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DLG-Umfrage Bodenbearbeitung

Trends beim Grubber: Mehrbalkigkeit, höhere Schlagkraft

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
02.06.2016

Einfachere Grubberbauformen werden zunehmend von mehrbalkigen Grubbern abgelöst. Das ergab eine aktuelle DLG-Umfrage unter 274 Landwirten. Wohin geht die Entwicklung noch?

Im Rahmen eines PraxisMonitors hat die DLG insgesamt 274 Toplandwirte zu Trends beim Einsatz von Bodenbearbeitungstechnik befragt. Die Landwirte bewirtschaften insgesamt eine Fläche von fast 67.000 ha, was einem Durchschnitt von 244 ha pro Betrieb entspricht. Bei den Grubbern sind

  • Lemken (20,3 %),
  • Köckerling (17,1 %) und
  • Horsch (15,5 %)

die drei am häufigsten genannten Hersteller.

Die Arbeitsbreite der Grubber liegt im Schnitt bei 3,7 m, die durchschnittliche Balken- bzw. Zinkenanzahl beträgt 3,11 bzw. 12,90.

Mittlere Arbeitsbreite liegt bei 3m

Das Gros der Geräte in der DLG-Umfrage hat weiterhin eine Arbeitsbreite von 3 m. Das dürfte laut DLG unter anderem der Tatsache geschuldet sein, dass heute oftmals beim Grubbern deutlich höhere Arbeitsgeschwindigkeiten gefahren werden, als dies noch vor zehn bis 15 Jahren der Fall war - die Schlagkraft also bei gleicher Arbeitsbreite deutlich gesteigert werden konnte.

Andererseits wurden im gleichen Zeitraum die Grubber an sich schwerer (stabiler, mehr Balken und Werkzeuge mit höheren Standzeiten) und sind daher für höhere Arbeitsgeschwindigkeiten und somit für höhere Flächenleistungen ausgelegt.

Zudem müssen breitere Grubber für die Straßenfahrt geklappt werden. Das Klappen ist nicht nur konstruktiv aufwendig, es muss dann auch entsprechend bezahlt werden. So überlegt es sich jeder Betrieb sicherlich gründlich, bevor er ins Segment der "Geklappten" wechselt, die dann auch nochmal deutlich mehr an Gewicht auf die Waage - und damit auch auf den Dreipunkt zu bringen sind, wenn sie nicht gar über ein eigenes Fahrwerk verfügen.

Trend geht zur 'Mehrbalkigkeit'

Der Trend zur "Mehrbalkigkeit" zeigt laut DLG, dass die Landwirte intensiver grubbern wollen als noch vor wenigen Jahren. Je mehr Balken und Zinken im Eingriff sind, desto intensiver ist in der Regel die Vermischung des Bodens bzw. das "Vergraben" von Rückständen. Für die bessere Einarbeitung von Ernterückständen und anderem organischem Material nehmen die Landwirte anscheinend in Kauf, dass sich der Grubber dann nicht unbedingt leichter ziehen lässt als das weniger aufwendige Vorgängermodell.

Weiterhin weise dies darauf hin, dass viele Landwirte beim Grubbern schon die Saatbettbereitung im Hinterkopf haben. Sie wollen möglichst keine weiteren Arbeitsgänge mit einer Egge etc. und streben mit zwei, maximal drei Überfahrten ein akzeptables Saatbett an. Zusätzlich werden sicherlich dabei phytosanitäre Aspekte verstärkt gesehen.

Auf einigen Betrieben wird im Rahmen des konservierenden Ackerbaus dadurch der Boden mit dem Grubber so intensiv bearbeitet, dass die Intensität an die Pflugarbeit heranreicht. So wird der Grubber zu einer "Alternative" zum Pflug mit dem Vorteil der intensiven Bodendurchmischung.

Spitz- und Flügelschare dominieren

Betrachtet man bei den heute im Einsatz befindlichen Grubbern die angebauten Scharformen, fällt laut DLG auf, dass Spitz- und Flügelschare dominieren.

  • Das Einsatzfeld der Spitzschare dürfte dabei die überwiegende Domäne der tieferen Bearbeitung sein, während
  • Flügelschare mehr in der flachen Bodenbearbeitung zu finden sein dürften.
  • Auch Doppelherzschare erfreuen sich weiterhin einer gewissen Beliebtheit. Stimmt bei ihnen die Arbeitsqualität nicht mehr, kann man sie einfach umdrehen - ein sehr wirtschaftlicher Weg.

Immerhin knapp 19 Prozent der befragten Landwirte geben an, dass ihr Grubber über ein Scharwechselsystem verfügt. Hier wäre es interessant zu wissen, ob es sich bei ihnen um ein Schnellwechselsystem handelt bzw. ob der Scharwechsel von flacher zu tieferer Bearbeitung auch wirklich durchgeführt wird, oder ob man eine Scharbauform universell einsetzt und das Wechselsystem nur im "Scharverschleißfall" nutzt.

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