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Ackerbau

Trends bei Dungstreuern: Präzision und Schlagkraft

von , am
13.09.2013

Auch beim Ausbringen von festen organischen Düngern fordern die Kunden Genauigkeit, Dokumentation und Bedienkomfort. Die Hersteller haben sich bei ihren Dung- und Universalstreuern darauf eingestellt.

Die Landwirtschaft und das Trinkwasser. Das waren gestern Abend die Hauptthemen in der Sendung 'Quer'. © Werkbild
Der Markt im Bereich der Ausbringtechnik für Festmist ist in 2012 und im ersten Halbjahr 2013 stabil geblieben. Robert Mäusle, Lely, erwartet in den nächsten zwölf Monaten einen weiterhin stabilen, gleichbleibenden Markt.
 
Im Jahr 2012 und auch im ersten Halbjahr 2013 konnte Bergmann eine Steigerung der Streuer-Umsätze erzielen und geht auch im kommenden Jahr von einem guten Absatz mit leicht steigender Tendenz aus. "Die allgemeine Stimmung bei den Kunden beurteilen wir derzeit als eher abwartend bis leicht zuversichtlich", so Viktor Ripke, Bergmann. "Weiterhin arbeiten viele Lohnunternehmer an der Optimierung der Logistikkette."
 
Bei Strautmann spricht man bei den Dung- und Universalstreuern insgesamt von einem stabilen Markt, bei dem sich die deutliche Verschiebung des Absatzes zu größeren Modellen fortsetzt. "So gehen wir auch im kommenden Jahr von einem konstant guten Absatz aus. Die größere Anzahl auszubringender Güter in großen Massen erklärt die guten Absatzzahlen", erläutert Martin Steinmeier, Strautmann. "Mit unserem um die PS- Baureihe erweitertem Produktprogramm erwarten wir einen deutlich steigenden Absatz. Diese Baureihe ist für diesen Trend exakt die richtige Maschine. Allgemein ist eine stetig verbesserte Stimmung im Markt festzustellen. So erwartet Strautmann für das kommende Jahr eine deutliche Umsatzsteigerung durch Universalstreuer."
 
Auch bei Fliegl ist man im Bereich Festmist optimistisch. Dort hat es eine kleine Steigerung der Verkaufszahlen gegeben. "Die Erwartungen für die kommenden Monate sind mindestens gleichbleibend, auf keinen Fall schlechter, eher mehr", meint Bernhard Berger, Fliegl. "Die Kunden zeigen nach wie vor eine gute Investitionsbereitschaft."
 
"Im Festmistbereich haben sich ebenfalls neue Kunden aufgetan", stellt Valery Bailly, Joskin, fest. "So zum Beispiel die Biogasbetreiber, die mit Separatoren arbeiten und das Substrat per Universalstreuer ausbringen. Die Investitionsbereitschaft der Landwirte ist da; allerdings, und glücklicherweise, werden keine unüberlegten Käufe getätigt; die letzte Krise ist noch aktiv verankert, von daher wird gut überlegt investiert, und auch per Prioritätsliste verfahren."

Streusysteme

Tebbe wendet sich mit seinen angehängten und Aufbaustreuern an Lohnunternehmen und größere landwirtschaftliche Betriebe. © Werkbild
Bei den Wünschen der Kunden hinsichtlich der Streusysteme sehen die Hersteller unterschiedliche Entwicklungen. "Die meisten Verkaufszahlen werden bei unserer Produktpalette nach wie vor im sogenannten Miststreuwerk mit vier stehenden Walzen erzielt", berichtet Robert Mäusle. "Es ist aber zu merken, dass der Profilandwirt auch die Mehrkosten für ein Universal-Breitstreuwerk bereit ist zu investieren, diese Stückzahlen haben deutlich zugenommen. Das Streuwerk mit zwei liegenden Walzen hat fast keine Bedeutung mehr.
 
Bei den Universalstreuern steht bei den Kunden von Strautmann das Zwei-Teller-Breitstreuaggregat im Vordergrund. Hier bietet Strautmann höchste Präzision und Schlagkraft. Das ist das, was die Kunden auch verlangten: Vielseitiger Einsatz, präzises Streubild bei allen Streugütern und hohe Schlagkraft. "Bei der Genauigkeit der Breitverteilung bestätigen uns unsere Kunden unsere Messungen und sind mit dem Variationskoeffizienten sehr zufrieden. Präzision des Streubildes steht bei den Strautmann- Streuern ganz vorne an."
 
