Login
Ackerbautechnik

Steinsammler: So holen Maschinen die Steine vom Feld

Dieser Artikel ist zuerst in der traction erschienen.

Jetzt testen und kennenlernen - mit unseren besonderen Angeboten!

Steinsammler im Einsatz
Karsten Schranz, traction
am
09.12.2016

Steinreich sein ist nicht immer ein Privileg. Steinige Böden sind die Ursache für hohen Verschleiß und Maschinenschäden. Die Lösung: Steinsammler. So funktioniert's.

Moderne Steinsammler sind in Deutschland ein absolutes Nischenprodukt. So gibt es auch nur eine Handvoll Hersteller, die diese Maschinen in unterschiedlichen Variationen auf dem deutschen und europäischen Markt anbieten. Diese unterscheiden sich in ihrem Grundkonzept, der Arbeitsweise und in der Flächenleistung. Es gibt viele Gründe, die Steine vom Acker zu holen.

  • bessere Wurzelbildung, dadurch besseres Pflanzenwachstum und mehr Ertrag
  • weniger Verschleiß der Bodenbearbeitungswerkzeuge wie Grubber- oder Pflugspitzen und -Schare
  • weniger schwere Schäden durch Steine an Schneidwerken und Schrägförderern von Mähdreschern
  • weniger teure Kaltverformungen am Maisvorsatz und am Häckselaggregat
  • geringere Gefahr, dass Quaderballenpressen mit Vorbauhäckslern wegen Funkenschlag in Flammen aufgehen

Ein Steinsammler schafft in keinem der Fälle hundertprozentige Sicherheit, aber auf extremen Standorten mit hohem Steinbesatz senkt er das Risiko.

Variante 1: Steinsammler mit Gitterkorb

Die einfachste Bauform der Steinsammler wurde beispielsweise von Fortschritt gefertigt. Bei diesem handelt es sich im Grunde genommen um einen Gitterkorb, der mittig oder seitlich mit einer Schwenkdeichsel hinter dem Schlepper läuft. Frühe Fortschrittmodelle hatten eine Art Wippe, die in ca. 5 cm Tiefe Steine aus dem Boden siebte und über zwei Hydraulikzylinder nach hinten in den Bunker kippte. Spätere Modelle hatten eine Art Haspel, die mit Ketten angetrieben wurde. Die Arbeitsbreite ist bei dieser Variante jedoch stark eingeschränkt; mehr als 3 m sind nicht möglich.

Die Steinsammler können auch in Kombination mit Steinschwadern eingesetzt werden. Hierbei schwadet eine rotierende, mit stabilen Zinken bestückte Schnecke die Steine  aus ca. 5 cm auf ein Schwad, das nachher von einem zentral arbeitenden Steinsammler aufgenommen werden kann.

Variante 2: Steinsammler mit vorlaufenden Schwadwalzen

Andere Hersteller bieten Steinsammler mit vorlaufenden Schwadwalzen, die zum Teil auf eine Arbeitsbreite von über 6 m kommen. Sie arbeiten in 5 cm Tiefe und führen die Steine von beiden Seiten in die Mitte der Maschine. Dort arbeitet eine Haspel und fördert die Steine in den Bunker. Mit diesen Arbeitsbreiten sind hohe Flächenleistungen möglich. Die Maschinen kosten aber auch schnell um die 40.000 Euro. Das verlangt nach einem gut geplanten Einsatz, der sich wohl für Einzelbetriebe nur in den seltensten Fällen lohnt. Selbst für Maschinengemeinschaften ist der Einsatz genau zu kalkulieren, denn man fährt die meisten Flächen sicher nicht jedes Jahr ab. Steinsammler laufen deshalb in manchen Maschinenringen erfolgreich zur Vermietung. Die Verrechnungssätze liegen bei rund 100 Euro/ha.

Tipps fürs Steinesammeln

  • Am besten im Frühjahr auf Steinejagd gehen.
  • Die Flächen sollten frei von Pflanzen, Unkraut und Stoppeln sein.
  • Der Boden sollte möglichst trocken sein und sich gut sieben lassen.
  • Steinsammler mit aktiv zuführenden Schnecken mit rund 1-2 km/h fahren (bis zu 50 t Steine pro Hektar!)

Den vollständigen Beitrag zu Steinsammlern, den Bauweisen sowie den Herstellern im Überblick finden Sie in der traction-Ausgabe 06/2016.

Für steinreiche Felder: Steinsammeltechnik in der Marktübersicht

Steinsammler Scorpio 550 von Elho im Einsatz
Steinsammler von Kivi Pekka auf dem Feld
Steinsammler StoneBear von Kongskilde im Einsatz
Steinsammler von Schulte
Steinsammler von Gutzwiller
Auch interessant