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Ackerbau

Trends in der Sätechnik: Die Saat macht den Ertrag

von , am
23.05.2014

Auch in der Sä- und Düngetechnik bestimmen Technologien zur Steigerung der Effizienz die Entwicklung. Elektronische Steuer- und Regeleinrichtungen sind auf allen neuen Sämaschinen zu finden.

© Werkbild
Der Einsatz von Elektronik nimmt auch in der Sätechnik ständig zu, bestätigen alle Hersteller im Gespräch mit der Fachzeitschrift Agrartechnik. Die wesentlichsten Neuerungen im Bereich der Elektronik bei der Sätechnik werden Fahrgasseneinstellungen, elektrische Dosierantriebe und die GPS-gestützte, ertragskartierte Aussaat sein."Der Trend geht ganz klar zu hochauflösenden Displays, die immer mehr Funktionen vereinen. Schlagworte wie Vorgewendemanagement, teilflächenspezifisches Säen und Dokumentation sind hier zu nennen", erläutert Patrick Preußker, Väderstad. "Der Trend geht unserer Meinung nach weg von maschinenspezifischen Terminals hin zu Konsumelektronik wie dem iPad oder ISOBUS-fähigen Universal-Terminals."
 
"Neben unserer automatischen Teilbreitenschaltung GEOcontrol, sind wir nun einen Schritt weiter zur Präzisionslandwirtschaft gegangen", berichtet Andreas Potthast, Kverneland. "Unter dem Namen GEOseed verkaufen wir eine Technik, die es uns ermöglicht, jedem Saatkorn eine eigene GPS-Koordinate zu vergeben. Das bedeutet, wir sind im Bereich der Einzelkornsaat dazu in der Lage, Parallel- oder Dreiecks-Verbände zu legen. Das System bietet neben besseren Standraumverteilungen auch ganz neue Möglichkeiten für den ökologischen Anbau, wenn wir beispielsweise an ein Hacken quer zur Fahrtrichtung denken." Die Kverneland Group setzt auch in Zukunft weiter voll auf eine ISOBUS-Steuerung. Diese ist Serie, sobald sich ein Landwirt für einen elektrischen Antrieb entscheidet. Somit kann der Kunde sein schleppereigenes ISOBUS-Terminal für die Steuerung des Anbaugerätes nutzen.
 
"Im Bereich Elektronik sind speziell in den letzten Jahren sehr viele Neuerungen in die Drilltechnik eingeflossen", bestätigt Michael Braun, Horsch."SectionControl und VariableRate sind nur zwei Beispiele. Zum Punkt Neuerungen sollte auf jeden Fall die Einzelkorntechnik für Raps und Getreide aus unserem Hause angesprochen werden. Diese neue Technik ist in der Lage, Kornfrequenzen bis 120 Hz zu erreichen und somit Getreide bei praxisüblichen Fahrgeschwindigkeiten zu vereinzeln."

Vielseitiger Einsatz gefordert

Die Universaldrillmaschine Eros von Kerner ist mit einer sehr leichtzügigen, zweireihigen Kurzscheibenegge ausgestattet. Arbeitsbreiten von drei bis sechs Meter werden angeboten. © Werkbild
Mulchsaat ist Stand der Technik. Bei hoher Fahrgeschwindigkeit fordert sie höhere Schardrücke mit Doppelscheibenscharen. Die Doppelscheibenschare werden bei allen Herstellern am häufigsten verlangt. "Bei den Gesprächen, die wir mit unseren Kunden führen, geht der Trend ganz klar in Richtung Mulchsaat- taugliche Maschinen mit Rollscharen", betont auch Jürgen Gerstmeier, Kerner Maschinenbau.
 
{BILD:610163:jpg}"Intensive getreidestarke Fruchtfolgen mit und ohne Mais und die sehr unterschiedlichen Witterungsbedingungen der letzten Jahre zeigen, wie schwierig es ist, immer das Richtige zu tun", umreißt Rainer Krug die Situation. "Die standorttypischen Faktoren, wie zum Beispiel im jahrelangen Mittel zu wenig oder zu viel Niederschlag, mehrheitlich sandige oder tonige Verhältnisse müssen dabei in den Mittelpunkt gerückt werden. Eine Streifenbearbeitung mit dem Kuhn-Striger, der bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt ist, macht etwa dann besonders Sinn, wenn auf einem trockenen Standort Reihenkulturen angebaut werden."
 
