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Genossenschaften

Agravis betreibt künftig RWZ-Raiffeisenmärkte

Raiffeisenmarkt
Norbert Lehmann, agrarmanager
am
10.02.2017

Die Agravis Raiffeisen AG übernimmt den operativen Betrieb von 16 Raiffeisenmärkten der RWZ Rhein-Main. Wenn das Kartellamt zustimmt, soll die Allianz bis Jahresmitte 2017 abgeschlossen sein.

Im Zuge ihrer Restrukturierung hat die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) eine engere Kooperation mit der Agravis beschlossen. Im Geschäftsfeld Raiffeisenmärkte betreibt die RWZ Rhein-Main eigene Marktstandorte und beliefert als Großhändler vornehmlich Kunden der genossenschaftlichen Primärstufe. Nach eigenen Angaben erreichen die Kölner dabei keine strategische Größe und haben deshalb für ihre Einzelhandelsaktivitäten eine umfassende Kooperationsvereinbarung mit der Agravis vereinbart.

Danach übernimmt die Agravis den operativen Betrieb von 16 RWZ-Raiffeisenmärkten sowie das Großhandelsgeschäft mit der Primärstufe. Die gut 60 betroffenen Mitarbeiter in den betroffenen Märkten werden weiter beschäftigt. Die rund 50 in der RWZ verbleibenden, kleineren Verkaufsstellen werden künftig über die Agravis mit Ware versorgt. Über weitere Details der Kooperation vereinbarten die Partner Stillschweigen.

RWZ und Agravis: Das sagen die Vorstandsvorsitzenden

Christoph Kempkes, Vorstandsvorsitzender der RWZ und ehemaliger Agravis-Vorstand, sieht Vorteile für alle Beteiligten: "Wir heben Synergien und sichern Marktpräsenz sowie Arbeitsplätze in der Fläche. Kunden aus den Primärgenossenschaften profitieren von der konzeptionellen Stärke der im Segment Märkte sehr leistungsfähigen Agravis." Die Kunden könnten dank der von Agravis geplanten Investitionen in die Standorte auf ein attraktiveres Einkaufserlebnis freuen.

Andreas Rickmers, Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG, erläuterte, das Unternehmen stärke durch diesen Schritt das seit Jahren wachsende Geschäftsfeld Märkte. "Wir sind in diesem Segment sehr erfolgreich unterwegs und verfolgen eine klare Wachstumsstrategie. Durch die Vereinbarung mit der RWZ Rhein-Main eG erhält diese Strategie nochmals einen kräftigen Schub. Wir können unsere Marktposition weiter ausbauen, gleichzeitig die Synergien, die sich auf der Beschaffungs- und Logistikseite ergeben, heben", betonte Rickmers. Die Umsetzung dieser Allianz, die bis Jahresmitte 2017 abgeschlossen sein soll, steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes.

Patner für den Gartenbau gesucht

Das Geschäft im Profi-Gartenbau will die RWZ in einem ersten Schritt in ihrer Tochtergesellschaft STE-BE bündeln. Im Anschluss daran soll auch für diesen Bereich der Schulterschluss mit einem externen Partner erfolgen. "Gemeinsame Unternehmungen solcher Art bringen uns notwendige kosten- und leistungsseitige Verbesserungen, um in hart umkämpften Märkten unsere Zukunftsfähigkeit sicher zu stellen", so Kempkes.

Für die Zukunft sind laut Kempkes weitere Maßnahmen zur Optimierung des Portfolios, Investitionen in Zukunfts-Geschäftsfelder und zur Leistungssteigerung der eigenen Organisation beabsichtigt, um die Voraussetzungen für profitables Wachstum deutlich zu verbessern. "Wo es sinnvoll bzw. von unserer Marktstellung her allein schwierig ist, sind partielle Allianzen ein geeigneter Weg, unsere Eigenständigkeit im Ganzen zu erhalten." Ziel der Restrukturierung ist die Verbesserung der Profitabilität durch Fokus auf Kernkompetenzen vor allem im klassischen Agrar-, Wein- und Gartenbaugeschäft.

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