Login
Ackerbau

Traktionsverstärker (Teil 1): So funktioniert die Technik

Externer Autor
am
12.11.2014

Bodenbearbeitung mit mehr Leistung und weniger Verbrauch: Das bringen Traktionsverstärker. Wir erklären, wie die Technik für mehr Grip funktioniert.

Geht es darum, eine effiziente Bodenbearbeitung bei möglichst geringem Kraftstoffverbrauch und niedrigen Schlupf zu erreichen, sind hydraulische Traktionsverstärker eine optimale Lösung. Das Magazin traction erklärt, wie sie funktionieren, und wo der Vorteil von Dreipunktsystemen gegenüber Systemen mit Deichselsystem liegt. In Teil 2 zu diesem Thema berichten wir, welcher Hersteller welche Lösungen zu welchem Preis anbietet.

Traktionsverstärker: Diese Technik steckt dahinter

Was die technische Umsetzung anbelangt, so werden heute zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze angeboten:
 
1: Übertragung eines Teils des Gerätegewichts auf den Traktor durch Zug am Oberlenker:
 
Bei dieser Variante wird über "Umwege" Druck auf die Unterlenker übertragen, sodass die Hinterachslast steigt. Für dieses System werden folglich die drei Koppelpunkte der Unterlenker und des Oberlenkers benötigt. Der Hydraulikzylinder ist entweder liegend auf der Gerätedeichsel (zum Beispiel Lemken, Pöttinger) oder als hydraulischer Oberlenker (zum Beispiel Köckerling, Gassner) verbaut.
 
2: Übertragung eines Teil des Gerätegewichts auf die Traktorhinterachse durch einen drückenden Deichselzylinder:
 
Dieser kommt in der Regel bei einer Anhängung im Zugpendel oder im Kugelkopf zum Einsatz, also ohne Heckdreipunkt. Beispiele dafür sind:
Eine Sonderstellung nimmt der stehende Hydraulikzylinder mit Umlenkwippe an den Pöttinger-Anbauvolldrehpflügen ein.

Gewichtsübertragung: Vorteilhaft über drei Punkte

Der Vorteil der Gewichtsübertragung über drei Punkte (Unterlenkertraverse plus Oberlenker) besteht darin, dass der Drehpunkt für den Krafteintrag direkt hinter dem Traktor und damit weit weg vom Gerät liegt. So besteht ein geringeres Risiko, dass bei Einsatz des Traktionsverstärkers im vorderen Bereich des Zinkenfelds flacher gearbeitet wird.
 
Bei Systemen mit Deichselzylinder am Drehpunkt Deichsel zu Grubberrahmen muss der Fahrer stärker darauf achten, dass das Gerät vorn gut einzieht und genauso tief arbeitet wie hinten. Dafür kann der Bodenkontakt der vorderen Stützräder als Orientierung dienen.
 
Beim Pflug besteht allgemein weniger Gefahr, dass der Traktionsverstärker das Gerät in Arbeitsstellung teilweise aushebt.
 
Wie viel Gewicht vom Gerät auf den Traktor übertragen werden kann, ist je nach Hersteller unterschiedlich und hängt zudem von der Arbeitsbreite des Geräts sowie dem Bodenzustand und der Arbeitstiefe ab. Vorteilhaft ist dabei eine Regelung des Zylinderdrucks per Drehpoti, wie es beispielsweise bei Lemken oder Kerner möglich ist. Dadurch lässt sich feinfühliger als direkt per Steuergerät auf unterschiedliche Einsatzverhältnisse reagieren.

Lemken: Technik für die tiefe Bodenbearbeitung

Auch interessant