Mit dem seit 1997 im Markt angebotenen Parallelogramm geführten Doppelscheibenschar hat Lemken konsequent den Weg der Mulchsaat-Tauglichkeit eingeschlagen. "Heute verkaufen wir nahezu 100 Prozent der Sämaschinen mit dieser Schartechnik", berichtet Lars Heier. "Wenn ein Kunde heute in Sätechnik investiert, will er auf jeden Fall die Option haben, auch Mulchsaat machen zu können. Einen eindeutigen Trend Richtung Mulchsaat festzustellen ist eher schwierig, da viele Ackerbauprobleme (Fusarium, Ackerfuchsschwanz, Maiszünsler..) heute die gesamten Möglichkeiten des Ackerbaus verlangen."

Schlagkraft erhöhen

"Durch die in den letzten Jahren in Deutschland immer weiter angestiegenen Motorleistungen der verkauften Traktoren geht der Trend weiter zu größeren Vorratsbehältern und auch zu größeren Arbeitsbreiten", erläutert Rainer Krug. "Bei den angebauten Maschinen bietet Kuhn selbst bei der etwas leichteren Premia-Baureihe Behältervolumen von bis zu 1.480 Liter, bei den hoch professionellen Aufbau-Maschinen sind sogar Volumen von bis zu 2.000 Liter im Programm. Bei großen Ackerbaubetrieben werden häufiger absätzige Verfahren angewendet, das heißt nach einer schlagkräftigen Bodenbearbeitung kommen Solo-Drillmaschinen mit großen Arbeitsbreiten in den Einsatz. Hier hat Kuhn gezogene Drillmaschinen mit 6.500 Liter Behältervolumen und neun Meter Arbeitsbreite im Programm."
 
Patrick Preußker, Väderstad, meint, dass der Trend nicht unbedingt immer zu größeren Arbeitsbreiten geht. "Gerade in den kleiner strukturierten Betrieben im Wes­ten Deutschlands ist oft noch Eigenmechanisierung vorhanden und gewünscht. Hier geht der Trend von der Kreiseleggenkombination zur gezogenen Universaldrille, die Arbeitsbreiten werden hier aber nicht deutlich breiter. Größere Saattanks gehen damit einher, da die Maschinen nicht mehr in der Dreipunkthydraulik gefahren werden."
 
"In gleichem Maße, wie das Wachstum der Einzelbetriebe und engere Fruchtfolgen mehr Schlagkraft erfordern, dürfte sich auch der Trend zu größeren Arbeitsbreiten und Behältervolumen fortsetzen", meint Torsten Wendhausen, Amazonen-Werke. "Immer stärkere Bedeutung kommt dabei vor allem der Verringerung von Transport- und Nebenzeiten durch größere Saatgutbehälter zu. Deshalb bietet Amazone zum Beispiel auch mit der neuen Cirrus 3003 Compact mit drei Meter Arbeitsbreite einen sehr großen, 3 000 Liter fassenden Saatgutbehälter an. Alle Cirrus 03-Maschinen können außerdem mit den neu entwickelten Matrix-Reifen ausgerüstet werden, so dass sie auch bei gefülltem Saatgutbehälter mit 40 km/h sicher auf der Straße unterwegs sind."
 
"Größere Arbeitsbreiten werden künftig sicher vermehrt nachgefragt werden", ist Josef Hirtler, , überzeugt. "Der Bereich größere Vorratsbehälter wird vor allem bei Dreipunkt-Geräten an seine technischen und gesetzlichen Grenzen stoßen. Die Thematik Bodenverdichtungen und Rückverfestigung darf man hier nicht außer Acht lassen."

Drei-Meter-Kombinationen

Die meisten Hersteller sehen die Drei-Meter-Kombinationen immer noch als die am häufigsten eingesetzten Maschinen, entweder mit mechanischer oder pneumatischer Sämaschine. Alois Kirchmayer, Pöttinger, bestätigt, dass der Trend bei mechanischen Sämaschinen bei drei Meter starrem Bereich mit großem Saatkastenvolumen bleibt. Arbeitsbreitenerweiterungen werde es verstärkt im Bereich der pneumatischen Sämaschinen geben.
 
Bei Amazone haben die aktiven Säkombinationen nach wie vor den größten Anteil an den Verkaufszahlen. "Amazone bietet hier mit mechanischen und pneumatischen Sämaschinen in Kombination mit Kreiselgrubbern oder Kreiseleggen ein sehr breites Programm für alle Leistungsklassen und Betriebsgrößen an", erläutert Torsten Wendhausen. "Grundsätzlich erweisen sich diese Kombinationen als Allroundmaschinen, die sowohl bei der Pflugsaat als auch bei der Mulchsaat ein sehr gutes Arbeitsergebnis liefern. Sie eignen sich außerdem ideal für wechselnde Bodenverhältnisse, weil man die Intensität der Bearbeitung über Arbeitsgeschwindigkeiten, Zapfwellendrehzahlen sowie die Getriebeeinstellung am Bodenbearbeitungsgerät sehr einfach variieren kann.
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