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Meilensteine der Landtechnik Going Green

Zuckerrübentechnik: So gelingt der Service bei Holmer

Dieser Artikel ist zuerst in Meilensteine going Green erschienen.

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Markus Messerer, Agrartechnik
am
17.08.2016

Holmer setzt im Service auf eine Kombination aus eigenen Monteuren und freien Partnern. Ein Beitrag der Reihe "Meilensteine der Landtechnik going green".

Die Zuckerrübenbauern blicken derzeit mit Sorge in die Zukunft, denn 2017 wird die Zucker- und Isoglucose-Quotenregelung auslaufen. Damit entfallen die Mindestpreise für Quotenrüben. Folglich halten sich die Rübenbauern zurück, wenn es um Neuinvestitionen geht. Die Ausgaben für Service und Ersatzteile steigen.

Das spürt auch die Firma Holmer Maschinenbau aus dem bayerischen Schierling. Sie beschäftigt sich seit 42 Jahren mit der Entwicklung und der Herstellung moderner Rübenerntetechnik.

Sortiment auf drei Säulen

  1. Die Kernmaschine im Sortiment des Unternehmens ist der Rübenvollernter Terra Dos, der bis zu zwölf Reihen auf einmal ernten kann. Auf der Agritechnica 2015 wurde seine automatische Einzelreihentiefenführung EasyLift vorgestellt, welche die Qualität des Rodens auch bei zwölf geernteten Reihen gleichmäßig hoch hält.
  2. Ebenfalls eine wichtige Säule im Sortiment von Holmer ist der Reinigungslader Terra Felis. Dieser nimmt die Rüben an der Miete auf, reinigt diese und läd sie auf den Lkw. Mit dem neu entwickelten VarioPick-System lässt sich neben der Reinigungsleistung auch der Anstellwinkel individuell einstellen.
  3. Dritte und letzte Säule im Sortiment ist dann noch der Terra Variant – die einzige Maschine von Holmer, die nicht auf die Rübenernte ausgerichtet ist. Mit seinen 440 kW/598 PS ist der Terra Variante das leistungsstärkste Trägerfahrzeug der Welt und kann mit verschiedenen Aufbauten bestückt werden.

Service auf zwei Säulen

Im Service hat die ursprünglich vorrangig auf Rüben ausgelegte Technik zu zweigleisigen System geführt:

  • ein Netz von Servicepartnern, mit geschulten Mechatronikern
  • ein Team von spezialisierten Monteuren, die im Servicewagen unterwegs sind

Bei Holmer selbst sind insgesamt 55 der 330 Mitarbeiter im Kundendienst beschäftigt, 25 davon als Monteure. Diese sind entweder in den firmeneigenen Werkstätten zur Reparatur von Gebrauchtmaschinen aktiv oder als mobile Notfallhilfe unterwegs.

Markus Breundl, Leiter vom Holmer-Auftragszentrum und des Service-Außendienstes, beschreibt das so: „Die Zahl der Monteure, die wir ‚draußen’ haben, ist abhängig vom Stand der Saison. Im Frühjahr – wenn keine Rübenkampagne ist – haben wir zehn Mann im Außendienst, die vorrangig den Terra Variant betreuen. Im Herbst erhöhen wir diese Zahl auf 20 Monteure, um den Rübenbauern schnell helfen zu können. Und das weltweit: Wenn beispielsweise im Mai die Zuckerrüben in Chile geerntet werden, verstärken wir das dortige Team mit zwei Mann.“

24 Stunden, sieben Tage die Woche

Die weiteren Mitarbeiter im Kundendienst beantworten Gewährleistungsfragen, führen Schulungen durch und betreuen die technische Hotline. Letztere ist 24 Stunden und sieben Tage die Woche erreichbar. Rund 75 bis 80 Prozent der Vorfälle und Anfragen werden auf diesem Weg vom Servicepartner abgedeckt. Ist dennoch mal ein Engpass vorhanden, oder wenn bei einer Reparatur Probleme auftreten, dann ruft der Servicepartner bei der Holmer-Hotline an. Die Servicepartner von Holmer werden jährlich geschult.

Neues Logistikzentrum im Bau

Auch das Ersatzteil-Logistikzentrum in Regensburg ist ständig erreichbar, um im Notfall weltweit helfen zu können. Hier sind alle Bauteile gelagert, die benötigt werden  – von der M4er-Mutter, über klassische Schnelldreher wie Schare, Messer, Schläger und Gurte bis hin zum kompletten Dieselmotor. Gegenwärtig baut Holmer übrigens eine neue, noch modernere Logistikhalle in der Nähe von Eggmühl. Diese soll 2017 in Betrieb gehen.

Rübenroder: Holmer Terra Dos T4

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