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Spezielles

Ersatzteilgeschäft: Raus aus der Eh-da-Falle

von , am
10.08.2012

Das Ersatzteilgeschäft ist eine zentrale Ertragssäule im Fachbetrieb. Warum werden in den meisten Betrieben speziell die Ersatzteilkollegen im Vergleich so stiefmütterlich behandelt?

Der Ersatzteilbereich wird oft stiefmütterlich behandelt. © agrartechnik
Kennen Sie die so genannten EDAKosten? Nein? Erkennbarer wäre wohl die Schreibweise "Eh-da-Kosten" ... Damit werden spaßhaft die Fixkosten bezeichnet, die unabhängig von einer Investitionsentscheidung vorzuhalten sind, weil die Kostenverursacher im Betrieb "eh da", also sowieso da sind. Vorzugsweise handelt es sich um die Mitarbeiter, die ja eh da sind und noch mal eben dies und jenes zusätzlich mitmachen können ...
 
Witzig ist diese Formulierung für die Betroffenen allerdings nicht, denn leider verfahren noch zu viele Betriebe nach diesem Prinzip.

Zeit ist nicht beliebig vermehrbar

Dumm daran ist nur, dass Zeit nicht beliebig vermehrbar ist und bei diesen Mitarbeitern oft genug angesichts der "eben-mal-mitmachen"-Arbeiten wichtigeres auf der Strecke bleibt. Wichtig wäre im Ersatzteilbereich zum Beispiel, neue Projekte zu planen oder grundsätzliche Themen aufzuarbeiten wie Potenzialanalyse oder neue Vermarktungsstrategien. Das geht aber nicht, wenn schon das Tagesgeschäft alle Akteure aus- und überlastet.
 
Ersatzteilgeschäft ist wichtig
 
Betrachtet man die tägliche Praxis der Landmaschinen-Fachbetriebe, so tauchen im Ersatzteillager nicht nur Eh-da-Kosten, sondern auch Eh-da-Erträge auf. Diese Sparte war und ist eine der wichtigsten Ertragsbringer im Fachbetrieb. Betrachtet man die tatsächliche Marge pro Person, stehen sich Maschinen- und Ersatzteilverkauf in nichts nach. Und wer bekommt Lob und Unterstützung? Und wem werden sie wohl ewig nachschleichen? Keine Sorge, an dieser Stelle geht es nicht darum, eine Neiddebatte zu entfachen. Aber nur, weil die Ersatzteilmargen immer schon da waren, heißt es nicht, dass dies so bleibt. Die Erträge sind eben nicht eh da, sondern müssen künftig anders und härter erarbeitet werden. Das wiederum fordert von den Beteiligten ganz andere Qualifikationen. In  Aus- und Weiterbildung wird aber speziell in der Lagersparte bisher zu wenig investiert - eines der gravierensten Probleme unserer Branche.

Das Ersatzteilgeschäft ist auf andere Füße zu stellen. Dabei tun sich drei Baustellen auf: Betriebswirtschaft und Bestandsmanagement, Arbeitsabläufe im Lager inklusive der Zusammenarbeit mit der Werkstatt sowie gezieltere Erarbeitung von Umsatzpotenzialen.
 
 
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