Login
Ernte und Transport

Zuckerrüben-Erntetechnik: Karten neu gemischt

von , am
21.12.2012

Der Trend zum Fullliner setzt sich auch in der Erntetechnik für Zuckerrüben fort. Grimme und Holmer bringen dreiachsige Selbstfahrer, Ropa ergänzt sein Programm mit einem Zweiachser.

Holmer Rübenroder auf der Beet Europe 2012.
Viel Bewegung herrscht zurzeit auf dem Markt für Zuckerrübenroder. Die Hersteller stellen sich neu auf. Ropa hat auf der Beet Europe den neuen euro Panther gezeigt. Nach 18 Jahren Pause produziert das bayerische Familienunternehmen damit wieder zweiachsige Rübenroder. Zudem hat Ropa mit Wirkung vom 1. September 2012 die komplette Kartoffelsparte der Haller-Gruppe übernommen. Der Übernahmekauf beinhaltet  das  Produktportfolio, sowie das Vertriebs- und Servicenetz mit allen Stützpunkten. Grimme baut sein Portfolio im Bereich Zuckerrübe weiter kontinuierlich aus. In Seligenstadt war der neue Rexor 630 zu sehen, ein dreiachsiger Selbstfahrer mit 45 Kubikmeter Bunkervolumen. Er baut auf dem erfolgreichen Rexor 620 auf und ist kostengünstiger als der Maxtron mit Bandlaufwerk. Auf der GrimmeTechnica Mitte November verkündete Franz Grimme dann die Übernahme des Rübentechnikherstellers Franz Kleine aus Salzkotten. Damit verfügt Grimme jetzt auch über die Reinigungsladertechnik. Auch Holmer wird hat schon einen dreiachsigen Selbstfahrer im Test laufen. Er war auf der Beet Europe noch nicht zu sehen, aber der Terra Dos T4 ist schon auf mehreren Betrieben im Einsatz.

Ropa

Die neuen 800/70 R38 Ultraflex/ CHO-Reifen auf der Vorderachse und die 900/60 R38 Ultraflex/ CHO-Reifen auf der Hinterachse ­ermöglichen nachhaltige Bodenschonung.
Der neue Zweiachser von Ropa heißt euro-Panther und reiht sich vom Namen her ein in die Familie der Raubkatzen. Zahlreiche Neuentwicklungen beim zweiachsigen Köpfrodebunker sollen zu einer verbesserten Wirtschaftlichkeit und zu erhöhten Tagesleistungen bei  der effizienten und vor allem bodenschonenden Ernte von Zuckerrüben führen. Die neuen 800/70 R38 Ultraflex/ CHO-Reifen auf der Vorderachse und die 900/60 R38 Ultraflex/ CHO-Reifen auf der Hinterachse  ­ermöglichen nachhaltige Bodenschonung. Selbst bei maximaler Bunker­beladung sind nur zwei bar Reifenluftdruck notwendig. Das neue Entladeband befindet sich zwischen den beiden Achsen, direkt nach dem Knickgelenk im Rahmen. Es ist extra lang und deshalb sogar dreifach klappbar und 1400 Milimeter breit – für ein noch einfacheres Anlegen von zehn Meter breiten Mieten. Angetrieben wird der euro Panther von einem 530 PS / 390 KW starken Mercedes Benz SechsZylinder-Reihenmotor mit AdBlue und SCR KAT (euro-Mot 4). Einzigartig unter den Rübenrodern ist laut Hersteller der automatische Hangausgleich mittels vier Hydraulikzylindern und Sensorik. Das komplette Fahrzeug wird  zum Hang hin geneigt und dadurch waagerecht gehalten, das Rodeaggregat führt sich selbst durch Abtastung der Bodenoberfläche.

Grimme

Foto: Werkbild
Mit dem neuen sechsreihigen 625 PS starken Rexor 630 stellt Grimme den mittlerweile dritten selbstfahrenden Zuckerrübenroder in neuer Dimension vor: 30 Tonnen (45 Kubikmeter) Großbunker und ein Drei-Achs-Fahrwerk mit größtmöglicher Bodenschonung runden fortan das breite Rübenerntetechnikprogramm nach oben ab. Beim Thema Bodendruck ist der Rexor 630 nach Auskunft von Grimme bester seiner Klasse. Obligatorisch sind Schonfahrt links und rechts und ein enger Wendekreis von 7,5 Meter, der einer Maschine in dieser Größe ungeahnte Handlichkeit beschert. Bei optionaler Bereifungswahl sind die zweite und auch die dritte Achse mit der derzeit breitesten Terra-Reifendimension 1050/50R32 ausgerüstet. Damit hat der Dreiachser eine bis zu 20 Prozent höhere Aufstandsfläche im Bereich der dritten Achse als herkömmliche Systeme. Mit vollem Bunker müssen die drei Achsen rund 60 Tonnen Gesamtgewicht auf dem Boden abstützenDank der Kombination intelligenter Antriebstechnik, automotivem Fahren sowie neuster Motorentechnik, die sogar die strengste Abgasnorm TIER 4 erfüllt, soll der Rexor 630 der sparsamste selbstfahrende Rübenroder in der 600-PS Klasse sein.
Mit dem aktuell überarbeiteten Kleine BeetLiner Compact im Segment der selbstfahrenden Köpfrodebunker mit zwölf Tonnen Zwischenbunker rundet Grimme das nunmehr breiteste Programm in der Rübenerntetechnik ab.

Test der Arbeitsqualität

Im Rahmen der Beet Europe Seligenstadt 2012 stand im Oktober die Zuckerrüben-Erntetechnik wieder einmal im Mittelpunkt.  Am Dienstag, den 16. Oktober 2012,  wurde vom Institut für Landtechnik der Universität Bonn der Test der Arbeitsqualität von Köpfrodebunkern (KRB) und Reinigungsladern (RL) durchgeführt. Beteiligt waren Peter Schulze Lammers, Oliver Schmittmann und Christian Peveling-Oberhag vom  Institut für Landtechnik, Bonn,  sowie Klaus Ziegler vom Verband Fränkischer Zuckerrübenbauer, Eibelstadt. An dem Test nahmen neun Roder teil; alle waren selbstfahrende sechs- beziehungsweise neunreihige Köpfrodebunker (KRB), die heute 87 Prozent der deutschen Anbauflächen beernten. Testmaschinen stellten Agrifac mit dem BIG SIX, Grimme mit dem Maxtron 620 und dem REXOR 620, Holmer mit dem Terra Dos T3, Kleine mit dem Beet­liner Max und dem Beetliner Large, Ropa mit dem euro-Tiger mit sechs- und neunreihigem Rodevorsatz sowie Vervaet mit dem Beat Eater 625. Schleppergezogene Roder nahmen weder an dem Rodertest noch an der Vorführung teil, jedoch waren die Firmen Edenhall und Thyregod auf dem Ausstellungsgelände mit Informationsständen vertreten.

Zuckerrübenernte 2012: Rodung und Abfuhr aus einer Hand

Auch interessant