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Hallenbau

Flügel-, Roll- oder Schiebetor? Das sind die Vor- und Nachteile

Hans-Nikolaus Meiforth/LWK Niedersachsen/Katharina Krenn/agrarheute
am
01.08.2016

Bei der Planung landwirtschaftlicher Hallen steht irgendwann die Frage nach der Torgestaltung in Raum. Wir haben eine Übersicht der wichtigsten Tor-Varianten.

Um den Innenraum einer Halle voll nutzen zu können, ist es manchmal erforderlich, schräg durch die Toröffnung hindurch zu fahren. In solchen Fällen sind Torbreiten von 5 bis 6 m von Vorteil. Durchfahrtsbreiten von 6 m erlauben zudem das Abstellen von zwei nebeneinander stehenden Erntewagen.

Sind traufseitige Zufahrtsöffnungen geplant, sollte beachtet werden, dass die nutzbare Durchfahrtsbreite in etwa dem Achsabstand der Binder minus einen Meter entspricht.

Flügeltore

Flügeltore sind eine bewährte Methode, um Gebäudeöffnungen zu verschließen.

  • Bis zu einer Flügelgröße von ca. 6,5 m² sind sie auch noch recht gut handhabbar.
  • Bei windigem Wetter artet das Öffnen eines Flügeltors allerdings schon mal in einen Kraftakt aus.
  • Ein weiterer Nachteil ist, dass der Schwenkbereich der Flügel stets frei bleiben muss.
  • Auch setzen sich hölzerne Tore mit der Zeit und beginnen dann zu hängen und beim Schwenken aufzusetzen.

Schiebetore

Schiebetore sind eine praktische und kostengünstige Torvariante.

  • Sie sind bestens zum Verschließen breiter Einfahrtsöffnungen geeignet, da sie einflügelig in der Breite bis 8 m und zweiflügelig bis zur Breite von 12 m gebaut werden.
  • Schiebetore ganz aus Metall sind erheblich leichter als die Holzvarianten und lassen sich besser handhaben als Holz-Schiebetore.
  • Schiebetore, die außen am Gebäude angebracht sind, haben einen Schwachpunkt: Die obere Schiene, an der die Torblätter aufgehängt sind. Sie muss durch eine Verkleidung vor Witterungseinflüssen geschützt und regelmäßig gereinigt und geschmiert werden, um dauerhaft funktionstüchtig zu bleiben.

Rolltore

Rolltore spielen im landwirtschaftlichen Hallenbau eine eher geringere Rolle, da sie recht teuer sind. An den Einfahrtsöffnungen von temperierten Lagerräumen und Kühllagern kommen Schnelllauftore zum Einsatz.

  • Das Torblatt eines Rolltors besteht aus schmalen Einzelgliedern aus Stahl oder Aluminium.
  • Allen Rolltoren ist gemein, dass das Torblatt beim Öffnen auf eine Welle oberhalb der Toröffnung aufgewickelt wird.
  • Die Torglieder müssen daher recht dünn sein, damit das Tor im aufgerollten Zustand nicht zu viel Platz einnimmt. Aus diesem Grund sind Rolltore über 5 m Breite recht windempfindlich.
  • Bei größeren Einfahrtsbreiten kommen verstärkte Ausführungen zum Einsatz, was zusätzliche Kosten verursacht.

Sektionaltor

Die Sektionaltore haben die anderen Torvarianten im Bereich der Hauptzufahrten weitestgehend abgelöst. Sie sind ähnlich wie Rolltore aufgebaut, haben aber größere und stabilere Torglieder, die deshalb auch als Sektionen bezeichnet werden. Die einzelnen Torsektionen sind durch Scharniere miteinander verbunden und bilden ein Torblatt, das beim Öffnen schienengeführt unter das Dach geschoben wird.

  • Durch die exakte Ausbalancierung des Torblattes über Federn lassen sich Sektionaltore von Hand leicht und schnell öffnen und schließen.
  • Je nach Hersteller kommen hier Zug- oder Torsionsfedern zum Einsatz.
  • Ein komfortabler Elektroantrieb mit Funksteuerung lässt sich einfach nachrüsten.
  • Sektionaltore werden bis zu einer maximalen Breite von ca. 6,5 m angeboten.
  • Durch ihren geringen Platzbedarf eignen sie sich auch gut zum Einbau in Altgebäude.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Land&Forst Ausgabe 19.

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