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Praxisreportage

Unimog häckselt mit 300 PS Hackschnitzel

Unimog mit Holzgreifer
Unimog mit Holzgreifer © Werkbild
von am
26.07.2017

Die Hackschnitzel-Produktion boomt. Sascha Voß hat hier sein Hobby zum Beruf gemacht: Mit seinem Unimog hackt er Baumstämme mit 65 cm Durchmesser zu Kleinholz.

Sascha Voß mit Unimog mit Holzgreifer
Sascha Voß (47) liebt Unimogs schon seit seiner Jugendzeit. Mittlerweile verdient er sein Geld mit ihnen. © Werkbild

Als andere von einem Moped träumten, hatte Sascha Voß nur einen Wunsch: einen Mercedes-BenzUnimog. Und so kaufte er 1986 mit 16 Jahren einen Unimog 411, Baujahr 1958.

Mittlerweile ist Sascha Voß (47) größer geworden und seine Unimog auch. Seine jüngste Anschaffung ist ein ausgewachsener U 530 in "saftgrün". Für den Einsatz vor einem Hacker benötigt er ordentlich Leistung. Daher kam nur das Spitzenmodell mit der stärksten Motorisierung in Frage, denn der U 530 hat auch noch einen gewaltigen Hacker im Schlepptau: einen HEM 581 vom Hersteller Jenz. Der macht Baumstämme mit bis zu 65 cm Durchmesser zu Kleinholz oder besser zu Hackschnitzel.

300 PS über die Heckzapfwelle: Der Unimog beim Holzhacken

Sascha Voß sitzt dazu im Führerstand seines Krans - der auf dem Unimog montiert ist - und bugsiert mit dem Greifer gleich mehrere Baumstämme in den Hacker. Dieser bezieht seine Leistung (rund 300 PS) über die Heckzapfwelle des Unimog. Und diese Leistung braucht der Hacker auch. Denn "mehr ist immer besser", so die Erfahrung des Unternehmers, der sich vor 20 Jahren selbständig gemacht hat. Voß ist inzwischen meist im Auftrag von Kommunen und Waldbesitzern unterwegs.

Vielseitigkeit des Unimogs: hacken, fräsen, bauen

Am Unimog gefällt dem Unternehmer vor allem die Vielseitigkeit, die Zuverlässigkeit und die vielen Anbaumöglichkeiten. Aber am liebsten hackt oder häckselt Voß und der nächste Auftrag wartet: Das Holz liegt schon entlang den Gleiskörpern der Deutschen Bahn bereit. Wenn mal keine Bäume zu Hackschnitzeln gemacht werden müssen, dann montiert er eine Asphaltfräse der Firma HEN ans Heck seines Unimog und baut forst- und landwirtschaftliche Wege - "grüne Planstraßen", wie das in der Fachsprache heißt.

Mit Material von Mercedes-Benz

Zwischen Traktor und Agro-Truck: Der Unimog U 530 im Test

Unimog bei der Bodenbearbeitung
Vor fast 70 Jahren trug der Unimog einen großen Teil zur Mechanisierung der deutschen Landwirtschaft bei, verlor im Laufe der Jahrzehnte aber immer mehr an Bedeutung auf Acker und Wiese. Doch im DLG PowerMix zeigte der U 530, dass er in Sachen Kraftstoffeffizienz durchaus mit modernen Standardtraktoren konkurrieren kann und bei Transportarbeiten kaum unschlagbar ist. © Matthias Mumme
Achsen des Unimog U 530
Vorder- und Hinterachse werden durch eine Kombination aus Längslenkern und Stabilisatoren geführt. Das vollgefederte Fahrwerk sorgt für einen guten Fahrkomfort.  © Matthias Mumme
Gekippte Kabine des Unimog U 530
Nachdem das Fahrerhaus gekippt wurde, ist der Motor sehr gut zugänglich. Dabei handelt es sich um einen OM 936 von Mercedes-Benz. Er fährt stattliche 7,7 l Hubraum auf und leistet bei 2.200 U/min Nenndrehzahl genau 299 PS. © Matthias Mumme
Wasserkühler am Unimog U 530
Wasserkühler und Klimakondensator sind links unter der Kabine untergebracht und lassen sich mit Druckluft schnell reinigen. Der Powercore-Luftfilter ist am rechten Aufstieg entnehmbar. Vorn unter der Haubenabdeckung ist der Ladeluftkühler samt Cleanfix-Lüfter untergebracht. Die restlichen Kühler für das Hauptgetriebe, das Zapfwellengetriebe und die Arbeitshydraulik sind um das Fahrzeug herum verteilt. © Matthias Mumme
Ladepritsche des Unimog U 530
Die Ladepritsche mit Sichtdreieck ist dreiseitig kippbar. Die Sicht nach hinten ist trotz des entnehmbaren Sichtdreiecks in der Ladepritsche jedoch wesentlich eingeschränkter als bei Standardtraktoren. © Matthias Mumme
Heck des Unimog U 530
Der Werner-Kraftheber stützt sich zusätzlich an der Hinterachse ab und stemmt durchgehend 6 t, hat aber keine EHR. © Matthias Mumme
Front des Unimog U 530
Vorne sind 2,2 t maximale Hubkraft möglich. Der Kraftheber wird in die Kommunalplatte eingehängt. © Matthias Mumme
Kabine des Unimog U 530
In der Kabine gibt es zwei oder optional drei Sitze. In der Mittelkonsole sind die wichtigsten Funktionen und der Multifunktionshebel untergebracht. Letzterer steuert die Hydraulik und bis zu zwei Hydraulikkreisläufe gleichzeitig. Das automatisierte Schaltgetriebe wird rechts vom Lenkrad bedient. © Matthias Mumme
Unimog 530 mit Ladewagen
Den vollständigen Testartikel zum Unimog U 530 inklusive aller Verbrauchswerte lesen Sie in der traction-Ausgabe November/Dezember 2016. © Matthias Mumme
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