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Geschäftsbericht

Claas: Umsatzeinbruch und 200 wegfallende Jobs

Claas-Traktoren im Claas Werk
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Julia Eder, agrarheute
am
14.12.2016

Claas bekommt die Agrarkrise zu spüren: Der Konzern-Jahresüberschuss sinkt von 106 auf 38 Millionen Euro. Außerdem werden Stellen abgebaut.

Die weltweite Schwäche auf dem Landmaschinenmarkt drückt auch das Ergebnis von Claas. Das Familienunternehmen verzeichnete 2016 einen Umsatzrückgang um mehr als fünf Prozent auf gut 3,6 Milliarden Euro, wie Claas-Chef Lothar Kriszun mitteilte. Im Vorjahr hielt Claas den Umsatz stabil bei 3,8 Mrd. Euro. Das Ergebnis unter dem Strich brach um fast zwei Drittel auf knapp 38 Millionen Euro ein.

Claas-Geschäftsjahr in Zahlen

 

2016

2015

Veränderung

in Mio. €

in Mio. €

%

Umsatzerlöse

3.631,6

3.838,5

-5,4

EBITDA

251,9

310,5

-18,9

Ergebnis vor Steuern

93,5

157,7

-40,7

Konzern-Jahresüberschuss

37,6

105,7

-64,4

Free Cashflow

118,5

38,8

> +100,0

Eigenkapital

1.160,7

1.231,0

-5,7

Sachinvestitionen

122,2

128,3

-4,8

Forschung und Entwicklung

213,7

203,0

+5,3

Bilanzsumme

3.137,2

3.343,2

-6,2

Anzahl Mitarbeiter am
       Stichtag (30.9.)

11.300

11.535

-2,0

 

Weltweite Unterschiede im Marktvolumen

Der weltweite Markt für professionelle Landtechnik ging in diesem Jahr in vielen Regionen erneut deutlich zurück. So ist der Mähdreschermarkt in Nordamerika seit dem Jahr 2013 um die Hälfte eingebrochen, während er in Europa um 22 Prozent schrumpfte. Claas profitierte von einem Umsatzanstieg in Osteuropa und einer stabilen Entwicklung in Frankreich. "Das zweistellige Umsatzwachstum in Osteuropa wirkte sich stabilisierend aus", sagte Lothar Kriszun, Sprecher der Claas-Konzernleitung.

In allen anderen Regionen entwickelten sich die Umsätze rückläufig. In Deutschland konnte der Rückgang durch einen verstärkten Gebrauchtmaschinenverkauf und den weiteren Ausbau des Servicegeschäfts teilweise kompensiert werden.

Hohe Investitionen

Die Investitionen in Forschung und Entwicklung stiegen auf einen neuen Rekordwert von 214 Millionen Euro (Vorjahr: 203 Millionen Euro) und haben sich somit in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Mittelpunkt standen neue Dienstleistungen sowie die Entwicklung von Erntemaschinen und Traktoren. Einen wachsenden Stellenwert nimmt die Elektronik und Software ein.
 
Im südrussischen Krasnodar wurde im Oktober 2015 die Produktion eine neue Landtechnikfabrik hochgefahren. Mit rund 120 Millionen Euro ist es die bislang größte Einzelinvestition in der Claas-Geschichte.

Neben Modernisierungsprojekten für die Produktion in Frankreich und Deutschland stand vor allem der Ausbau des weltweiten Vertriebs- und Händlernetzes im Vordergrund.

Weltweite Mitarbeiterzahl geht zurück

In Deutschland habe Claas den Umsatzeinbruch bei Maschinen durch einen Ausbau des Gebrauchtmaschinen- und Servicegeschäfts teils kompensiert. Hier blieb der Personalstand bei gut 5200. Die weltweite Mitarbeiterzahl ging zum 30. September 2016 auf 11.300 (Vorjahr: 11.535) zurück. 2017 werde die Zahl um weitere 100 bis 200 Jobs sinken, sagte Kriszun. Die Ausbildungsquote lag 2016 bei 8,2 Prozent (Vorjahr 7,8 Prozent).

Ausblick auf das Claas-Geschäftsjahr 2017

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2017 rechnet Claas weiter mit einem rückläufigen Weltmarkt und will weitere 50 bis 80 Millionen Euro einsparen. Die negative Entwicklung der landwirtschaftlichen Einkommen und die Auswirkungen von politischen und wirtschaftlichen Krisen führen zu einer fortgesetzten Kaufzurückhaltung in der Landtechnik. Claas erwartet daher einen leichten Umsatzrückgang und ein stabiles Ergebnis vor Steuern.

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