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Rohstoffknappheit

Diesel: So lagert man Sprit in der Hoftankstelle

Schlepper beim Tanken
am Donnerstag, 14.04.2022 - 05:39 (Jetzt kommentieren)

Während die globalen Energiemärkte aktuell mit volatilen Ölpreisen kämpfen, warnen einige Experten, dass das noch nicht das Ende der Energiekrise ist: Es könnte es zu einer noch nie dagewesenen Dieselknappheit kommen.

Lohnt sich die Diesel-Lagerung auf dem Hof?

Neben der Möglichkeit Diesel an der Tankstelle zu tanken, nutzen die meisten Landwirte eigene Tanks, um Diesel zu lagern und ihre Maschinen damit zu betanken. Es handelt sich hierbei rechtlich um eine „Eigenverbrauchstankstelle“. Hierfür müssen einige Anforderungen erfüllt werden. Dazu zählen:

  • Tankstellenfläche (Abfüllplatz)
  • Lagerbehälter (Tank)
  • Abgabeeinrichtung (Zapfpistole oder Zapfsäule mit Pumpe)
  • Rohrleitungen mit Anschlüssen
  • Sicherheitseinrichtungen (z.B. Grenzwertgeber)

Hoftankstelle: Diese Auflagen müssen erfüllt werden

Um Diesel für den Eigenverbrauch auf dem Hof zu lagern, müssen einige Anforderungen an den Lagerbehälter, also den Tank, erfüllt werden. So ist beispielsweise ein einwandiger Behälter nur mit Auffangwanne zugelassen. Ist der Tank doppelwandig, wird hingegen keine Rückhalteeinrichtung benötigt. Für den Tankwagen wird ein fester Anschluss und ein Grenzwertgeberanschluss benötigt (Ausnahme: der Tank fasst weniger als 1.250 l). Für die Betankung der Betriebsfahrzeuge miss ein automatisch schließendes Zapfventil bei einer elektrischen Pumpe vorhanden sein.

Die Hoftankstelle muss auf einem flüssigkeitsdichten Beton stehen. Alternativ sind auch Plattensysteme oder Dichtfolien mit Bauartzulassung im Wirkbereich zugelassen. Der gesamte Wirkbereich muss überdacht sein. In der Praxis heißt das: Tank + Länge Schlauch + 1 m (Überstand). Alternativ kann ein Leichtflüssigkeitsabscheider eingesetzt werden. In jedem Fall muss Bindemittel sowie ein Feuerlöscher (6 kg) für den Notfall vorgehalten werden.

Diesel: Diese Qualitäten gibt es beim Dieselkraftstoff

Tankstelle

Dieselkraftstoff nach EN 590 verfügt über eine Grundadditivierung (Schmierfähigkeits-Verbesserer) und je nach Jahreszeit zudem einen Fließfähigkeitsverbesserer. Die Sommerqualität (max. bis -2 °C) gibt es vom 15.4. bis zum 30.09. und die Winterqualität (max. bis -20 °C) ist vom 1.11. bis 28.02. verfügbar. In den übrigen Zeiten wird sogenannte Übergangsqualität (max. bis -13 °C) angeboten.

Grundsätzlich gilt für alle Qualitäten nach EN 590:

  • Deutschlandweit ist eine gute Dieselqualität vorhanden
  • Diesel muss die Mindestanforderung der Normung für Diesel erfüllen (EN 590)
  • Viele Qualitätskontrollen der Raffinerie und Tanklager
  • Tankwagen zur Auslieferung sind sauber (klinisch rein)
  • Dieselqualität ist seit 15 Jahren nahezu unverändert (ausgenommen Schwefelgehalt)

Diesellagerung in der Land- und Forstwirtschaft

Generell gibt es auf den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben ein erhöhtes Aufkommen an Staub, Pollen und Insekten. Je nachdem wie groß das Lager und der Verbrauch ist, kann es saisonbedingt zu langen Lagerzeiten des Kraftstoffs kommen. Die Qualität kann darunter leiden. Es können daher folgende Qualitätsmängel auftreten:

  • Sedimentbildung und harzige Ablagerungen durch Wärme, Licht oder Luft
  • Ablagerungsbildungen in den Injektoren
  • Ablagerungen am Dieselfilter (Filterbelegung)
  • Erhöhtes Aufkommen von freiem Wasser am Tankboden (Kondensation)
  • Störungen an den Tankanlagen und den Maschinen sind vorprogrammiert

Wasser am Tankboden ist die Grundlage für Mikroorganismen. Mikroben können Algen (selten), Pilze und Bakterien sein. Alles benötigen Kohlenwasserstoffe als Nahrungsquelle. Sind Mikroorganismen im Diesel, so sind sie die Ursache der „Dieselpest“.

 

 

So verhindern Sie einen Qualitätsverlust

Es gibt zahlreiche einfache Tipps, wie Sie sich einen qualitativ hochwertigen Diesel sichern. Eine erste Maßnahme ist, den eingelagerten Diesel möglichst komplett aufzubrauchen und erst dann eine Lieferung zu bestellen. Das gilt vor allem in Zeiten, in denen der Durchsatz eher gering ist – nicht währen der Hauptsaison wie beispielsweise der Ernte.

Ist der Tank leer, sollte in regelmäßigen Abständen ein Tankreinigung durchgeführt werden. Eine letzte Möglichkeit ist, auf Premiumdiesel umzustellen. Dieser ist in der Anschaffung teurer. Das kann sich aber auf Dauer auszahlen.

Mit Material von BayWa

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