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Erntevorsätze

Schneidwerke: Der richtige Vorsatz für das optimale Ergebnis

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Julia Eder, agrarheute
am
21.07.2016

Damit der Mähdrescher ausgelastet wird, muss er optimal auf die Früchte und Bedingungen angepasst sein. Das richtige Schneidwerke ist dabei entscheidend. Das sind die Trends und Unterschiede.

Baulösungen für Erntevorsätze sind weitaus vielfältiger als die für die Mähdrescher selbst. Denn zusätzlich zu den Mähdrescherherstellern bieten Zulieferer weitere Detaillösungen an. Vorweg: Standard-Schneidwerke sollten mittlerweile keineswegs mehr der Standard sein.

Die Landtechnik-Zeitschrift traction hat mehrere Schneidwerke miteinander verglichen und kommt zu dem Schluss: Preiswerte Standardschneidwerke sind an Mähdreschern, wenn überhaupt, nur noch auf Standorten mit geringen Erträgen oder sehr gleichmäßigen Beständen zu empfehlen. Hier lohnt sich unter Umständen die Anschaffung teurerer Schneidwerkstechnik nicht, während Hochertragsstandorte klar zu aufwendigeren Vorsätzen greifen sollten: Und davon gibt es viele.

Elektrischer Antrieb

Ein elektrisch betriebenes Schneidwerk stellte zur Agritechnica 2015 erstmals Zürn vor. Die untere Schachtwelle des Mähdreschers treibt das Schneidwerk an, jedoch nicht durch mechanische Antriebe, sondern mit einen 60-Volt-Generator. Der versorgt die Elektromotoren aller drehenden Baugruppen mit Strom. Der Vorteil: Die Drehzahl von Haspel und Einzugsschnecke, Messerantrieb und gegebenenfalls die Einzugsgeschwindigkeit von Schneidwerken mit Längs- und Querförderbändern werden individuell geregelt. Das ermöglicht laut Hersteller einen an die Erntebedingungen angepassten Gutfluss zur Steigerung der Druschleistung.

Leichtbau: bis zu 16 m breit

Biso Schrattenecker setzt Maßstäbe, was die Breite von Schneidwerken betrifft: So ist das Biso Ultralight 800 bis zu 16 m breit. 800 steht für den 800 mm stufenlos verstellbaren Mähmesserbalken. Der Ursache für die enorme Breite: Durch die Anwendung von Leichtbautechik aus Flug- und Fahrzeugindustrie entstand ein Schneidwerksrahmen aus Aluminium kombiniert mit festem Stahl und Edelstahl. Das Schneidwerk bieten New Holland und John Deere für ihre Mähdrescher an.

 

Der kleine Unterschied beim Ährenheber

Eine kleine Neuheit: Schumacher hat einen neuen Ährenheber mit geteilter Gleitfläche konstruiert. Der mittlere Bereich der bekannten Gleitfläche wird längs nach oben gewölbt. Selbst wenn der Ährenheber an den verbleibenden Gleitflächen völlig verschlissen ist, wird er vom verbleibenden mittleren Teil der Gleitkufe gehalten. Folglich bricht er laut Hersteller nicht ab und verursacht keine Schäden an Messer und Mähdrescher. Darüber hinaus soll die neue Kufe verschleißfester sein und demzufolge langlebiger als die bisherigen Ährenheber.

Neu für Mais: Biomasse und mehr Toleranz

Für die Ernte von Maisstroh bei der Körnermaisernte hat Geringhoff unter dem Maispflücker eine Trog-Querförderschnecke montiert. Die Hinterpflückerhäcksler schleudern das gehäckselte Maisstroh in den Trog und die Schnecke fördert es mittig zur Schwadablageöffnung. Soll kein Maisstroh geerntet werden, wird die Klappe vor dem Trog geschlossen und leitet das Stroh zu Boden. Damit reagiert Geringhoff auf den Trend, mehr Maisstroh als Biomasse zu ernten.

Um die Aufnahmeverluste beim Maispflücken zu reduzieren, hat Geringhoff außerdem die Pflückaggregate verbessert. Zwei zusätzliche Umlenkrollen pro Pflückaggregat für die Einzugsketten erlauben vorne im Aufnahmebereich größere seitliche Toleranzen der einzuziehenden Maispflanzen. Diese Technik soll Stängel- und Kolbenabrisse verringern. Weniger Aufnahmeverluste sind die Folge, wenn der Mais nicht exakt mittig angefahren werden kann, wie am Seitenhang oder bei unterschiedlichen Reihenabständen.

Gerüstet für Raps

Bei unterschiedlicher Abreife des Rapses wird ein Schneidwerk öfter zur Getreide- oder Rapsernte umgerüstet. Um diese Rüstzeiten zu reduzieren, stellt Ziegler ein Trennmesser vor, das einfach auf die Seitenwände des Schneidwerkes nach hinten geklappt wird, wenn Getreide geerntet wird. Ähnlich wie Biso Schrattenecker mit dem Crop Ranger Schneidwerk mit integriertem Rapstrenner will auch Ziegler damit dem Trend folgen, die Rüstzeiten bei der Druschfruchternte zu minimieren.

Noch sehr selten in Deutschland sind übrigens Rakeups, spezielle Pickups mit Längsförderbändern. Sie sind vor allem für Raps konzipiert, können aber auch für andere spezielle Zwecke, wie Grassamenernte, genutzt werden. Einer der bekanntesten Anbieter ist Shelbourne Reynolds. Der britische Hersteller hat mechanisch und hydraulisch angetriebene Schneidwerke im Programm.

Erntevorsätze: Trends bei Schneidwerken

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