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Häckseltechnik

Shredlage: Top oder Flop?

Shredlage
Julia Eder, traction
am
27.04.2016

Milch günstiger produzieren und das Tierwohl steigern - das beschäftigt Milchviehhalter. Seit der Agritechnica fällt häufig das Stichwort Shredlage. Das steckt hinter der Maiserntetechnik aus den USA.

Bei der Shredlage wird der Mais 26 bis 30 mm lang gehäckselt, das Stroh aufgefasert und die Körner zerrieben. Die Technik dahinter ist ein patentierter Cracker mit Sägezahnprofil. Die Lizenz dafür, den Cracker mit dem Namen Shredlage in Deutschland zu vertreiben, liegt bei Claas.

Mehr Milchleistung, bessere Tiergesundheit und weniger Kraftfutter

Claas argumentiert vor allem mit Forschungsergebnissen der Universität Wisconsin für Shredlage. Das sind die Argumente:

  • Das zerriebene Material soll beim Einsilieren und im Pansen der Kuh besser fermentiert werden.
  • Durch das längere Stroh bleibe mehr Struktur, die das Wiederkäuen anregt.
  • Die Stärke in allen Pflanzenteilen sei besser verfügbar.
  • Das steigere die Milchleistung, erhöhe die Tiergesundheit und reduziere den Kraftfuttereinsatz.

Shredlage bezieht sich damit nicht nur auf einen Cracker, sondern auf die gesamte Ernte- und Fütterungskette.  

Andere Voraussetzungen in Deutschland

Die Erfahrungen aus den USA lassen sich nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen. Das sind Unterschiede:

  • In den USA wird häufig kein Gras gefüttert. Daher ist Stroh der wichtigere Strukturlieferant.
  • In Deutschland werden andere Sorten angebaut als in den USA.

Dr. Martin Preis von der Landwirtschaftskammer NRW gab bei einer Diskussion des Deutsches Maiskomitees zu bedenken, dass es in Deutschland bisher kaum Versuche zu Shredlage gibt. Allerdings wurde vergangene Saison genug Material einsiliert, um in diesem Jahr Fütterungsversuche in NRW, Hessen und Bayern durchführen zu können.

    Erste Untersuchungen in Deutschland

    Erste Untersuchungen zum Vergleich von Shredlage und Kurzschnittsilage zeigten jedoch keinen Unterschied in den Inhaltsstoffen und in der Silierbarkeit. Zudem war das Shredlage-Erntegut wesentlich grobstrukturierter. Die Körner seien regelrecht zermahlen, sodass die Tiere bei der Fütterung nicht selektieren können.

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