Bei Bergmann werden von den Kunden Systeme der Breitverteilung verlangt. "Tendenziell werden die größeren Fahrzeuge eher mit den genauen Tellerstreusystemen, die kleineren Fahrzeuge eher mit dem einfachen Vier-Walzen- Streuwerk nachgefragt", so Viktor Ripke. "Bergmann bietet in den Gewichtsklassen von acht bis 24 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht Dungstreuer und auch Universalstreuer mit verschiedenen DLG-geprüften Streuwerken an. Die Ansprüche an Ausbringtechnik sind gestiegen. Unser Schwerpunkt liegt auf der Verteilgenauigkeit/der Verteilqualität - dies haben wir im Jahr 2011 auch schon mit der umfangreichen Prüfung unserer Streuwerke im DLG-Fokustest umgesetzt - sowie auf der IT- und Automatisierungstechnik als Grundlage für Verteilgenauigkeit und geforderte Dokumentation der Ausbringmenge. Aber auch Verteilgenauigkeit in Verbindung mit hoher Durchsatzleistung, um den immer noch weiter steigenden Schlepperleistungen gerecht zu werden, ist ein wichtiger Aspekt der Kundenanforderungen."

Komplettes Programm für bearbeitende Märkte

Die Briri-Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH aus Bawinkel als Spezialist für die organische Düngung bietet Streuer in den Gewichtsklassen 6,5 bis 20 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mit verschiedenen DLG-geprüften Streuwerken, auch für den professionellen überbetrieblichen Einsatz an. "Hier werden für die kontrollierte grenznahe Verteilung von Streugütern spezielle Grenzstreueinrichtungen für die Breitstreuwerke verstärkt nachgefragt", berichtet Eduard Leuermann, Briri.
 
Neben kleinen Streuern mit vier stehenden Walzen bis zu Profigeräten mit Breitstreuwerk, von Güllewagen mit "einfachen" Prallkopfverteilern bis zur bodennahen Ausbringung über Schleppschlauch, Grubber und anderes mehr bietet Kirchner auf den bearbeiteten Märkten ein komplettes Programm. "Dabei ist aber, unabhängig vom Ausbringsystem/Streuwerk, ein klarer Trend in Richtung exakte und feine Verteilung festzustellen", betont Thomas Kirchner. "Daher arbeiten wir auch bei allen Systemen weiterhin an einer Optimierung der Ausbringung, auch wenn es immer schwieriger wird, größere Verbesserungen zu erzielen. Bei den Fahrzeugen selbst entwickelt sich der Markt immer mehr zu kompletten Ausrüstungen. Sowohl bei Profigeräten als auch kleinen Maschinen fordern Kunden daher einen möglichst hohen Benutzerkomfort und umfangreiche Ausstattung. Zwangslenksysteme werden von uns in zwei Varianten angeboten, entweder als rein hydraulisches System oder Mikroprozessor gesteuerte Anlagen. Vor allem Tridemfahrzeuge werden fast ausschließlich nur mehr mit Zwangslenkung geordert."

Precision Farming

Festmist von Huf- oder Klauentieren, feste Gärrückstände oder Komposte, dürfen in der Zeit vom 15. November bis zum 31. Januar nicht aufgebracht werden. © Werkbild
Um den heutigen Nachweispflichten hinsichtlich CrossCompliance gerecht zu werden, können Bergmann Universalstreuer mit einem ISOBUS-TaskController ausgeliefert werden, der es ermöglicht, sämtliche relevanten Daten - wie Uhrzeit, Datum in Verbindung mit Soll- und Ist-Streumenge - (GPS)-positionsgenau zu dokumentieren und im genormten ISOXML-Format an das hofeigene Farmmanagement-System zurück zu geben. Natürlich ist es auch möglich, anhand von Streukarten (Format ISOXML) GPS- gesteuert sämtliche Streugüter auszubringen. Auch ein ISOBUS-Wiegesystem ist möglich.
 
Joskin ermöglicht die elektrische Verwaltung des Streuens mit dem System DPA ISOBUS, welches eine Wiegevorrichtung des geladenen Gutes beinhaltet. Sobald der Fahrer Informationen über Beladung und Ausbringmenge in das Bedienterminal eingegeben hat, wird die Bedienung des Transportbodens automatisch verwaltet. Die Regulierung geschieht in einem geschlossenen Kreislauf und die Geschwindigkeit des Förderbandes wird durchgehend kontrolliert.
 
Mit der neuen PS-Baureihe bringt Strautmann einen neuen Universalstreuer für professionelle Lohnunternehmer und Großbetriebe auf den Markt. Mit zwei Baugrößen mit 22 und 34 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und Volumen von 20 bis zu 33 Kubikmeter sind zwei Alternativen auf dem Markt. Mit dem PS 3401 präsentierte Strautmann das Top- Modell der Baureihe. Ein Streuer mit größter Schlagkraft auf einem hydropneumatischem Fahrwerk. Natürlich ist dieser optional mit einer Wiegeeinrich - tung und ISOBUS auszustatten. Der Universalstreuer PS 2201 mit 22 Tonnen Gesamtgewicht hat die gleiche Bauart wie der größte Typ 3401, unterscheidet sich lediglich in der Länge der Wanne und dem Fahrwerk. Das Streuwerk der kompletten PS-Baureihe überzeugt vor allem mit Zuverlässigkeit und geringem Wartungsaufwand.
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