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Bodenschutz

Stand der Reifentechnik

am Dienstag, 09.02.2016 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Neu entwickelte Reifen bieten mehr Aufstandsfläche, Traktion und Komfort. Sie schonen Boden und senken den Dieselverbrauch. Wie der aktuelle Stand der Reifentechnik ist, erfahren Sie hier.

Die Reifen sind die Arbeitsschuhe des Traktors. Mit Straßenschuhen auf dem Acker zu arbeiten, also mit Straßendruck zu fahren, kostet häufig 10 €/ha zusätzlich. Traktorreifen in der 250-PS-Klasse haben stündliche Verschleißkosten von rund 2 € auf dem Acker, 4 € bei Straßenfahrt und 10 € bei tiefer Bodenbearbeitung. Die Reifenqualität ist für die lange Lebensdauer, auch bei Ackerdruck, und damit weniger Schlupf mit schnellerer Vorfahrt ein wichtiger Kaufgrund. Flanken- und Stollenbrüche können billige Reifenkaufpreise zu teuren Reifenbetriebskosten machen. Wie der aktuelle Stand der Reifen- und Raupentechnik ist, stellte der agrarmanager in seiner Ausgabe Februar 2016 vor.

Folgende Kriterien sollten Reifen von Bodenbearbeitungsschleppern erfüllen:

  • flexible Flanken
  • biegesteifes Laufband mit langlebigen Stollen
  • variabler Reifendruck

Gut zu wissen

Dieselverbrauch, Zugkraft, Schlupf und Zugleistung werden durch aktuelle Reifenbauarten mit "VF" und "IF" vor der Reifenbezeichnung wesentlich bestimmt. Es lohnt sich, die Reifen intensiv unter die Lupe zu nehmen und den Reifenkauf an den eigenen Anforderungen auszurichten. Reifen halten bei Traktoren zwischen 2.500 und 6.000 Betriebsstunden, bevor sie ersetzt werden müssen. Bei der gezogenen Bodenbearbeitung sollten Sie ab 50 % Stollenhöhe neue Reifen erwägen. Denn Schlupfwerte über 15 % kosten Diesel, Traktorstunden, Arbeitszeit und schädigen den Boden.

Die Kontrolle und Einstellung des Reifenluftdrucks passend zur geplanten Arbeit gehört zu den rentabelsten Wartungsarbeiten.

Stand der Reifentechnik 2016

  • VarioGrip von Fendt ist die erste in das Traktorkonzept integrierte Reifendruckregelanlage ab Werk. Sie ist erhältlich für die 800er, 900er und 1.000er-Serie und kostet rund 10.000€. Laut Hersteller hat sich diese Investition nach rund 1.500 Betriebsstunden durch bessere Traktorarbeit bezahlt gemacht. Das Assistenzsystem Grip-Assistent ist eine sinnvolle Ergänzung zu VarioGrip.
     
  • Gemeinsam mit Fendt hat der Reifenhersteller Mitas VarioGrip Pro, eine verbesserte Reifendruckregelanlage entwickelt. Ein Druckspeicher im Radialreifen mit einem Drittel Volumen des Radialreifens wird während der Ackerfahrt fortwährend mit bis zu 8 bar befüllt. Dieser Luftvorrat kann in Sekunden in den noch mit Ackerdruck befüllten Reifen gelassen werden und so steht schnell der passende Luftdruck für die Straßenfahrt zur Verfügung.
     
  • Der bereits seit zehn Jahren verfügbare variable Reifendruck an der Vorderachse des Häckslers Claas Jaguar ist nun durch eine Reifendruckregelanlage an der Lenkachse ergänzt worden.
     
  • Michelin bietet einen neuen und tragfähigen Radialreifen namens CerexBib auf dem Rübenroder an. Dabei ist der traglastoptimierte Erntereifen mit einem hydraulischen Fahrwerk mit gleichgewichtigen Achslasten kombiniert. Mit dem neuen Reifen kann mit einem Reifendruck von 1,3 bis 1,8 bar gerodet werden.
     
  • Auch Mitas bietet mit dem 1250/50 R 32 einen traglastverbesserten Radialreifen mit 1,25m Breite und 2,05m Höhe für Erntemaschinen an.

Stand der Raupentechnik 2016

  • Case IH hat einen Traktor mit gemischter Bauweise entwickelt. Ein Reifen auf der Vorderachse und Raupen auf der Hinterachse bieten mehr Aufstandsfläche, eine bessere Zugkraftübertragung und weniger Schlupf. Diese Reifen/Raupen-Bauart passt vor allem in flächenstarke Betriebe mit hoher Auslastung in der Bodenbearbeitung und der Bestellung mit Traktoren im Bereich von 400 PS.
     
  • Vierfach-Raupenfahrwerke, wie am Case Quadtrac und bei der Deere Raupe 9RX passen in Großbetrieben für Bodenbearbeitung und Saat ab rund 8.000 Einsatzstunden im Jahr. Bei dieser Bauweise wird die kostengünstige Knicklenkertechnik genutzt.
     

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