Login
Ernte und Transport

traction-Test: Mähdrescher Rostselmash Torum 760

von , am
08.09.2014

Der Mähdrescher Rostselmash Torum 760 tritt im umkämpften Rotorsegment gegen starke Wettbewerber an. Wie gut das gelingt, sehen sie im Test des Landtechnikmagazin traction.


Die Nachricht schlug vor wenigen Monaten ein wie eine Bombe: Egenolf wird Generalimporteur des russischen Landmaschinenriesen Rostselmash. Bis dato wagte sich kein Hersteller des größten Landes der Erde auf mitteleuropäisches Terrain - jedenfalls nicht im großen Stil. Die traction-Redakteure haben das Topmodell der Mähdrescherflotte aus Rostov am Don, den Torum 760, in Raps und Triticale begutachtet.
 
Dabei stand auch diese Frage im Raum: Passt ein russischer Mähdrescher auf einen mitteleuropäischen Hochertragsstandort? Schließlich liegen die Getreideerträge in Russland selten höher als 5 t/ha, bei entsprechend geringen Strohmengen. Andererseits sind die russischen Maschinen für deutlich höhere Saisonleistungen und wesentlich längere Lebensleistungen gebaut. Und sie haben einen weiteren Vorteil: Sie sind relativ einfach zu reparieren.

Kernelemente des Rostselmash Torum 760: Single-Rotor, drehender Korb

Markantes Kernelement des Torum 760 ist der Single-Rotor mit aktiv und entgegengesetzt drehendem Korb - das ist einzigartig in der westlichen Hemisphäre. Durch die Bauweise soll die Abscheideleistung erhöht werden. Mit 76,2 cm Durchmesser und 3,20 m Länge liegt der Rotor auf Klassenniveau, auch die Korbfläche von 5,4 Quadratmetern passt da gut hinein. Klassisch ist der dreiteilige Rotoraufbau mit Zuführzone, Druschzone und Abscheidezone. Die Rotordrehzahl lässt sich über einen Variator mit Walterscheid-Getriebe stufenlos zwischen 250 und 1.000 U/min verstellen, der Korb dreht mit rund 8 U/min aktiv dagegen. Schlagleisten und Fingerrührwerke lassen sich von Hand verstellen.

Schwachpunkt des Mähdreschers: Strohhäcksler

Weniger angetan waren die traction-Redakteure von der Performance des 76-Messer-Strohhäckslers des Rostselmash Torum 760. So war die Querverteilung noch sehr ungleichmäßig, was sich vor allem beim Drusch quer zum Hang deutlich zeigte. Hier muss der Hersteller schnell nachbessern, was die Wurfweite und auch die Übergabe des Strohs vom Rotor an den Häcksler betrifft.
 
Positiv fiel dagegen die elektrische Leitblechverstellung auf, die der Torum 760 serienmäßig mitbringt. 

Auch interessant