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Ackerbau

Traktionsverstärker (Teil 1): So funktioniert die Technik

© Matthias Mumme/traction
von , am
12.11.2014

Bodenbearbeitung mit mehr Leistung und weniger Verbrauch: Das bringen Traktionsverstärker. Wir erklären, wie die Technik für mehr Grip funktioniert.

Traktionsverstärker reduzieren den Dieselverbrauch und man kann auf leistungsschwächere Zugschlepper zurückgreifen. © Matthias Mumme/traction
Geht es darum, eine effiziente Bodenbearbeitung bei möglichst geringem Kraftstoffverbrauch und niedrigen Schlupf zu erreichen, sind hydraulische Traktionsverstärker eine optimale Lösung. Das Magazin tractionerklärt, wie sie funktionieren, und wo der Vorteil von Dreipunktsystemen gegenüber Systemen mit Deichselsystem liegt. In Teil 2 zu diesem Thema berichten wir, welcherHersteller welche Lösungen zu welchem Preis anbietet.

Traktionsverstärker: Diese Technik steckt dahinter

Was die technische Umsetzung anbelangt, so werden heute zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze angeboten:
 
1: Übertragungeines Teils des Gerätegewichts auf den Traktor durch Zug am Oberlenker:
 
Bei dieser Variante wird über "Umwege" Druck auf die Unterlenker übertragen, sodass die Hinterachslast steigt. Für dieses System werden folglich die drei Koppelpunkte der Unterlenker und des Oberlenkers benötigt. Der Hydraulikzylinder ist entweder liegend auf der Gerätedeichsel (zum Beispiel Lemken, Pöttinger) oder als hydraulischer Oberlenker (zum Beispiel Köckerling, Gassner) verbaut.
 
2: Übertragung eines Teil des Gerätegewichts auf die Traktorhinterachsedurch einen drückenden Deichselzylinder:
 
Dieser kommt in der Regel bei einer Anhängung im Zugpendel oder im Kugelkopf zum Einsatz, also ohne Heckdreipunkt. Beispiele dafür sind:
Eine Sonderstellung nimmt der stehende Hydraulikzylinder mit Umlenkwippe an den Pöttinger-Anbauvolldrehpflügen ein.

Gewichtsübertragung: Vorteilhaft über drei Punkte

Der Vorteilder Gewichtsübertragung über drei Punkte (Unterlenkertraverse plus Oberlenker) besteht darin, dass der Drehpunkt für den Krafteintrag direkt hinter dem Traktor und damit weit weg vom Gerät liegt. So besteht ein geringeres Risiko, dass bei Einsatz des Traktionsverstärkers im vorderen Bereich des Zinkenfelds flacher gearbeitet wird.
 
Bei Systemen mit Deichselzylinder am Drehpunkt Deichsel zu Grubberrahmen muss der Fahrer stärker darauf achten, dass das Gerät vorn gut einzieht und genauso tief arbeitet wie hinten. Dafür kann der Bodenkontakt der vorderen Stützräder als Orientierung dienen.
 
BeimPflug besteht allgemein weniger Gefahr, dass der Traktionsverstärker das Gerät in Arbeitsstellung teilweise aushebt.
 
Wie viel Gewicht vom Gerät auf den Traktor übertragen werden kann, ist je nach Hersteller unterschiedlich und hängt zudem von der Arbeitsbreite des Geräts sowie dem Bodenzustand und der Arbeitstiefe ab. Vorteilhaft ist dabei eine Regelung des Zylinderdrucks per Drehpoti, wie es beispielsweise bei Lemken oder Kerner möglich ist. Dadurch lässt sich feinfühliger als direkt per Steuergerät auf unterschiedliche Einsatzverhältnisse reagieren.

Lemken: Technik für die tiefe Bodenbearbeitung

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