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Stoppelbearbeitung

Trend: Zinkenwerkzeuge für die flache Bodenbearbeitung

am Donnerstag, 11.06.2020 - 16:19 (Jetzt kommentieren)

In letzter Zeit erleben Zinkenwerkzeuge für die flache Bodenbearbeitung eine Renaissance. Sie sind universell einsetzbar, helfen bei der mechanischen Unkrautbekämpfung und stellen geringe Ansprüche an den Schlepper.

Der klassische Federzinken ist in den letzten 15 Jahren etwas ins Abseits geraten. Der Hauptgrund dafür war der Siegeszug der von einigen Seiten vorschnell als Modeerscheinung verurteilten Kurzscheibenegge, die auch den klassischen zweibalkigen Grubber nahezu aus der Stoppelbearbeitung verdrängt hat.

Krümeln und Lüften

Warum auf Federzinken anstelle von Scheiben setzen? Das hängt vom Standort und den Befindlichkeiten des Betriebsleiters ab:

  • Kurzscheibeneggen arbeiten schneidend und gelten daher als Vermehrer von Wurzelunkräutern.
  • Unter feuchten Einsatzbedingungen können sich Scheiben auf bindigen Böden mit Erde zusetzen.
  • Ist der Boden zu nass, können Kurzscheibeneggen Verdichtungszonen (Schmierhorizont durch Glättkelleneffekt) hinterlassen.
  • Die Krümelung von Kurzscheibeneggen verschlechtert sich, je schwerer und je nasser der Boden ist.

Wenn von Federzinken gesprochen wird, so ist meist der klassische S-Zinken gemeint. Während er bei Schwergrubbern aus einem Quadratprofil besteht, kommen bei Großfederzinkeneggen und Flachgrubbern überwiegend Blattfederprofile zum Einsatz.

Das Zinkenwerkzeug ist entscheidend

Für die Stoppelbearbeitung sind klassische Zinkeneggen wenig geeignet, da durch den engen Strichabstand und den niedrigen Rahmen zu wenig Durchgang vorhanden ist. Zudem sind die Zinken häufig zu schwach, um in festen, nicht vorgearbeiteten Boden einzudringen und den Belastungen standzuhalten.

Großfederzinkeneggen stellen einen fließenden Übergang zwischen Spezialgerät für die Saatbettbereitung und zusätzlicher Eignung für die Stoppelbearbeitung dar.

Sowohl Großfederzinkeneggen wie auch die meisten Federzinken-Flachgrubber können mit steil angestellten Schmalscharen, die aggressiver krümeln, auch für die Saatbettbereitung nach Grubber oder Pflug verwendet werden.

Zinken mit neuem Design

Nicht selten trifft man auf spezielle, teils einzigartige Zinkenformen. Väderstad positioniert den Zinkenkopf seiner Federzinken beim Swift-Flachgrubber beispielsweise abwechselnd vor und hinter dem Trägerrahmen, wobei der Kopf aus einer 540-Grad-Windung besteht und der Zinken im weiteren Verlauf unter dem Rahmen durchgeführt wird. Durch die wechselweise Anordnung wird mehr Materialdurchgang erzielt.

Horsch hat beim aufgesattelten Cruiser XL die Idee des vor dem Balken liegenden Zinkenkopfes aufgegriffen und weiterentwickelt. Die Besonderheit: Der Zinken wird im weiteren Verlauf nicht unter, sondern über den Rahmen geführt. Das verschafft dem Cruiser XL mehr Freiraum unterhalb des Zinkenkopfes und dadurch mehr Durchgang. Der Federzinken erhält so ein ungewöhnlich langes Design.

Scharfer Schnitt vor dem Zinkenwerkzeug

Schneidende Werkzeuge vor den Federzinken lassen viel organischer Masse zu. Als Vorreiter bot Kerner den Stratos mit Messerwalzen und Wellenscheiben an. Diese schneiden Pflanzenreste sowohl in Quer- als auch Längsrichtung. Im Anschluss wird die organische Masse von den Zinken in die Erde eingemischt. Lemken setzt in diesem Verfahren auf eine Kurzscheibenegge, die im Koralin integriert ist und Köckerling bietet eine Messerwalze an.

Weitere Informationen zu Flachgrubbern sowie eine Marktübersicht finden Sie in der agrarheute-Printausgabe 06/2020. 

Flachgrubber: Neue Technik für die flache Bodenbearbeitung

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