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Werkstatt

Fettpresse: Sie gehört auf jeden Bauernhof

Mit der Fettpresse werden Lager und Gelenke abgeschmiert. Bei vielen Landmaschinen erfolt das Abschmieren noch manuell.
am Donnerstag, 28.07.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Fettpresse ist in jeder Hofwerkstatt anzufinden. Und das nicht ohne Grund: Damit es wie geschmiert läuft, sollten Traktor, Mähdrescher und Arbeitsgeräte in regelmäßigen Abständen mit neuem Fett versorgt werden. agrarheute beantwortet die häufigsten Fragen zum Thema Fettpressen in der Landwirtschaft.

Die Fettpresse ist ein wichtiges Werkzeug bei der Wartung von Traktoren und Maschinen und in jeder Hofwerkstatt zu finden. Für einen reibungslosen Einsatz müssen Lager und Gelenke von Landmaschinen regelmäßig mit Schmierstoffen versorgt werden.

Welche Fettpressen gibt es?

Generell wird zwischen vier verschiedenen Arten von Fettpressen unterschieden:

  • Einhandfettpressen, sie können mit einer Hand bedient werden, die andere Hand bleibt frei. Nachteil ist, dass mit einer Hand weniger Druck aufgebaut werden kann, wodurch der Abschmiervorgang länger dauern kann.
  • Handhebelfettpressen werden mit beiden Händen bedient und können hohe Drücke erzeugen.
  • Druckluftfettpressen werden an einen Kompressor angeschlossen. Damit lassen sich sehr hohe Drücke generieren, die Bedienung ist mit einer Hand möglich. Durch die Verbindung zum Kompressor ist die Reichweite eingeschränkt.
  • Akkufettpressen vereinen die Vorteile von manueller und pneumatischer Fettpresse mit einem elektrischen Antrieb. Sie erzeugen einen hohen Druck und sind mobil einsetzbar.

Was kostet eine Fettpresse?

Einhändiges Bedienen der Akkufettpresse ist hilfreich bei schwer zugänglichen Schmiernippeln.

Der Preis einer Fettpresse hängt von vielen Faktoren ab. Hochwertige Einhand- und Handhebelfettpressen liegen im Durchschnitt zwischen 20 und 40 Euro. Druckluftfettpressen kosten zwischen 100 und 200 Euro. Die akkubetriebenen Fettpressen sind am teuersten, vereinen aber auch die meisten Vorteile. Für eine qualitative Akkufettpresse sind mindestens 200 Euro fällig. Achten Sie beim Kauf einer neuen Fettpresse auf Prüfsymbole wie die CE-Kennzeichnung.

Welches Fett für die Fettpresse bei Landmaschinen?

Die fachgerechte Pflege von Traktor oder Anhänger trägt zum Erhaltung von Wert und Funktion bei. Zum Abschmieren sollte das richtige Fett für den jeweiligen Anwendungsbereich verwendet werden.

  • Lithiumseifenfette haben eine transparente Farbe, sind wasserbeständig und finden bei normalen Schmierstoffanwendungen ihren Einsatz. Sie können in einem Temperaturbereich von -30 °C bis +130 °C eingesetzt werden.
  • Komplexseifenfette sind wasserbeständiger, alterungsstabiler und korrosionsschützender als reine Lithiumfette. Einsatzbereiche sind Nutzfahrzeuge, Bau-, Land- und Arbeitsmaschinen, beispielsweise die Schmierung von Anhängerachsen, Aufsattelkupplungen oder Drehkränzen. Der Einsatzbereich liegt bei Temperaturen von ca.-30 °C bis +150 °C.
  • Natriumseifenfette haben eine sehr gute Walkfestigkeit. Der Tropfpunkt liegt etwa zwischen +150 °C und +180 °C, die Schmierfähigkeit liegt zwischen -20 °C und +110 °C. Die Fette sind nicht wasserbeständig, daher dürfen Lagerstellen nicht unter Dampf- oder Wassereinwirkung stehen.
  • Calciumseifenfette sind sehr wasserbeständig und zeichnen sich vor allem als hervorragender Schutz gegen Salzwasser aus. Bevorzugte Einsatzbereiche sind Land- und Forstwirtschaft sowie Maschinen im Winterdiensteinsatz. Die Fette sind keine Hochtemperaturfette und dürfen nicht zur Achsenschmierung verwendet werden.

Wie füllt man eine Fettpresse nach?

Die meisten Fettpressen sind so gebaut, dass sie entweder mit Kartuschen oder mit losem Fett befüllt werden können. Fettkartuschen lassen sich schnell wechseln. Nach dem Abschrauben des Pressenrohr muss der Stab auf Anschlag nach außen gezogen werden. Dann kann die neue Kartusche in das Pressenrohr eingesetzt werden, der Deckel geschlossen und der Stab wieder eingedrückt werden. Ob die Kartusche korrekt ausgetauscht wurde lässt sich prüfen, indem eine kleine Menge Fett aus der Fettpresse gelassen wird.

Fett in größeren Behältnissen zu kaufen ist oft kostengünstiger, als einzelne Fettkartuschen zu erwerben. Dann muss das lose Fett mit einem speziellen Einfüllgerät in die Fettpresse gefüllt werden. Eine weitere Möglichkeit ist, das Fett direkt aus dem Behälter in die Fettpresse zu saugen. Bei vielen Fettpressen, die sowohl Kartuschen als auch loses Fett verwenden können, muss vorher die Manschette umgedreht werden, damit die Fettpresse richtig abdichtet. Die Hersteller von Fettpressen bieten hierfür spezifische Bedienungsanleitungen an.

Wie funktioniert ein Schmiernippel?

Ein Schmiernippel ist über ein Gewinde mit dem Bauteil verbunden. Über den Schmiernippel wird ein Lager mittels Fettpresse mit Schmierstoff versorgt. Die meisten Schmiernippel funktionieren wie ein Rückschlagventil. Eine federgespannte kleine Kugel im Inneren des Schmiernippels schließt die Öffnung nach außen, sodass kein Fett austreten kann. Der durch die aufgesetzt Fettpresse erzeugte Druck schiebt die Kugel ins Innere des Stutzens. So kann das frische Fett aus der Fettpresse ins Lager fließen. Wenn der Druck nachlässt, verschließt die Kugel die Öffnung des Schmiernippels und dichtet ihn ab. Auch wenn mehr und mehr Zentralschmieranlagen verbaut werden, die den Wartungsaufwand verringern, finden sich an landwirtschaftlichen Maschinen noch häufig Schmiernippel zur manuellen Versorgung mit Schmierstoff.

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