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Wie viel darf ein gebrauchter Mähdrescher kosten?

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
03.06.2016

Die neue Getreideernte reift heran, die Mähdrescher werden bereits fit gemacht. Was darf ein gebrauchter Drescher kosten? Auf landlive wird diskutiert.

Auf landlive können Landwirte mit ihren Berufskollegen zu fachlichen Themen Diskussionen führen und Meinungen einholen. Aktuell wird der Thread "Neuer gebrauchter Drescher" stark frequentiert.

Hansi66 stellte folgende Frage ein: "Ein guter Bekannter von mir möchte sich einen gebrauchten John Deere 2066 Drescher kaufen. [Er] hat ca. 230 ha zu dreschen. Wie sind die Erfahrungen mit einer Maschine aus dem Jahr 1995, ca. 3.000 Std runter. Der Lohner macht aus Alters- und Krankheitsgründen nichts mehr, sein Drescher ist verkauft."

"Wenn ich 230 ha zu dreschen habe, besorg ich mir so eine alte Schachtel?", findet christiannds in einer ersten Reaktion.

Hansi66 antwortet: "Er hat sich jetzt den 2266 aus dem Jahr 2000 angesehen (ca 2.300 h runter). Ist aber auch noch sehr teuer, so um 70.000 Euro. Es wird nix mit dem aus 1995."

'Vorführer oder jungen Gebrauchten kaufen'

Andi24 gibt darauf folgenden Tipp: "Bei uns hier in der Gegend dreschen die Lohnunternehmer rund 150 ha/Jahr und kaufen sich neue Drescher. Also ich würd mir einen Vorführer oder jungen Gebrauchten kaufen (2-3 Jahre). Dann dürften in den ersten Jahren keine großen Reparaturen auftreten. Bei so einem Alten kann immer was kaputt gehen, z.B. der Motor und dann wirds teuer."

Noch einmal christiannds gibt zu bedenken: "Ich habe zwar keine Ahnung, wo du herkommst, aber ein 230 ha Betrieb (tatsächlich und nicht nur im Kopf) sollte locker eine Mähdrescherinvestition von 100.000 Euro stemmen können. Er hatte doch auch Lohndruschkosten von ca. 25.000 Euro im Jahr (Brutto)."

Hansi66 schreibt wiederum: "Ich habe noch einmal mit dem Inhaber gesprochen und die wollen jetzt doch einen neuen W 540 kaufen. Der ist zwei Jahr alt - war als Vorführer beim Händler gelaufen. Dann macht auch noch ein zweiter Betrieb aus dem Ort mit. Meine Frage war auch nur, ob man den 2266 noch kaufen kann und wie die Erfahrungen mit der Maschine sind und ab welcher Fläche sich dann was Neues lohnt."

Praktikermeinungen zum John Deere 2266

"Ich kann zu dem Typen 2266 nicht viel sagen, nur eins ist mir aufgefallen: Die wenigen JD die hier laufen, werden alle paar Jahre ausgetauscht, obwohl sie nicht viel laufen. Also vermute ich mal, das die recht störanfällig sind", postet Notill.

Dem entgegnet Hansi66: "Nein, ganz im Gegenteil der Service ist hier Top. [Es] laufen so einige grün gelb hier. Schlepper sehr viel und Drescher kommen gleich nach Claas."

IHC_523_Allrad gibt seine Erfahrungen weiter: "Unser Lohnunternehmer hatte einen 2258, später noch einen 2264, er schwörte auf die Maschinen. Er hätte die Maschinen immer noch, wenn Sie nicht schon so viele Stunden oben gehabt hätten (über 4000 h). Er pflegte die Maschinen Top und liefen auch Top. Hat jetzt einen jüngeren JD gekauft und läuft."

'2064 absolut zuverlässig'

tigerle lässt in die Praxis einblicken: "Hallo, dreschen zusammen mit einem Kollegen ca. 200 ha im Jahr mit nem 2064. Stunden hat er 2.400 und läuft absolut zuverlässig. Allerdings wurden schon sehr viele Verschleisteile getauscht. Jetzt steht ein Achsschenkel hinten mit 2.000 Euronen dran und der andere ist nicht mehr viel besser. Es wird in absehbarer Zukunft also was Neueres geben. [...] Auch wir werden keine 100.000 Euro für nen Drescher ausgeben wegen rund 200 ha/Jahr. Die sind mit nem ollen 2064 oder 2066 in 14 Tagen (reine Druschtage) weg."

Doptrebo90 gibt zu bedenken: "Einen Drescher zu kalkulieren ist nicht recht einfach, besonders wenn der Lohnunternehmer für 125 Euro/ha incl. Diesel vorbeikommt und die Arbeit für dich macht. Die 230 ha sind eigentlich relativ nichtssagend. Entscheidender sind die Kulturen und deren Erntetermine. Bei 230 ha nur Weizen wird man eine andere Technik brauchen als wenn sich die Gesamtfläche über vier oder fünf Kulturen verteilt."

 

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