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Ernte und Transport

Vielseitig einsetzbar: Multitalent Muldenkipper

von , am
10.05.2013

Geringe Eigengewichte, große Transportvolumina, hohe Nutzlasten - dafür steht der Muldenkipper. Flexibel beim Schüttgut, die Ausstattung individuell.

Große Reifen und eine breite Spur verbessern die Standsicherheit. Bei Fliegl sind die Muldenaufsätze klappbar. © Werkbild
Der Muldenkipper ist ein Allrounder, mit dem man alle Güter bewegen kann, egal ob Sand, Kompost, Klärschlamm, Hackschnitzel, Getreide oder Silage. Gerade seine Vielseitigkeit überzeugt die Kunden im Vergleich mit Einzweckwagen wie beispielsweise dem Silagewagen.
 
Bei den Muldenkippern geht der Trend eindeutig zu noch höheren Gesamtgewichten von bis zu 23 und 24 Tonnen Gesamtgewicht im Tandem-Bereich, heißt es aus der Brantner-Gruppe. "Tandem-Fahrzeuge mit Muldenlängen bis acht Meter und somit Ladevolumen über 40 Kubikmeter nehmen immer mehr zu", berichtet Gerhard Schmid, Brantner. Zwangslenkungssysteme würden zwar immer häufiger nachgefragt, aufgrund der höheren Kosten und der technisch höheren Ansprüche, blieben die Kunden dann aber letztendlich doch großteils bei der Nachlauf-Lenkachse oder auch bei zwei Starrachsen, führt Schmid aus.
 
{BILD:570593:jpg}"Große Tandem-Muldenkipper liegen im Trend, nicht unbedingt die Tridem-Anhänger", stellt Frank Meibes, Krampe, fest. "Das liegt daran, dass die Polizei gerade bei gewerblichen Transporten strenger kontrolliert und ein Zug aus Traktor und Anhänger eben nur 40 Tonnen Gesamtgewicht haben darf." Ein Tandem-Muldenkipper mit 24 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht fasse beim Silagetransport ungefähr 40 Kubikmeter. Erforderlich dafür sei ein weiter Achsabstand von mehr als 1,8 Meter. "Dann habe ich zehn Tonnen Last je Achse plus vier Tonnen Stützlast auf der 80er-Kugel am Schlepper. Dieser weite Achsabstand bedingt dann allerdings auch eine Nachlauflenkachse oder ein Zwangslenkungssystem, hydraulisch oder elektronisch." wie Meibes erklärt.

Komfort beim Transport

Beim Transport muss die Ladung gegen Herunterfallen gesichert sein. Alle Hersteller (im Bild Kroeger) bieten automatische Systeme zur Abdeckung ihrer Kipper an. © Werkbild
Bei Joskin sieht man beim Fahrwerk einen Trend in Richtung Komfortlösungen: "Es wird immer mehr transportiert, über längere Fahrtstrecken und die Kunden suchen deshalb die bestmögliche Komfortlösung für High- Speed-Traktoren, also über 40 Kilometer pro Stunde", berichtet Valery Bailly, Joskin. Hierbei bietet Joskin neben dem Roll-Over Boggie - mit aufsteigender Zuglinie und bis zu 24 Zentimeter Federweg -, auch das eigene Hydro-Tandem Fahrwerk mit hydraulischem Fahrwerk an.
 
"Das Hydro-Tandem hat außerdem ideale Hangstabilität beziehungsweise Stabilität bei schnellen Kurvenfahrten." führt Bailly weiter aus. Zwangslenkungen seien selbst bei kleinen Kippern keine Seltenheit mehr, da die Kunden breitere Bereifungen wünschten - 750er sind keine Seltenheit mehr - und dadurch die Beanspruchung an Reifen und Fahrwerk minimieren möchten. "Aktuell im Trend sind Netzabdeckungen für Silagefahrten. Wir haben seit letztem Jahr unser Planensystem nochmals optimiert." ergänzt Bailly.

Positive Marktentwicklung

Mit verschiedenen Wannenhöhen, -längen und -aufsätzen lassen sich die Muldenkipper (im Bild Mengele) an unterschiedliche Einsatzzwecke anpassen. © Werkbild
Der Markt im Bereich der Muldenkipper ist in Bewegung, und zwar im positiven Sinne, wie alle Hersteller unisono berichten. "Der Absatz ist enorm gestiegen und wir rechnen mit einer weiteren Steigerung des Absatzes", berichtet Katrin Andres, Fliegl. Auch Peter Kröger, Kröger agroliner, zeigt sich zufrieden: "Wir haben keine verlässlichen Zahlen darüber, wie sich der Gesamtmarkt für Muldenkipper entwickelt hat. Es ist aber eine insgesamt deutlich positive Entwicklung am Marktgeschehen abzulesen."
 
"Auf dem deutschen Markt hat sich der Muldenkipper in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und zeigte einen Wachstumstrend bei allen Typen von 16 bis 33 Tonnen Gesamtgewicht, vor allem beim 21-Tonner", berichtet Ales Rajh, Farmtech. Gleiches gelte für Österreich und die Schweiz. In Westeuropa (Frankreich, Großbritannien, Belgien und Niederland) sieht Rajh noch Potenzial für Farmtech rechnet aber auch künftig mit einer weiteren Steigerung des Marktes.


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