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Spezielles

Festen Stand am Markt

von , am
28.02.2014

Im Stützfuß einer Landmaschine steckt ein enormes KnowHow. Das wird unter anderem bei den Produkten der italienischen Firma Simol deutlich.

Der Norden von Italien hat im Maschinenbau einen sehr starken Mittelstand, der sich vielfach einem Fertigungsstrang beziehungsweise einem Produkt widmet. Zu diesen Unternehmen gehört die Firma Simol S.p.A. aus Codisotto di Luzzara zwischen Verona und Modena. Jeder von uns hat wohl schon mit ihren Produkten zu tun gehabt: Hinter dem Logo verbirgt sich nämlich der in Europa marktführende Hersteller von Stützrädern und -füßen.
 
Der Geschäftsführer und Inhaber Dr. Stefano Silvani erklärte gegenüber AGRARTECHNIK auf der Agritechncia 2013: "Simol ist auf dem europäischen Markt durchaus etwas besonderes. Wir sind die einzigen, die sich mit Erfolg ausschließlich auf die Entwicklung und die Produktion von Stützrädern und -füßen konzentrieren. Schon allein das spricht für unsere Kompetenz und Qualität. Des weiteren sind wir in allen Branchen aktiv, in denen Stützräder und -füße benötigt werden." Die Produkte von Simol finden sich in allen landtechnischen Maschinenarten, die abgestützt werden müssen, wie Futter­mischwagen, Güllefässer, Kipper, Tankwagen, Rückewagen, Rund- und Quaderballenpressen und vielen mehr.  
 

Qualität sichern

Das Sortiment von Simol umfasst gegenwärtig insgesamt 700 verschiedene Artikel und Modelle. Die Anforderungen der OEM und der Endkunden an die Produkte seien dabei sehr hoch, berichtet Dr. Stefano Silvani: "Besonders wichtig sind die Faktoren Tragfähigkeit, Stabilität und Langlebigkeit. An einem Stützfuß darf es keine Schwächen geben ­anderenfalls könnte es teuer, schlimmstenfalls gefährlich werden. Dementsprechend legen wir Wert auf sehr hohe Qualität. Schon bei der Entwicklung kommt in unserer technischen Abteilung die modernste 3D-Software - wie zum Beispiel die FEM zum Einsatz."
 
In der Produktion von Simol ist die Verwendung von gehärtetem Stahl und graphitiertem Fett Standard (letzteres hat auch bei unregelmäßiger Anwendung bessere Laufeigenschaften). Als weiteres Qualitätsmerkmal nennt der Geschäftsführer die Überlappung zwischen Innenstange und Außenstütze beim ausgefahrenen Stützfuß. Als weitere Stärke von Simol nennt der Geschäftsführer die Oberflächenbehandlung. In der Branche sei nur der einfache Rostschutz gängige Praxis. Die Produkte von Simol würden dagegen einer KTL-Lackierung plus Pulverbeschichtung unterzogen.
 

Starke Region für die Produktion

Hierfür hat das Unternehmen eine hochmoderne Lackieranlage im Einsatz. Dr. Stefano Silvani: "Während der Krise haben wir in unseren Standort stark investiert. Dabei wurde das Werk neben der Lakieranlage auch mit neuen Laserschweißrobotern ausgestattet." Von den 58 Mitarbeitern bei Simol sind insgesamt 43 in der Produktion beschäftigt. 90 Prozent der Fertigung wird heute direkt am Standort abgearbeitet. Um den schwankenden Nachfragezyklen in der Landtechnik gerecht zu werden, kann zudem auf das Potenzial anderer Unternehmen zurückgegriffen werden. "Wir haben bei uns in der Region einen sehr starken Mittelstand. Das sind oftmals Familienunternehmen, die sich auf bestimmte Produktionsschritte spezialisiert haben und mit denen wir schon lange zusammen arbeiten. Sie liefern eine außergewöhnlich hohe Qualität", erklärt der Geschäftsführer.

Damals und heute

Simol ist mit seinem Kundenstamm sehr exportorientiert. Die Produkte werden heute in 40 Nationen geliefert, die je nach Struktur über ein Händlernetz oder auch einen Importeur bedient werden. Die wichtigsten Abnehmer befinden sich, neben der EU, in Australien, Japan, Kanada, Korea und den USA. Wichtigste Exportnation sei aber Deutschland, erklärt Stefano Silvani. Über 30 Prozent des Umsatzes würden in der Bundesrepublik generiert. Diese Bedeutung sei noch auf den Vater und Firmengründer Vittorio Silvani zurückzuführen, der heute als Präsident des Firmenvorstandes nach wie vor aktiv ist. Er reiste schon in den 60ern kurz nach der Firmengründung regelmäßig nach Deutschland und baute Geschäftskontakte auf.

Optimale Detaillösung

Den Großteil des Geschäftes macht Simol mit Erstausrüstern (OEM). 56 Prozent der bei Simol gefertigten Stützfüße und Stützräder werden zudem, in Zusammenarbeit mit dem Kunden, nach dessen Wünschen entworfen und produziert. Das verlangt eine enge Zusammenarbeit. Simol bekommt in der Regel zunächst die Baupläne der angedachten Maschine. Der OEM hat meistens schon vorab anhand der Höhe der Achse und der dort auftretenden Kräfte einen bestimmten Standardstützfuß im Fokus. In der Kommunikation mit Simol wird das Produkt auf die spezielle Anwendung hin angepasst. Vor allem bei den Anschlussflanschen, die direkt am zu stützenden Gerät anliegen und mit ihm verbunden sind, werden Sonderlösungen (zum Beispiel in der Art der Bohrung und der Metallstärke) verlangt. Solche Kooperationen betreffen vor allem die größeren OEM, die auch eine gewisse Mindestmenge abnehmen. Sie werden direkt über die Zentrale in Italien bedient. Diese OEM versorgen dann ihre eigenen Fachhändler auch mit den nötigen Ersatzteilen für den Service. Kleinere OEM werden in Deutschland über den Großhandel und einige spezialisierte Händler mit Standardlösungen und Ersatzteilen versorgt.

Plagiate von Stützfüßen

Ein Problem, das sich in den vergangenen Jahren immer stärker etabliert hat, sind so Dr. Stefano Silvani die Plagiate: "Man will es nicht für möglich halten, aber tatsächlich werden auf dem europäischen Markt gegenwärtig auch Simol-Plagiate vertrieben. Offenbar haben einige Betrüger in der sehr guten Reputation von Simol ein Geschäftsfeld entdeckt und lassen nun in Fernost billige Kopien unserer Produkte herstellen. Auf Messen habe ich inzwischen mehrfach Stützfüße mit dem Simol-Design manchmal sogar mit dem Simol-Logo gefunden, die definitiv nicht aus unserem Hause stammen." Gegen solche Aktionen vorzugehen sei sehr schwer, berichtet Dr. Stefano Silvani weiter: „Im Grunde müsste man jedes Design der eigenen Produkte sichern und jede Entwicklung patentieren lassen. Das ist für ein mittelständiges Unternehmen wie Simol nicht zu stemmen. Deshalb versuchen wir, wo immer es geht, auf die Risiken hinzuweisen. Ein Händler sollte nur direkt von uns kaufen und zum Kunden hin diesen direkten Bezug kommunizieren. Und wer dennoch bewusst Fälschungen vertreibt oder verbaut muss wissen, dass wir ihn sobald wir davon Kentniss bekommen nicht mehr mit unseren Ersatzteilen beliefern werden.
 
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