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Ackerbau

Spritzentrends: Speed Spraying

© Werkbild
von , am
23.01.2014

Höhere Fahrgeschwindigkeit, präzisere Anwendung, weniger Wasser - das sind die Trends im Pflanzenschutz. Um sie zu ermöglichen, arbeiten Spritzen- und Düsenhersteller an neuen, technischen Lösungen.

Eine Pflanzenschutzsteuer soll den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln minimieren. © Werkbild
Um im Pflanzenschutz schlagkräftiger zu werden, kann man die Fahrgeschwindigkeit oder die Arbeitsbreite erhöhen. Wären die aktuell erhältlichen Gestänge aber noch breiter, würden sie stärker schwingen, was die Appliziergenauigkeit einschränkt. Um dies zu verhindern, wäre ein unwirtschaftlicher Konstruktionsaufwand nötig. Auf der anderen Seite steht die Forderung nach geringeren Wasseraufwandmengen, welche sich mit breiteren Gestängen noch schwieriger lösen ließe. Daher konzentrieren sich einige Spritzenhersteller stärker auf die Alternative: Speed Spraying.

Durchdringung nicht zwangsläufig schlechter

"Unsere Versuche mit einem entsprechend ausgerüsteten Feldspritzengerät haben gezeigt, dass höhere Fahrgeschwindigkeiten nicht zwangsläufig mit geringerer Durchdringung und damit Wirksamkeit einhergehen müssen", erklärt Hans-Jürgen Osteroth vom Julius Kühn-Institut (JKI). Durch Speed Spraying können Landwirte außerdem die Wassermengen verringern. Einige Praktiker spritzen mittlerweile rund 100 Liter je Hektar (l/ha) mit Fahrgeschwindigkeiten von 15 Kilometer pro Stunde (km/h) und mehr." Wie sich diese Werte auf Bestandsdurchdringung und Abdrift auswirken, hat das JKI über drei Jahre genauer untersucht.
 
Das Ergebnis: Die Durchdringung verschlechtern eine hohe Geschwindigkeit und geringe Wassermengen nicht, wenn entsprechend der guten fachlichen Praxis abdriftmindernde Technik eingesetzt wird. Ebenso konnte kein negativer Effekt auf den Ertrag festgestellt werden. Allerdings liegen zu diesem Punkt bislang nur einjährige Versuchsergebnisse vor.

Mit Sinn und Verstand

Ob Speed Spraying im Einzelfall wirklich sinnvoll ist, hängt natürlich auch von anderen Bedingungen ab: Wetter, Bodenbeschaffenheit, Schlaggröße und natürlich die vorhandene Technik müssen passen.
 
Ohne GPS, stabiles Gestänge und moderne GPS-Düsenschaltung ist das Rennen gelaufen. Und gerade hier hatte die Agritechnica 2013 einiges an Neuheiten parat. Neben dem Prototypen eines Carbongestänges wurden neue, aktive arbeitende Gestängesteuerungen und Düsen mit Pulsweitenmodulation vorgestellt, welche höhere Fahrgeschwindigkeiten ermöglichen sollen.
 
Die Details zu den Untersuchungen des Julius Kühn-Instituts, Praktikerbeispiele und neue technische Lösungen von Herstellern wie Horsch, Lemken, Teejet und CarboFibretec lesen Sie in der Januar/Februar-Ausgabe der traction.

Anforderungen an Pflanzenschutztechnik

 
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