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Anforderungen an die Pflanzenschutztechnik

von , am
14.11.2013

In der Pflanzenschutztechnik hält der Trend zu größeren Arbeitsbreiten und Behältergrößen sowie höheren Arbeitsgeschwindigkeiten weiter an.


Das Angebot an Selbstfahrern wächst. Eine Steigerung der Flächenleistung, hoher Bedien- und Fahrkomfort sowie hohe Wendigkeit sind die wichtigsten Gründe, schreibt die Neuheitenkommission der DLG. ISOBUS-basierte elektronische Regeleinrichtungen zur automatischen Teilbreitenumschaltung, Abstandsregelung und Gestängeanpassung gehören zum Standard.
 
Neue Systeme zur Regelung der Gestängeführung, zur Minderung der Abdrift sowie zur Vermeidung von Über- und Unterdosierung in Kurvenfahrten erweitern das Spektrum. Sensorgestützte Düsensteuerungen variieren die Ausbringmenge je Sektion in Abhängigkeit von der Pflanzenentwicklung.
 
Ein wichtiges Thema bleibe auch der Anwender- und Umweltschutz. Erstmalig werden hierzu neuartige Lösungen zur kontaminationsfreien Befüllung der Spritzen vorgestellt, unter anderem ein geschlossenes Befüllungssystem mit automatischer, berührungsloser Befüllung.

Gerätesteuerung von Horsch

Tendenzen zeigen sich in dem Bereich auch im Rahmen der prämierten Neuheiten. So ermögliche die mit einer Silbermedaille prämierte Neuentwicklung der Horsch Leeb Gestängesteuerung eine exakte und sichere Spritzgestängeführung über dem Bestand. Diese Art der aktiven Gestängeführung lege den Grundstein für eine Applikation mit sehr geringem Abstand zur Zielfläche. Eine genaue Anpassung des Gestänges an die Feldkontur ist durch die absolute Entkoppelung des Gestänges vom Chassis möglich. Die negativen Einflüsse von Wind und Thermik auf das Abdriftverhalten können so minimiert werden. Das Horsch Leeb Gestänge ist nahezu reibungsfrei mit Kugellagern nahe am Schwerpunkt aufgehängt. 

Kurvenkontrolle von Damann

Eine weitere Silbermedaille erhielt die Firma Damann für ihre Curves-Control-Application. Die Neuheitenkommission begründet ihre Entscheidung mit unterschiedlichen Ausbringmengen bei Kurvenfahrten in der Praxis. Diese ist im Kurvenäußeren geringer und im Kurveninneren höher als der Sollwert. Hinzu komme, dass viele Ackerschläge nicht rechtwinklig sind oder Hindernisse in der Fläche haben, die umfahren werden müssen. Hier komme es zu Abweichungen von 40 bis 60 Prozent zum Sollwert der Applikationsmenge bei einem 36 m Gestänge.
 
Mit der Curves-Control-Application werde die Ausbringmenge so geregelt, dass der Durchschnittswert jeder Sektion dem Sollwert entspricht. Dieses wird durch die Berechnung von Daten im Kurvenfahrtmodul ermöglicht. Die notwendigen Daten kommen hierbei von einem Sensor für den Kurvenradius (ähnlich wie ein Sensor zur Steuerung des spurgetreuen Nachlaufs), der gemessenen Geschwindigkeit des Radsensors, den Maschinendaten und dem Sollwert der Aufwandmenge je Hektar (l/ha oder kg/ha).
 
Die Anforderungen an die moderne Pflanzenschutztechnik steigen weiter. Auf der Agritechnica in Hannover sehen sie noch bis Samstag, wie die führenden Hersteller die Herausforderungen heute angehen.
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