu einem bezahlbaren Preis. Das dlz agrarmagazin hat ihn getestet.

Die Schleppschuh-Technik hat gegenüber Pralltellern und Schwenkverteilern klare Vorteile:

  • keine Blattverschmutzung
  • weniger Geruch
  • ca. 40 % weniger Stickstoffverluste

Das dlz agrarmagazin testete den Compact-Verteiler von Fliegl zum Nachrüsten. Das Ergebnis finden Sie in der Ausgabe Mai 2017.

Schleppschuhverteiler ohne Schneidwerk

Das Schleppschuh-Gestänge folgte im dlz-Test einem Vakuumfass und verteilte dessen 8,6 m³ Inhalt auf 5,70 m Arbeitsbreite.

Ein 8.600-l-Kompressor drückt Luft in das Fass und die Gülle raus aus dem rückseitigen Schieber, wo ein T-Stück sie in den linken und rechten Gestängerahmen verteilt. Von dort gelangt sie von oben in den Schneckenverteiler. Kein Schneidwerk bremst die Gülle in ihrem Drang nach draußen.

Die beiden Schneckenverteiler versorgen 24 Abteilungen zu den Schleppschuhen. Die Schnecken verteilen dabei nicht die Gülle, sondern nur alle festen Stoffe über die Arbeitsbreite. Jeweils ein Ölmotor dreht mit 30 U/min. Eine Zeitsteuerung ändert in Intervallen die Drehrichtung der Schnecke.

Schleppschläuche unanfällig gegen Verstopfung

An 20 mm große Löcher in der Edelstahlwanne kuppeln grüne Spiralschläuche mit 40 mm Durchmesser. So verstopfen nie die Schläuche, sondern wenn, dann immer nur der Übergang. Ist der einmal zu, muss der Fahrer zwei Schrauben lösen und den Schlauch abziehen, Stroh oder Futterreste entfernen und alles wieder zusammenschrauben. Das An- und Abbauen dauert rund 3 Minuten pro Schlauch.

Gegen Fremdkörper ist der Verteiler fast immun. Alles, was die Schnecke passiert und nicht in den Abgängen verschwindet, sammelt sich in einem Stauraum am Verteilerende. Mit jeweils einem mechanischen Schieber öffnen diese ihre Kammer und spucken ihren störenden Inhalt auf den Acker.

Schleppschuhverteiler: Stahlkufen drücken in den Boden

An den 24 Schuhen drücken unten halbrunde Stahlkufen in den Boden. Bei einem Strichabstand von rund 24 cm liegt die Gülle zwischen den Getreidepflanzen bei ungefähr 12,5 cm Reihenabstand. Geköpfte Leisten aus Federstahl drücken die Schleppschuhe nach unten. Die Schleppschuhe kämmen nicht nur den Bestand zur Seite, sondern versenken die Gülle tief ins Grünland. Im Frühjahr auf Winterweizen bei gut befahrbaren Böden ziehen die Schuhe eine 2 cm tiefe Furche.

Fazit

Einfach und günstig macht der Schleppschuhverteiler Compact Fässer fit für die Gülleausbringung der nächsten Jahre. dlz-Tipp: Ohne Schneidwerk ist der Verteiler nur für fast strohfreie Gülle geeignet. Zu oft verstopfen die Abgänge mit Stroh. An der Klapptechnik musste Fliegl noch feilen, damit die Druckschläuche nicht knicken. Das passiert bei den neuen Verteilern nicht mehr. Die Schleppschuhe drücken ordentlich und dringen sehr gut in Bestand und Boden ein. Und mit dem jetzt erhältlichen Hangausgleich wird sich der Verteiler an Unebenheiten gut anpassen könne.

 

Im Test: Der Schleppschuhverteiler Compact von Fliegl

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