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Claas muss Vertrieb in Skandinavien neu aufstellen

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Eva Eckinger , agrarheute
am
21.10.2015

Der skandinavische Vertriebspartner von Claas hat überraschend die Zusammenarbeit mit dem Landtechnikhersteller beendet. Stattdessen kooperiert man nun mit Agco.

In Skandinavien wird es als "Erdbeben" und "Paukenschlag" in der Landwirtschaft bezeichnet: Der schwedische Landtechnikvertrieb Landmännen Maskin trennt sich ohne Vorwarnung von seinem bisherigen Partner Claas. Eine Zusammenarbeit, die seit den 70er Jahren existierte.
 
Man wolle grundsätzlich den Fokus auf Schweden richten und sich aus Norwegen sowie Dänemark zurückziehen, so Lantmännen in einer Pressemitteilung. Für diese reduzierte Tätigkeit wählte man allerdings Agco als neuen Partner.

Zukunftsstrategie für Claas unklar

Der Import und Verkauf von Claas-Produkten in Dänemark, Norwegen und Schweden durch den Großvertrieb endet somit. Der Landtechnikvertrieb wird die bis 2016 in Norwegen und bis 2018 in Schweden sowie Dänemark bestehenden Verträge mit Claas erfüllen, diese aber nicht erneuern.
 
Auch für Service und Ersatzteile soll noch eine Weile in vollem Umfang gesorgt werden. Claas bedankte sich bei Lantmännen für die Zusammenarbeit. Wie die neue Vertriebsstrategie von Claas ab 2019 aussehen wird, ist noch unklar.

An einer schnellen Lösung wird gearbeitet

Aus einer an den skandinavischen Markt gerichteten Pressemitteilung gehe deutlich hervor, dass das Unternehmen aktuell intensiv versuche, eine Lösung zu finden, um Claas weiterhin in Skandinavien verkaufen zu können.
 
Gegenüber dem norwegischen Fachmagazin vermeldet Jens Skifter, Claas-Regionaldirektor: "Kein Kunde soll sich unsicher fühlen aufgrund dieser Situation. Wir arbeiten an einer schnellen Lösung für den weiteren Vertrieb in Skandinavien."

Kein Exklusivhändler mehr

Die Gründe für Lantmännen liegen offenbar in der Ausweitung seines Produktangebotes. Wie Jonas Arvidsson, Direktor von Lantmännen, im Rahmen einer Pressekonferenz erklärte, wolle man kein Exklusivhändler mehr sein und sich breiter aufstellen. Auch andere Hersteller sollten in Zukunft vertrieben werden. Claas hätte dies laut Arvidsson abgelehnt, berichtet traktor.no.

Fünf Forderungen an Claas und Agco

Im Rahmen dessen habe man fünf Forderungen an Agco und Claas gestellt. Nachdem man diese Forderungen mit den beiden Unternehmen durchgegangen war, hätte sich klar herausgestellt, dass die Zusammenarbeit in Zukunft mit Agco erfolgen würde. Die Forderungen drehten sich traktor.no zufolge unter anderem um preisliche Vorstellungen sowie den Verkauf von Maschinen anderer Hersteller.

Claas im Vorteil: Agco weg vom finnischen Markt

Finnland ist in diesem Fall nicht betroffen. Dort zeigt sich eine gegensätzliche Entwicklung. Denn der finnische Landtechnikvertrieb Kesko trennt sich von Massey Ferguson und wirft somit auch Agco vom finnischen sowie baltischen Markt, so Kesko in einer Pressemitteilung. Stattdessen unterzeichnete man einen Exklusivvertrag - mit Claas.
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