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Blog Louis

Wunderwaffe Striegeln: Wie Louis sein Unkraut reguliert

Ein Selfie von Louis auf dem Traktor beim Striegeln
am Freitag, 08.04.2022 - 10:31 (Jetzt kommentieren)

Als Biolandwirt ist der Striegel Louis‘ wichtigstes Werkzeug, um Unkräuter zu bekämpfen. Wie und warum das Striegeln effektiv ist, erklärt er hier.

Hallo liebe Junglandwirte,

heute gibt es einen kleinen Überblick über das Striegeln. Das Striegeln ist in der Ökologischen Landwirtschaft die gängigste Art, Unkräuter zu bekämpfen. Der Effekt ist, dass der Striegel Unkräuter ausreißt und verschüttet. Somit werden sie am Wachsen gehindert. Zusätzlich fördert das Striegeln auch die Bestockung; es gibt einen Mineralisierungsschub, der die Pflanze zum Wachsen anregt.

Saatbett, Zeitpunkt, Witterung, Fruchtfolge: so klappt das Striegeln

Voraussetzung für einen Erfolg beim Striegeln ist ein möglichst ebenes und feines Saatbett. Außerdem spielt der Zeitpunkt eine entscheidende Rolle: je früher, desto besser. Bei vorangetriebenem Wachstum der Unkräuter ist es nur noch schwer möglich, sie mit dem Striegel zu regulieren. Zusätzlich spielt auch die Witterung eine Rolle. Nach einem frischen Striegeldurchgang ist Regen ungünstig, trockene und warme Temperaturen helfen zur Ausrottung des Unkrauts besser.

Der Erfolg des Striegelns hängt darüber hinaus auch von der passenden Fruchtfolge ab. Ist die Hauptkultur nicht in der Lage, dem Unkraut ausreichend Konkurrenz zu bieten, kann auch der beste Striegel mit modernster Technik die Unkrautregulierung nicht zielführend erledigen.

In der Regel zwei Striegeldurchgänge im Getreide

Eine Getreidekultur wir in der Regel zweimal gestriegelt. Das Blindstriegeln ist dabei der entscheidendere Durchgang, vor allem bei Kulturen, die im Frühjahr gesät werden. Mit dem Blindstriegeln kann man den Unkrautdruck noch vor dem Auflaufen der Kultur vermindern.

Der nächste Striegeldurchgang erfolgt nun im 3. bis 4. Blattstadium, wenn die Kulturpflanze ausreichend bewurzelt ist. Zu beachten ist, dass man die Kulturpflanze beim Striegeln nicht zu arg verschüttet, das würde sie am wachsen hindern. Um das zu vermeiden, wählt man eine langsame Fahrgeschwindigkeit mit aggressiverer Zinkenwirkung.

Sollte der Unkrautdruck nach den beiden Striegeldurchgängen noch zu hoch sein, ist ein dritter Durchgang nötig. Dieser findet dann sehr spät statt, um rankende Unkräuter aus dem Bestand herauszukämmen.

Louis' Traktor steht mit angehängtem Striegel im Getreidefeld.

Wir hatten unser Getreide 3 Tage nach der Saat blindgestriegelt. Die Äcker sind sehr sauber und hatten einen geringen Unkrautdruck. Anfang März haben wir dann zum zweiten Mal gestriegelt. Danach war der Wachstumsschub schön zu sehen, der durch die Stickstoffmineralisierung zustande kam. Momentan ist das Getreide unkrautfrei und es ist kein weiterer Striegeldurchgang nötig.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Louis

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