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Ackerbau

Streifen säen: 9 Fakten zu Strip Till

© Werkbild
von , am
07.09.2015

Bei der Saat mit dem Strip Till-Verfahren wird der Boden nur streifenweise bearbeitet. Das bringt Vorteile für die auflaufende Saat, die in Reihe gelegt wird. Es muss aber auch exakt gearbeitet werden.

Kuhn hat für das Strip Till-Verfahren die Reihe Striger am Start. © Werkbild
1. Die "Strip Till"-Saat ist eine Streifensaat, bei der nur ein schmaler Bodenstreifen um das Säschar bearbeitet wird. Es handelt sich im Grunde um einen Kompromiss zwischen Mulchsaat (pflugloses Saatverfahren mit einer vorangegangenen konservierenden Bodenbearbeitung) und Direktsaat (Saat erfolgt ohne jede Bodenbearbeitung nach der Ernte).
 
2. Das Verfahren wird in der Regel nur bei Reihenfrüchten wie Mais, Zuckerrüben, aber auch beim Raps, angewendet, um ausreichende Abstände zwischen den Reihen zu haben.
 
3. Durch die reduzierte Bodenbearbeitung kommt es beim klassischen Strip Till Verfahren zu Kosten- und Dieselersparnis.
 
4. Das Erosionsschutzpotential wird durch Stroh- oder Mulchauflage und die Wasserinfiltration der unbearbeiteten Fläche erhöht. Im Oberboden werden gerade in den unbearbeiteten Bereichen die Wassergehalte gesteigert.
 
5. Die Tragfähigkeit und Stabilität im unbearbeiteten Bereich zwischen den Reihen wird verbessert.

Gute Keimbedingungen für die auflaufende Saat

6. Da weniger Boden bewegt wird, erwärmt und trocknet der gelockerte Streifen schneller, das bringt Vorteil bei Keimung und Jugendentwicklung.
 
7. Beim klassischen Strip-Till-Verfahren ist die Streifenbearbeitung die einzige Bodenbearbeitungsmaßnahme von der Ernte der Vorfrucht bis zur Saat. Dabei müssen laut Hermann et al. (2012) einige Punkte bedacht werden:
  • sehr gute Strohverteilung und Häckselqualität des Mähdreschers,
  • trockene Bodenbedingungen,
  •  ebenes Feld ohne tiefe Fahrspuren/Fahrgassen,
  • geringer Mäusedruck auf der zu bestellenden Fläche,
  • Kontrolle des Ausfallgetreides

 

Strip Till: Klassisches und intensives Verfahren

Nach Hermann et al. (2012) unterscheidet man zwischen dem klassischen und dem intensiven Strip Till Verfahren:
 
8. Beim klassischen Verfahren werden in der Regel vor und nach der Streifenbearbeitung keine weiteren Bearbeitungsschritte durchgeführt. Es kann sowohl absätzig (Bodenbearbeitung und Aussaat zeitlich getrennt voneinander) oder kombiniert (Bodenbearbeitung mit gleichzeitiger Aussaat) durchgeführt werden.
  • Absätzig (meist auf schweren Böden): Die Lockerung und die Aussaat erfolgt in zwei zeitlich getrennten Bearbeitungsschritten. Bei diesem Verfahren muss gewährleistet sein, dass bei der Aussaat die zuvor gelockerten Streifen exakt getroffen werden. Dies kann nur mit einem RTK-GPS gestützten Lenksystem, mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern (ca. 2,5 cm), umgesetzt werden.
  • Kombiniert (meist auf leichten Böden): Beim kombinierten Verfahren erfolgt die Streifenbearbeitung, Düngung und Aussaat in einem Arbeitsgang. So kann mit dem Streifenlockerer während einer Überfahrt, die Räumung der Erntereste aus der Reihe, die Bodenlockerung und Düngung unter den Saatreihen, gelockerte Streifen einebnen und Schlitze schließen, Rückverfestigung und Herstellung des Bodenschlusses und die Saatgutablage und Einbettung vorgenommen werden.
9. Beim intensiven Strip Till Verfahren wird lediglich die Grundbodenbearbeitung streifenweise durchgeführt. Nach der Vorfruchternte kann bei ungleicher Strohverteilung und heterogenen Flächen eine flache Stoppelbearbeitung vorgenommen werden. Im Herbst erfolgt die Streifenbearbeitung die je nach Kultur unterschiedlich breit und tief sein kann (rund 20 cm). Im Frühjahr kann kurz vor der Saat oder Pflanzung eine zweite flachere Bearbeitung der bereits im Herbst gelockerten Streifen durchgeführt werden.
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