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Fendt plant deutlichen Stellenabbau

© agrartechnik
von , am
08.10.2014

2013 war ein Rekordjahr in der Geschichte des Landtechnikherstellers Fendt. In diesem Jahr sind die Auftragsbücher deutlich weniger gefüllt, deshalb plant Fendt nun einen deutlichen Stellenabbau.

Wie bei vielen anderen Landtechnikherstellern auch, füllen sich die Auftragsbücher bei Fendt heuer nicht. Die Folge: Das Unternehmen plant einen deutlichen Stellenabbau. © Fendt
2013 war noch ein Rekordjahr in der Geschichte des Landtechnikherstellers Fendt. In diesem Jahr sind die Auftragsbücher jedoch deutlich weniger gefüllt, deshalb plant Fendt nun einen massiven Stellenabbau.
 
Die Rede ist von bis zu 500 Arbeitsplätzen - die meisten davon betreffen Leiharbeiter, aber auch die Zukunft eines Teils des Stammpersonals steht zur Diskussion. Betroffen sind Mitarbeiter in den Werken Markt Oberdorf im Allgäu und im nordschwäbischen Bäumenheim.

Leere Auftragsbücher führen zu Stellenabbau bei Fendt

Eine schwierige Marktsituation und nahezu leere Auftragsbücher im zweiten Halbjahr machten diesen Schritt notwendig, sagte der Vorsitzende der Fendt-Geschäftsführung, Peter-Josef Paffen auf Anfrage der "Augsburger Allgemeinen Zeitung" zum geplanten Stellenabbau
 
Der Landtechnikmarkt ist derzeit durch den Preisverfall für landwirtschaftliche Produkte angespannt. Die Ursachen hierfür liegen nach Paffens Meinung, unter anderem an den Sanktionen der EU gegenüber Russland und die unsichere politische Lage in Osteuropa. Außerdem sei der französische Markt, dem nach Deutschland wichtigsten Markt für das Fendt, um über ein Viertel eingebrochen. In guten Jahren verkauft das Unternehmen rund 3.000 Traktoren nach Frankreich.

Laut Angaben des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) müssen sich alle  Landtechnikhersteller auf eine Wachstumsflaute einstellen. Der weltweite Umsatz werde um vier Prozent auf 93 Milliarden Euro sinken. In Deutschland allein sei das Auftragsvolumen der Hersteller in den Monaten Mai bis Juli 2014 um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Die Neuzulassungen von Traktoren im August liegen rund sieben Prozent unter denen im August 2013. 

Fendt setzt auch auf Kurzarbeit

All das macht sich in den Auftragsbüchern von Fendt bemerkbar. Nach einem ordentlichen ersten Halbjahr, sei die Auftragszahl nun kritisch. "Wir hatten einen miserablen August. Das war einer der schlechtesten Monate überhaupt. Wir leben derzeit von der Hand in den Mund", sagte Paffen der Augsburger Allgemeinen.
 
Bis Juli diesen Jahres habe man sich von 144 Leiharbeitern getrennt. Mittlerweile könne man, laut Paffen, jedoch nicht mehr ausschließen, dass auch Stammpersonal entlassen werden muss. Und das sowohl am Stammsitz in Marktoberdorf als auch im nordschwäbischen Bäumenheim. Aktuell arbeiten in Marktoberdorf zirka 3.200 Mitarbeiter, in Bäumenheim 998. Bis Ende Oktober werde man auf 36 Kurzarbeitstage kommen.
 
Beim Traktorenabsatz für das Jahr 2014 rechnet Paffen trotz aller Schwierigkeiten mit einem "ordentlichen" Ergebnis. Die Marke von 15.000 Traktoren könne man vermutlich nicht ganz schaffen. Dies ist ein mit den Jahren 2011 und 2012 vergleichbares Ergebnis. Im Jahr zuvor hatte Fendt noch 17.837 Traktoren verkauft.

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