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Ackerbau

Top-Trends bei selbstfahrenden Pflanzenschutzspritzen

© Hardi
von , am
18.06.2015

Größer, breiter, schlagkräftiger. Selbstfahrer-Spritzen werden durch technische Entwicklungen zunehmend effizienter. Die aktuellen Trends erfahren Sie hier:

Die Condor SF-Feldspritze kann nun auch mit einer Bodenfreiheit von zwei Metern geliefert werden. © Agrifac
Bei selbstfahrenden Pflanzenschutzspritzen führt man große Mengen an Spritzbrühe mit, um höhere Flächenleistungen zu ermöglichen. Durch die großen Tankvolumen der Vorratsbehälter kann man den Zeitaufwand deutlich reduzieren. Doch nicht nur große Tanks führen zu mehr Wirtschaftlichkeit. Technische Parameter wie GPS-Steuerung oder SectionControl spielen hierbei eine ebenso große Rolle.
 
Die Redakteure der AGRARTECHNIK haben sich bei den Herstellern über die verwendeten Tanks und weitere technische Trends der High-End-Maschinen erkundigt.

Vorratsbehälter: Zukünftiges Tankvolumen begrenzt

Derzeit sind Behältervolumina von bis zu 6.200 Liter auf zwei Achsen Stand der Technik. Die maximale Größe der Behältervolumina wird durch das zulässige Gesamtgewicht beziehungsweise die zulässige Achslast nach StVZO vorgegeben. Denn auch ein Selbstfahrer muss immer noch legal über die Straße fahren können.
 
8.000-Liter-Behälter werden zwar an Bedeutung gewinnen, jedoch sind für zweiachsige Fahrzeuge mit dieser Menge die Grenzen der StVZO erreicht. Die höheren Stückzahlen werden eher bei mittleren Größen um 4.000 Liter liegen, die dann auch eine höhere Bodenfreiheit haben, wie mehrere Hersteller meinen.

Restmenge möglichst gering halten

Damit die Restmenge möglichst gering bleibt, spielt die Tankform und eine optimale Schlauchverlegung die entscheidende Rolle. Man strebt entsprechend geformte Behälterböden mit "Sumpf" in Kombination mit einer aufgeräumten, kurzen Verschlauchung an. So wird auch in unebenem Terrain der Tank sicher geleert, was die Reinigung erleichtert. Auch eine tiefe Auslauföffnung hilft, dass der Behälter komplett leer laufen kann.

Trends bei Reinigungssystemen

Die Reinigung des Behälters und der Spritzleitung kann man meist fernbedient aus der Kabine über das Terminal starten. Der Vorgang selbst ist unter anderem mittels Hochleistungs-Reinigungsdüsen im Tank und Gestängespülung möglich.
 
Weitere angebotene Systeme umfassen die kontinuierliche Tankinnenreinigung mit separater Reinigungspumpe, Automatikprogramme, die rotierende Rühr- und Reinigungswelle (RRW) oder auch das automatische CCS (Continuous Cleaning System) Reinigungssystem.

Automatisierte Dokumentation, Drohnen und Sensornutzung

Bei den technischen Trends setzen viele Hersteller in Zukunft vermehrt auf automatisierte Dokumentation. Hierzu gehören Farm Management-Systeme und Schlagkartei. Die Nutzung von Sensoren für die zielgerichtete Applikation hat man ebenfalls noch nicht ausgereizt. Einen interessanten Ansatz bieten hier zudem die vermehrt vorgestellten Drohnen. Immer wichtiger bei den Selbstfahrern wird zudem die Gestänge-Beleuchtung.

Düsentechnik weiterentwickeln

Im Bereich der Applikationsqualität hat die Düsentechnik in den vergangenen Jahren wesentliche Fortschritte gemacht. In der Konsequenz wird die Möglichkeit automatisch zwischen den Düsen zu wechseln in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen, wie ein Hersteller meint. Eingebettet wird dies mit weiterem Informationsbedarf, etwa zu momentanen Wetterbedingungen, um die Priorität der Schläge in der Planung mit einzubeziehen.

Spurverstellung und höhere Bodenfreiheit

Für einige der Hersteller ist die wichtigste optionale Ausstattung die Spurverstellung, denn so ist der Selbstfahrer gegenüber dem Schlepper und der Anhängespritze bei wechselnden Kulturen und Betrieben klar im Vorteil. Zudem werden sich Selbstfahrer mit einer höheren Bodenfreiheit weiter durchsetzen, meinen die Experten.

Selbstfahrende Pflanzenschutzspritzen: Ein Marktüberblick

Auf der Agritechnica 2015 in Hannover stellte Kverneland die iXdrive 4240 und 5240 vor. Kverneland entwickelt sich mit der Einführung der selbstfahrenden Pflanzenschutzspritze zum Full-Liner bei Pflanzenschutztechnik. © Kverneland
Die Selbstfahrer-Spritze PT 280 von Leeb bringt es auf 36 m Arbeitsbreite bei einem Tankinhalt von 8.000 l. © Horsch Leeb
Die Agrifac Condor SF-Feldspritze kann mit einer Bodenfreiheit von zwei Metern ausgeliefert werden. © Agrifac
Für Anwendungen in hohen Maisbeständen oder in Sonnenblumen bietet Amazone jetzt den Pantera 4502-H mit einem hydraulisch höhenverstellbaren Fahrwerk an. © Amazone
Die automatische Gestängeführung ist ebenso wie die automatische Teilbreitenschaltung Standard bei den Selbstfahrspritzen der Firma Bräutigam. © Bräutigam
Der neue Selbstfahrer Striker von Caffinis ist für den Pflanzenschutz auf großen Flächen ausgelegt. © Caffini
Der Alpha evo von Hardi, ein leichter und wendiger Selbstfahrer. Laut Hersteller ist er ideal für Reihenkulturen, die eine hohe Bodenfreiheit verlangen. © Hardi
Die Selbstfahrerspritze Laser von Tecnoma gibt es mit Behältervolumen von 3.200, 4.200 und 5.200 Liter. Die Modellreihe wird mit sechs-Zylinder-Motoren von Deutz mit 180, 210 oder 240 PS angetrieben (abhängig vom Behältervolumen). © Tecnoma
Im März verkündete John Deere, dass der Konzern ein Joint Venture mit dem US-Spezialisten für selbstfahrende Spritzen, Hagie, eingeht. Auf dem Bild ist die neue Spritze DTS 10 von Hagie. © Hagie
Die Damman-tracs DT 2500H und DT 2800H EcoDrive haben jetzt ein Fassvolumen von 7.000 Litern. © Dammann
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