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Leser fragen, agrarheute antwortet

'Darf ich mit L-Führerschein einen druckluftgebremsten Anhänger fahren?'

John Deere-Schlepper mit Anhänger auf der Straße beim Erdtransport
John Deere-Schlepper mit Anhänger auf der Straße beim Erdtransport © agrarfoto
von , am
20.04.2017

Für den L-Führerschein gibt es diverse Regeln. Ein agrarheute-Leser wollte wissen: "Darf ich mit L-Führerschein einen druckluftgebremsten Anhänger bis 40 t fahren?" Die Antwort.

Vor Kurzem haben wir eine Übersicht über die Regeln bei den Führerscheinklassen zusammengefasst. Doch gerade bei L- und T-Führerschein gibt es immer wieder Unsicherheiten, die uns als Leserfragen erreichen. Dieses Mal wurden wir auf facebook gefragt:

"Darf ich mit L-Führerschein einen druckluftgebremsten Anhänger bis 40 t fahren?"

Wir haben bei Martin Vaupel, Verkehrsexperte bei der LWK Niedersachsen, nachgefragt.

Druckluftgebremste Anhänger dürfen mit L-Führerschein gefahren werden

Die kurze Antwort: "Ja, das ist möglich." Die Art der Bremsen des Anhängers hat mit der Führerscheinklasse nichts zu tun. Bei Druckluftbremsen gibt es keine separaten Regelungen

Aber bei Auflaufbremsen muss man aufpassen, gibt Vaupel zu bedenken: "Auflaufbremsen sind nur bei Anhängern bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 8 t erlaubt." Und es gibt weitere Einschränkungen:

  • Wirkt die Bremse nur auf eine Achse, ist die Geschwindigkeit des Anhängers auf 25 km/h begrenzt.
  • Werden alle Räder des Anhängers durch die Auflaufbremse gebremst, kann der Anhänger eine Zulassung für 40 km/h bekommen.
  • Werden jedoch zwei auflaufgebremste Anhänger am Traktor mitgeführt, darf nur 25 km/h gefahren werden und die Anhänger sind mit 25er-Geschwindigkeitsschildern zu kennzeichnen.

L-Führerschein: Mit Anhänger nur 25 km/h

Grundsätzlich darf mit dem L-Führerschein mit jedem Anhänger nur 25 km/h schnell gefahren werden. Je nach Kombination der Fahrzeuge und den zulässigen Gesamtgewichten der Einzelfahrzeuge, darf das Gesamtgewicht eines Zuges mit mehr als vier Achsen, nicht mehr als 40 t betragen.

Führerscheinklasse L, T und C/CE: Diese Maschinen dürfen Sie fahren

Fendt mit Pflug auf Straße
Mit der Fahrerlaubnisklasse L können ab einem Alter von 16 Jahren Zugmaschinen, also Traktoren, mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (bbH) bis 40 km/h gefahren werden. Das gilt jedoch nicht, wenn Anhänger mitgeführt werden. © Werkbild
Fendt mit Anhänger auf Straße
Mit einem Anhänger am Traktor darf man mit dem L-Führerschein maximal 25 km/h schnell fahren. Das gilt auch, wenn der Anhänger bis 40 km/h zugelassen ist. © agrarfoto
Mähdrescher in Getreidefeld
Auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen, wie Mähdrescher, dürfen mit dem L-Führerschein gefahren werden. Jedoch gilt auch hier eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. © agrarfoto
Xerion auf der Straße
Mit dem T-Führerschein kann man ab einem Alter von 16 Jahren Schlepper mit einer bbH bis 40 km/h fahren. Ab 18 Jahren ändert sich das: Dann Traktoren bis 60 km/h fahren. Diese Geschwindigkeiten gelten auch, wenn man einen Anhänger mitführt - sofern der Anhänger natürlich auf die jeweilige Höchstgeschwindigkeit zugelassen ist. © Julia Eder
Roder auf der Straße
Selbstfahrende Arbeitsmaschinen wie Mähdrescher, Häcksler oder Roder dürfen mit der Klasse T bis zu einer bbH von 40 km/h gefahren werden. © agrarfoto
John Deere auf Baustelle
Achtung ist geboten beim Zweck: Die beschriebenen Führerscheinklassen L und T dürfen nur im Rahmen von land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken eingesetzt werden. Fährt man zum Beispiel für einen Bauunternehmer Bauschutt, Erde oder Sand, hat dies nichts mit den lof-Zwecken zu tun und somit müsste der Fahrer dann die Führerscheinklasse C/CE haben. © Julia Eder
Agrotruck im Feld
Auch mit so genannten Agrotrucks können lof-Zwecke erfüllt werden. Wenn diese allerdings - was in der Regel der Fall ist - eine bbH von mehr als 60 km/h haben, ist hier ein C- bzw. mit Anhänger CE-Führerschein nötig. Dieser kann ab 21 Jahren erworben werden. © Werkbild
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