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Mechanische Schädlingsbekämpfung

Vergleichstest: Zehn Maschinen, die den Maiszünsler k.o. schlagen

Mechanische Maiszünslerbekämpfung
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Helmut Süß, Wochenblatt
am
31.10.2016

Bei einem Praxistag an der Landmaschinenschule Triesdorf wurden zehn Geräte, die den Zünsler mechanisch bekämpfen, im Maisstoppelfeld beurteilt.

Wie kann man die Larven des Maiszünslers mechanisch wirkungsvoll bekämpfen? Das beantwortete eine Veranstaltung der Landmaschinenschule Triesdorf in Kooperation mit der Gesellschaft für Konservierende Bodenbearbeitung (GKB) Anfang Oktober einen Thementag.

Die Bodenbearbeitung hat einen wesentlichen Einfluss auf den Bekämpfungserfolg des Maiszünslers. Pflanzenbauexperten gehen nicht davon aus, dass der Pflug das Zünslerproblem komplett lösen kann. Pflugtiefe und die Einarbeitungsqualität der Stängel werden hierbei als Kriterien für den Erfolg angeführt. Also wenn man nicht pflügt bzw. pflügen will, sollten in der Praxis die oben liegenden Stängel mechanisch zerkleinert werden.

Ziel jeder Variante muss sein, dass an der Bodenoberfläche keine intakten Stängelteile (Stängel > 5 cm) verbleiben, in denen sich die Larven zum Falter weiterentwickeln können. Das Gerät ist hierfür entscheidend:

  • Mulchgeräte und solo gefahrene Messerwalzen schlagen die Stängel nur an der Oberfläche auf und leisten keine Bodenbearbeitung.
  • Prismen- oder Messerwalzen in Kombination mit Kurzscheibeneggen bzw. Grubber sowie Kreiseleggen sind Kombigeräte, die sowohl die Stängel als auch den Boden entsprechend bearbeiten.
  • Zapfwellenangetriebene Geräte wie Schlegelmulcher sowie Kreiselegge bewirken eine deutliche Zerkleinerung der Stängel.

Erster Eindruck: Messerwalzen-Kombis überzeugen

In Triesdorf kamen insgesamt zehn Geräte zum Praxiseinsatz: Als Vergleichsvariante diente der Schlegelmulcher. Bei der Bewertung der mechanischen Geräte ist zu beachten, dass die Bodenverhältnisse zum Zeitpunkt der Vorführung sehr gut waren: genügend Bodenwiderstand, trockene Maisstängel.

Sehr gut überzeugen konnten die verschiedenen Messerwalzen der Firmen Dalbo (mit Maxi-Roll-Walze kombiniert) sowie von Horsch und Väderstad jeweils mit Kurzscheibeneggen kombiniert. Eine Besonderheit mit sehr guten Resultaten und sehr leichtzügig war das Wallner-Gerät, eine Kombination aus Vertikalmesserwalzen und gewellten Sech-Elementen.

Gute Ergebnisse erzielten

  • der sogenannte Zünslerschreck bzw. Halmschredderer der Firma Knoche bzw. Baß im Frontanbau mit einer Kurzscheibenegge im Heck und
  • die Concept-Kreiselegge mit speziellen Moreni-Zinken mit vertikalen Messerelementen.

Noch gute bis befriedigende Resultate (per Augenschein) erreichten

  • die Güttler-Kombination aus Prismenwalze und SuperMaxx-Grubber und
  • der bodenangetriebene Zinkenrotor DynaDrive.

Exakte Ergebnisse liefert das Fachzentrum Pflanzenbau vom Landwirtschaftsamt Ansbach

Nach der Überfahrt mit den Geräten sammelten die Studierenden, die intakten Stoppelreste, die eine Überwinterung der Zünslerlarven ermöglichen, auf einer Fläche von jeweils 2 m² pro Versuchsglied ein. Die Stängel wurden gezählt und nach drei Größenklassen (< 5 cm, 5 – 10 cm und > 10 cm) sortiert. Die exakten Ergebnisse der Auswertung durch das Fachzentrum Pflanzenbau vom Landwirtschaftsamt Ansbach werden in einer der nächsten Ausgaben des Bayerischen Landwirtschaftliche Wochenblatts veröffentlicht.

Den vollständigen Bericht zur den Maschinen und der Veranstaltung in Triesdorf lesen Sie in der Ausgabe 43/2016 des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts.

Stoppelbearbeitung: Zehn Maschinen gegen den Maiszünsler

Larve des Maiszünslers
Güttler-Kombination
Dal-Bo Messerwalze
Zünslerschreck von Bass-Knoche
Kombination von Messerwalze mit Scheibenegge von Horsch
Kombination von Messerwalze mit Scheibenegge von Väderstad
Kreiselegge von Moreni
Köckerling-Scheibenegge Rebell
Bodenbearbeitung mit Wallner
DynaDrive
Dücker-Mulcher
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