Login
Sonderkulturen

So erntet der weltweit erste Spargelroboter

Cerescon Spargelernteroboter
Der Roboter wird von einem Traktor gezogen und erntet in einer Saison bis zu 50 ha Spargel. © ah/Werkbild
von , am
28.11.2017

Eine angehängter Roboter erfasst Spargel in der Erde und Erntet ihn während der Fahrt. Im Vergleich zur Ernte mit der Hand, soll dass die Kosten halbieren. Die Qualität der geernteten Spargelstangen steigt sogar.

Cerescon ist ein junges StartUp aus den Niederlande und nach eigenen Angaben weltweit das erste Unternehmen, welches automatisch selektiv Spargel ernten kann. Das Besondere: Die 3-reihige Maschine erfasst den Spargel unterirdisch. Das führe nach Angaben von Cerescon zu einer besseren Qualität und einem höheren Ertrag.

So läuft die Ernte ab

  • Das Erfassungsmodul leitet die Koordinaten des Spargels an einen Stechroboter weiter.
  • Der Stechroboter sticht den Spargel, während der Traktor mit gleichbleibender Geschwindigkeit weiterfährt, und legt den Spargel auf ein Band, das ihn zu einer Kiste befördert.
  • Das Loch, das im Spargeldamm zurückbleibt, wird im Anschluss von der Spargelerntemaschine wieder geschlossen.
  • Die Spargelerntemaschine legt auch die Plastikfolie nach dem Stechen wieder auf den Spargeldamm.

Erste Spargel-Vollernter im Einsatz

Cerescon Spargelernteroboter
Der 1-reihige Prototyp erntete bereits eine Saison. © ah/Werkbild

Die erste Maschine mit einer Erntereihe wurde während der abgelaufenen Saison erfolgreich getestet. Bereits 2018 soll der erste Spargel mit dem Spargelernteroboter kommerziell geerntet werden. Weißer Spargel wird bis heute von Hand geerntet. Für diese schwere Arbeit lassen sich immer schwieriger Arbeitskräfte finden. Außerdem zeigen sich bei der bisherigen Methode Einschränkungen in Hinsicht auf die Qualität der geernteten Produkte, weil Stängel manchmal nicht erfasst werden und dann bei der nächsten Ernte zu weit aus dem Spargeldamm hinausragen.

Der Spargelvollernter erntet auf bis zu 50 Hektar pro Saison und ersetzt rund 70 Saisonarbeitskräfte. Die vom Traktor gezogene Maschinen soll die Erntekosten im Vergleich zur manuellen Ernte um die Hälfe reduzieren.

Erntet genauer als der Mensch

Aufgrund der unterirdischen Erfassung soll die Qualität des Spargels besser sind. Er wird geerntet, bevor er aus der Erde ragt. Dadurch sind violette Verfärbungen ausgeschlossen und es kommt zu weniger offenen Spargelköpfen. Auch die Erträge sollen aufgrund geringerer Verluste höher sein. Die  Spargelerntemaschine setzt den Spargeldamm nach dem Stechen wieder instand, sodass der Anteil krummer Spargel abnimmt.  

