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Ernte und Transport

Zollunion: Schutzzölle für Mähdrescher bestätigt

von , am
02.07.2013

Moskau/Minsk/Astana - Die Eurasische Wirtschaftskommission hat einen Sondereinfuhrzoll für Mähdrescher aus Drittländern beschlossen. Die Schutzabgaben sind mindestens bis März 2016 geplant.

Eine gute Ernte wird durch eine überdachte Vermarktung noch veredelt. © Mühlhausen/landpixel
In den kommenden Jahren soll der Getreidemähdreschermarkt der Zollunionspartner Russland, Weißrussland und Kasachstan verstärkt gegen die ausländische Konkurrenz geschützt werden. Das hat die Eurasische Wirtschaftskommission (EWK) nach Abschluss einer entsprechenden Antidumping-Untersuchung vergangene Woche beschlossen. Demnach soll bis Mitte März 2014 ein Sonderzoll auf die Importe von Mähdreschern und deren Bauteile aus Drittländern von 26,7 Prozent erhoben werden, der in den beiden darauffolgenden Zwölfmonatszeiträumen mit 26,2 Prozent beziehungsweise 25,7 Prozent kaum geringer ausfallen wird. Die Abgaben lösen den bis zum Abschluss der Antidumping-Untersuchung geltenden vorläufigen Sonderschutzzoll von 27,5 Prozent ab, der Ende Februar 2013 "zur Abwendung irreparabler Schäden" für die Landtechnikindustrie eingeführt wurde.

Situation der Produzenten hat sich verschlechtert

Die Antidumping-Studie wurde im Juli 2012 auf Antrag russischer Landmaschinenproduzenten eingeleitet und auch von weißrussischen Herstellern unterstützt. Mit dem russischen Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) im August 2013 musste der Regelimportzoll auf Getreidemähdrescher in der gesamten Zollunion von 15 Prozent auf fünf Prozent gesenkt werden. Auf Grundlage des nun vorliegenden Antidumping-Berichtes begründete die EWK die Einführung der Marktschutzmaßnahme: Bereits im Referenzzeitraum 2009 bis 2011 sei die Einfuhr von Getreidemähdreschern in die Zollunionsländer um 19,1 Prozent gestiegen; zugleich hätten sich die Produktion um 5,1 Prozent und die Verkäufe am heimischen Markt um 25,5 Prozent verringert. Die Situation der Produzenten habe sich 2012 weiter verschlechtert.

Pläne für Kasachstan

Unterdessen sind neue Vorhaben der Zollunionsländer für den Aus- beziehungsweise Aufbau der Landtechnikproduktion in Kasachstan bekanntgegeben worden. Nach Angaben des russischen Herstellers Rostselmasch wurde ein Kooperationsvertrag mit der staatlichen kasachischen Leasing- und Finanzierungsgesellschaft KazAgroFinance unterzeichnet, der die gemeinsame Montage von Mähdreschern der Marke Vector 410KZ in einem Betrieb in der nördlichen Provinz Aqmola vorsieht. Dabei dürfte der Anteil der kasachischen Zulieferer für das Werk bei mehr als 20 Prozent liegen. KazAgroFinance hat vor, die Maschinen zu erwerben und dann an heimische Landwirtschaftsbetriebe zu vermieten. Der Vertrag sieht außerdem die Prüfung von Möglichkeiten zur Eröffnung weiterer Montagewerke im Land vor.

Hersteller aus Kasachstan stärker beteiligen

Ebenfalls vergangene Woche hat der kasachische Botschafter in Weißrussland, Ergali Bulegenow, bilaterale Pläne zum Ausbau der gemeinsamen Maschinenproduktion erläutert. Ihm zufolge sollen Hersteller aus Kasachstan demnächst stärker an der Produktion in 13 weißrussischen Werken beteiligt werden, berichtete die amtliche Minsker Nachrichtenagentur Belta. Im April 2013 hatte die EWK den Antrag des kasachischen Landwirtschaftsministeriums abgelehnt, den vorläufigen Sonderschutzzoll von 27,5 Prozent auf die Importe von Getreidemähdreschern auszusetzen. Der Initiator des Antrags, der nationale Bauernverband, wollte dadurch die erleichterte Einfuhr von jährlich 200 Maschinen ermöglichen.

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