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Holz-Diebstahl

Mit GPS-Trackern den Holzdieben auf der Spur

Gestapelte Fichtenstämme im Wald
am Sonntag, 28.08.2022 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Brennholz ist knapp und begehrt. Die steigenden Preise machen das Geschäft lukrativ und rufen Diebesbanden auf den Plan. Forstbetriebe und Waldeigentümer beklagen bereits Millionenschäden durch organisierten Holzklau. Mit Ortungstechnik, die in geschlagene Baumstämme eingebaut wird, will man Langfingern auf die Schliche kommen.

Deutschland in der Inflation rüstet sich für die Heizperiode. Die Preise auf dem Brennholz-Markt sind so hoch wie lange nicht mehr. In vielen Baumärkten ist Kaminholz ausverkauft. Das lukrative Geschäft ruft organisierte Banden auf den Plan.

Der finanzielle Schaden für Waldbesitzer belaufe sich bundesweit bereits auf mehrere Millionen Euro. Der Trend zum Holzdiebstahl folge dabei einer gewissen Marktlogik, so der Waldeigentümer-Verband AGDW: „Je höher der Holzpreis, desto größer die Diebstahlquote.“ 

Lkw-weise Brennholz auf Abwegen

GPS-Tracker auf Baumstamm

Immer mehr Waldeigentümer und Forstbetriebe setzen daher auf GPS-Technik, die Diebe abschrecken und orten soll. Der Vorstandsvorsitzende von ForstBW, Max Reger, beschreibt die Situation so: „Neben ganzen Langholz-Stämmen stellen wir inzwischen immer häufiger fest, dass Holzdiebe es auch auf Brennholz abgesehen haben. Das Holz wird nicht nur mit Pkw-Anhängern, sondern teilweise auch mit ganzen Lkw-Ladungen illegal abtransportiert. Leider verleiten die steigenden Energiepreise verstärkt zu Diebstahl von Brennholz. Wir setzen auf moderne Methoden, um die Täterinnen und Täter aufzuspüren und zur Anzeige zu bringen.“

GPS-Ortung: Forstbetriebe und Polizei arbeiten zusammen

Reger hält fest, dass es sich bei Holzdiebstahl nicht um ein „Kavaliersdelikt“ handelt, sondern eine Straftat. „Um diesem Trend entgegenzustehen, setzen wir bei ForstBW GPS-Tracker ein, anhand derer unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Position des Holzes jederzeit überprüfen können“, so der Forstexperte. „Stellen sie dabei fest, dass sich die Stämme bewegen, obwohl keine Abfuhrfreigabe erteilt wurde, schalten wir direkt die Polizei ein“. Anhand der GPS-Daten lasse sich so direkt feststellen, welchen Weg die Stämme eingeschlagen haben, und wo sie sich zum jeweiligen Zeitpunkt befinden. 

„Da es sich um sehr kleine Geräte handelt, können unsere Forstwirtinnen und Forstwirte diese problemlos auch in Brennholz verstecken, das oft aus deutlich schwächeren Ästen und Stammteilen besteht als Bauholz“, erklärt Reger das Vorgehen. Mit geringem Aufwand ließen sich die Tracker so im Holz integrieren, dass sie völlig unsichtbar seien.

Illegale Geschäfte mit Brennholz schaden auch Verbrauchern

Obwohl Brennholz nur als Nebenprodukt bei der nachhaltigen Ernte von Bau- und Industrieholz anfalle, entstehe durch den Diebstahl ein erheblicher Schaden, so Reger. „Wir möchten möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit erschwinglichem Brennholz aus den heimischen Wäldern versorgen und so dazu beitragen, die Abhängigkeit von Fossilen Energieträgern zu verringern“, erklärt der Vorstandsvorsitzende von ForstBW weiter. „Das kann uns aber nicht gelingen, wenn das Holz regelmäßig entwendet und anschließend illegal weiterverkauft wird. Deshalb ist uns bei ForstBW sehr daran gelegen, diesen Straftaten Einhalt zu gebieten.“

Der Einsatz sogenannter Forst-Tracker ist nicht neu. Auch in Hessen setzt man auf die satelliten-gestützte Überwachungstechnik, um den Holzdiebstahl einzudämmen. Wie das genau geschieht, zeigen Mitarbeiter von HessenForst in einem Video:

Mit Material von ForstBW und HessenBW

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