Mit Material von Cerescon

Feldroboter: Mobile Maschinen zwischen Marktreife und Zukunftstechnik

Feldroboter Bonirob
Einer der bekanntesten Feldroboter ist Bonirob. Er entstand in einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Amazone, Bosch und der HS Osnabrück. Vor zehn Jahren stand der etwa 700 kg schwere Roboter zum ersten Mal auf der Agritechnica-Stand. Das Projekt Bonirob wird auch heute noch weitergeführt: Bosch gründete das Startup-Unternehmen Deepfield Robotics. Dort wird der Markt für Feldrobotik analysiert, um herauszufinden, wo und in welcher Form ein modifizierter Bonirob am besten verkauft werden kann. Die gefragtesten Eigenschaften sind wohl Phänotypisierung, mechanische Unkrautbekämpfung und Bodensensorik. © Werkbild
Bonirob bei mechanischer Unkrautbekämpfung
Unter anderem wurde Bonirob im Einsatz zur mechanischen Unkrautbekämpfung erforscht. Mit einem Aktor, einem kleinen Stempel, werden die erkannten Beikräuter in den Boden gedrückt. Vorher muss beziehungsweise sollte ein Mensch am PC kontrollieren, ob die ausgewählten Pflanzen wirklich Beikräuter sind. Wenn sie in den Boden gedrückt werden, bekommen die Nutzpflanzen genügend Wachstumsvorsprung, um sich durchzusetzen. © Werkbild
Agri-Robot
Die erste vollautonome Landmaschine erfand der niederländische Landwirt Cornelis Sieling 1962. Der Agri-Robot ist ein einachsiger Kipppflug mit jeweils einem Pflugschar hinten und vorne. Mit Fühlern orientiert er sich an der Anschlussfurche und pflügt so lange eine gerade Linie, bis vorausfahrende Fühlräder in eine vorher gezogene Grenzfurche stoßen. Dann dreht er um. Der Agri-Robot sollte von der deutschen Firma Eicher und der niederländischen Firma Protec N.V. gebaut werden, schaffte es jedoch nur ins Prototypen-Stadium. © Werkbild
Carre Anatis
Auf der Landtechnikmesse SIMA 2015 verkündete der Gerätehersteller Carré, ab 2016 zusammen mit dem Softwareentwickler Naïo Technologies den Feldroboter Anatis auf den Markt zu bringen. Der etwa ein Meter hohe Hackroboter dient vor allem zur mechanischen Unkrautbekämpfung. Mit seinen vier einzeln steuerbaren Rädern fährt er selbstständig über die Gemüsereihen. Den Weg erkennt Anatis mit GPS-Führung, Kamera und Laser. Dabei sammelt er Daten: Er erkennt Unkraut, berechnet die Dichte und Biomasse der Pflanzen, misst Bodentemperatur und Feuchtigkeit. © Werkbild
Carre Anatis
Gleichzeitig beseitigt Anatis das Unkraut zwischen den Gemüsereihen mit Scharen oder Rotorsternen. Am Tag schafft Anatis dabei 2 bis 4 ha bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von  3 km/h und einer Arbeitszeit von vier Stunden mit einer Akkuladung. © Julia Eder
Naio Oz
Neben der Zusammenarbeit mit Carré bietet Naïo Technologies auch eigene Feldroboter an. Einer davon ist Oz. Der 40 mal 70 cm große Hackroboter kann, wie Anatis, mechanisch Unkraut bekämpfen und dient außerdem als Transportplattform bei der Ernte. Weitere Funktionen richten sich laut Hersteller an die individuellen Kundenwünsche. 2014 verkaufte Naïo zehn Stück der 20.000 Euro teuren Maschine. © Werkbild
Raussendorf Cäsar
2014 startete die Raussendorf Maschinen- und Gerätebau GmbH mit der Produktion von Cäsar. Der 3 m lange und knapp 1 m hohe Obstroboter findet über ein RTK-Signal zentimetergenau seinen Weg durch die Baumreihen. Im Moment hat der Roboter zwei Funktionen: Er kann gleichzeitig zwischen den Baumreihen mulchen und die Baumreihen mit Spritzbrühe behandeln. © Werkbild
Fendt Mars
Für Fendt heißt die Zukunft der Landwirtschaft MARS - kurz für Mobile Agricultural Robot Swarms. Es handelt sich dabei um mobile, cloud-gesteuerte Feldroboter-Schwärme. Projektpartner von Fendt bei der Entwicklung ist die Hochschule Ulm, Studiengang Servicerobotik. Das Forschungsprojekt lief Ende 2016 aus. Man darf gespannt, wie Fendt das Projekt weiterführen will. © Werkbild
Auch interessant