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DLG-Tagung

So beeinflusst der Wind die Mineraldüngung

Ein Düngerstreuer im Gerstenfeld
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Julia Eder, agrarheute
am
29.03.2017

Düngemittel exakt auszubringen ist nicht einfach - auch, weil man nicht alle Faktoren beeinflussen kann. Der Faktor Wind ist Gegenstand der Forschung.

Bei der mineralischen Düngung verursachen die Düngemittel 90 Prozent (%) der Kosten. Einsatzkosten (Fahrer, Schlepper) und Düngetechnik (Abschreibung, variable Kosten etc.) machen nur knapp 10 Prozent aus. Deshalb ist es so wichtig, den Dünger auch wirklich genau dort zu platzieren, wo er hingehört. Doch dazu muss man auch Fremdeinflüsse wie den Wind berücksichtigen. Wie das funktionieren kann, erläuterte Bernd Scheufler,  langjähriger Mitarbeiter der Amazonen-Werke und Professor für Agrarsystemtechnik an der Hochschule Osnabrück, bei der DLG-Tagung Land.Technik für Profis 2017.

Nicht nur die hohen Kosten für Düngemittel sind ein Grund, die Mineraldüngung genau zu kontrollieren. Fehlerhafte Düngung führt auch zu

  • Schwierigkeiten bei den Folge-Arbeiten
  • Ertragsverlust
  • Ressourcenverschwendung
  • Umweltbelastung

Diese Faktoren beeinflussen die Mineraldüngung

Ursachen für fehlerhafte Düngung liegen laut Bernd Scheufler zum einen beim Landwirt selbst durch zu wenig Sorgfalt bei der Düngeplanung oder Fehler bei der Maschineneinstellung, aber zum anderen bei Fremdeinflüssen bei der Ausbringung. Dazu gehören

  • wechselnde Stoffeigenschaften, die Wiegeeinrichtung und sonstige Elektronik beherrschbar sind
  • Fahrgassenabstand, der technisch kein Problem mehr ist
  • unebenes Gelände, worüber es noch keine Forschungsergebnisse gibt und
  • der Wind

Scheufelers Forschung zeigt, wie die Technik nun auch auf Wind reagieren kann. Eine entsprechende Lösung dafür soll inzwischen marktreif sein.

So wirkt der Wind auf das Streubild

Messungen zeigten wie der Wind das Streubild beeinflusst: Bei einem Wind 10 m/s, der seitlich zur Fahrgasse weht, landen beispielsweise in Windrichtung bis zu 140 Prozent (10) der auszubringenden Düngermenge, in dem Fall Kalkammonsalpeter (KAS), während gegen die Windrichtung zum Teil nur 60 % ankommen. Da KAS weniger stark auf Fremdeinflüsse reagiert als beispielsweise leichter Harnstoff, können diese Werte noch gravierender ausfallen.

Kann ein Sensor die Querverteilung verbessern?

Die Lösung ist vielleicht eine kleine Wetterstation, sprich ein Sensor, am Düngerstreuer, der den aktuell wirkenden Wind misst, die Daten über den CAN-Bus an den Jobcomputer im Düngerstreuer sendet und so über Terminal und den Stellmechanismus am Streuwerk die Ausbringwerte wie Scheibendrehzahl und Aufgabepunkt korrigiert.

Dieser Ansatz und die Ergebnisse müssen nun durch Praxisversuche untermauert werden.

Mit Material von Prof. Bernd Scheufler, DLG

Düngerstreuer: Das hat der Markt zu bieten

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