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Ackerbau

Viel Verkehr auf dem Acker: 5 bodenschonende Maßnahmen

von , am
12.08.2015

Ernte, Bodenbearbeitung, Aussaat - auf den Äckern ist aktuell viel los. Die mechanische Belastbarkeit der Böden hat allerdings Grenzen. Ziel muss sein, Gewichts- und Zugkräfte von Landmaschinen zu verteilen.

Die Aufstandsfläche sollte so gut wie möglich auf dem Boden verteilt werden. © Mühlhausen/landpixel
In dem Merkblatt "Bodenschonender Einsatz von Landmaschinen" zeigt die DLG, auf welche Maßnahmen es beim Schutz des Bodens beim modernen Ackerbau zu achten gilt:
Verfahren mit reduzierter Häufigkeit, Intensität und Eingriffstiefe stärken die Tragkraft des Bodens. Dabei leistet die "Mulchsaat ohne tiefe Lockerung" (Bearbeitungstiefe 10-12 cm) aufgrund geringerer Eingriffstiefe einen größeren Beitrag zur Verbesserung der Bodentragfähigkeit als die "Mulchsaat mit Lockerung" (Bearbeitung auf Krumentiefe).
  
Der Grund: von Bodentieren und Wurzeln geschaffenes Gefüge ist stabiler als durch Bodenbearbeitung erzeugte Gefügestrukturen. Wird von Mulchsaat mit Lockerung dauerhaft auf Mulchsaat ohne tiefe Lockerung übergegangen, so ist darauf zu achten, dass es durch hohe Bodendrücke nicht zu "verlassenen Krumen" kommt und die Bodenfunktionen gestört sind. Generell ist auf eine ausreichende Kalkversorgung der Böden zu achten.

2. Befahren zu feuchter Böden vermeiden:

Der wichtigste Grundsatz zum Schutz des Bodengefüges lautet: Keine Fahrten auf sehr feuchtem Boden. Dazu muss die vorgesehene Kapazitätsauslastung einer Landmaschine Arbeitspausen bei extremer Witterung erlauben. Erhebungen haben gezeigt, dass in einem durchschnittlichen Herbst an nur etwa der Hälfte der verfügbaren Tage eine ausreichend niedrige Bodenfeuchte vorhanden ist. Im Frühjahr ist der Boden wegen der gespeicherten Winterfeuchte trotz abgetrockneter Bodenoberfläche häufig sehr druckempfindlich. Mit hoher Schlagkraft können Zeitspannen mit ausreichender Befahrbarkeit effektiv genutzt werden.

3. Reifeninnendruck anpassen:

Feldfahrten mit hohem Reifeninnendruck belasten den Boden unnötig. Geringere Traktion und höherer Rollwiderstand durch Spuren kosten zusätzlichen Kraftstoff. Radialreifen ermöglichen bei niedriger Geschwindigkeit (Arbeit im Feld) eine hohe Tragfähigkeit mit niedrigem Reifeninnendruck und damit großer Reifenaufstandsfläche. Heute gibt es dazu die Möglichkeit, den Druck über eine Reifendruckregelanlage zu variieren. Folgende Reifeninnendrücke sollten laut DLG nicht überschritten werden:
  • 1 bar auf gelockertem oder feuchtem Acker
  • 2 bar auf abgesetztem oder trockenem Boden

4. Fahrwerke mit großer Aufstandsfläche nutzen:

Müssen sehr hohe Gesamtlasten abgestützt werden, sollten bevorzugt Fahrwerke eingesetzt werden, die sehr große Aufstandsflächen ermöglichen:
  • Bandlaufwerke (für Erntemaschinen und große Schlepper)
  • Zwillingsräder (für Schlepper und Erntemaschinen)
  • Fahrwerke mit zusätzlichen Achsen (für Transportfahrzeuge, Güllefässer, Ernte- /Ladewagen und Rübenroder)
  • Achtrad-Fahrwerke (Lösung für Ernte-/Ladewagen und Transportfahrzeuge)
Ziel bei Radfahrwerken muss es sein, den Reifeninnendruck deutlich abzusenken.

5. Niedrigere Radlasten bevorzugen:

Die Tiefenwirkung der Bodenbeanspruchung nimmt mit steigender Radlast zu. Bei optimaler Bereifung ist ein Fahrzeug mit niedrigerer Radlast die bodenschonendere Alternative. Aufgesattelte und gezogene Arbeitsgeräte führen im Vergleich zum Dreipunktanbau zu einer niedrigeren (Hinter-)Radlast, die wiederum einen geringeren Reifeninnendruck ermöglicht.
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