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Techniktest

Holzernte: Neue Achtrad-Kombimaschine W200 im Testeinsatz

Holzernte mit Rückewagen
Werner Hoppe/Forstpraxis
am
30.11.2016

Die Firma Welte Fahrzeugbau stellte im Sommer seine neue Kombimaschine mit Achtradfahrwerk vor. Ein Forstbetrieb testete den W200 zwei Wochen lang auf Herz und Nieren.

Zum Langholz rücken und Kurzholz fahren sind eigentlich zwei Maschinen nötig, ein Skidder und ein Forwarder. Die Kombimaschine W200 von der Firma Welte Fahrzeugbau GmbH  kann beide Aufgaben bewältigen. Das kann unter Umständen Kosten sparen. Im September ging die neue Achtrad-Maschine in den Praxiseinsatz bei einem Forstbetrieb bei Hameln.

Rücke-Maschine mit Baukastensystem

Der W200 ist wie alle Welte-Maschinen als Baukastensystem konzipiert, was variantenreiche Kombinationen gemäß den individuellen Anforderungen der Kunden ermöglicht. Den Hinterwagen der Maschine, der jeweils kundenspezifisch modifiziert werden kann, verwendet Welte beispielsweise auch beim Sechsradmodell W210. Nur der Vorderwagen ist eine Neukonstruktion, wobei die Drehkabine, die auch mit einer Tilteinrichtung ausgestattet werden kann, im Wesentlichen noch vom W140 stammt.

Profil und Rahmen

Aufgebaut ist der Vorderwagen des W200 auf einem Rahmen mit Kastenprofil, in dem Hydrauliköl- und Kraftstoffbehälter untergebracht sind. Der Hinterrahmen ist in Wannenbauweise ausgeführt. Die Verwindungssperre für das stark dimensionierte Mittelgelenk mit Kegelrollenlager wird mit automatisch oder manuell schaltbare Hydraulikzylindern bedient.

Antrieb: Drei schaltbare Stufen

Angetrieben wird der W200 von einem Deutz-Motor der Tier4-final-Stufe. Die Motorleistung von 180 kW wird von einem hydrostatischen Antrieb mit Zweigang-Getriebe übertragen. Dieses lässt drei während der Fahrt schaltbare Stufen in jedem der beiden Gänge sowohl rückwärts als auch vorwärts zu. Somit kann der Fahrer situationsabhängig über einen Wippschalter am Joystick immer die richtige Geschwindigkeit wählen. Dabei werden im Getriebe keine Schaltvorgänge ausgelöst, sondern der Ölfluss im Hydrostat wird elektrohydraulisch geregelt.

Weitere Neuerungen beim W200

Unter der Motorhaube bzw. hinter dem Kühlergrill punktet der W200 mit weiteren Technikdetails. Klappt man den mit Splinten gesicherten Grill auf, wird das sofort an den drei Filtereinheiten für Ladeluft, Wasser und Hydrauliköl deutlich. Waren diese beim alten Sechszylindermotor hintereinander angeordnet, stehen sie jetzt nebeneinander und arbeiten wesentlich effizienter, auch weil beim Reinigen der Schmutz nicht von einem Kühler in den dahinterliegenden geblasen wird. Ein Umschaltventilator von Cleanfix befreit die drei Kühler und den großen Luftfilter des Motors dabei von Zeit zu Zeit von angesaugten Blättern und Staub.

Fazit des Fahrers:

Zwei Wochen testete der Angestellte Günther Thiemann den W200 ausgiebig. Sein Resümee:

„Die Maschine ist top und sie bringt eine super Leistung. Ich bin selber überrascht, nachdem ich bislang schon den W210 gefahren habe, der auch sehr gut ist.“ Beeindruckt hat ihn, dass es der W200 beim Fahren auf gut befahrbaren Rückgassen im ersten Gang auf bis zu 15 km/h bringt. Und auch der komfortable Wechsel von Rungenkorb und Klemmbank spreche für die neue Kombimaschine.

„Dafür, dass ich das noch nie gemacht habe, waren zehn Minuten schon eine gute Zeit.“ Überzeugt hat ihn besonders die hydraulische Verriegelung bei der Klemmbank. „Weil bei uns viel kurzes Holz anfällt, brauche ich für solche Einsätze den großen Rungenkorb“, erklärt Thiemann. Insgesamt biete der W200 die versprochene große Einsatzbreite, denn „vom 3-m-Kurzholz bis zur 10-Fm-Buche rücke ich alles alleine“.

Mit Material von forstpraxis.de

Video-Ratgeber: Starkholz richtig fällen

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