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EU-Führerscheinrichtlinie

Führerschein-Zwangsumtausch ab 2022: Was Landwirte jetzt wissen müssen

EU-Führerschein
am Mittwoch, 20.10.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Ob aus Papier oder Plastik: Die alten Führerscheine für Pkws, Traktoren und Selbstfahrende Arbeitsmaschinen müssen ab 2022 in neue EU-Führerscheine getauscht werden. Wir erklären, worauf Landwirte besonders achten müssen.

Warum muss man alle Führerscheine in EU-Führerscheine tauschen?

Vor allem geht es darum, die Dokumente fälschungssicher zu machen. Das Gute daran: Der neue EU-Führerschein ist in allen EU-Ländern gültig, auch in IslandNorwegenLiechtenstein und der Schweiz

Wo können Landwirte den Früherschein umtauschen?

Für den Austausch ist die Führerscheinbehörde des aktuellen Wohnorts zuständig. Alle Fahrer brauchen einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, den aktuellen Führerschein sowie ein biometrisches Passfoto. 

Landwirte mit Papierführerschein: an diesem Stichtag müssen sie tauschen

Umtauschfrist für Führerscheine, die bis einschließlich 31. Dezember 1998 ausgestellt worden sind:

Geburtsjahr des Fahrerlaubnisinhabers Tag, bis zu dem der Führerschein umgetauscht sein muss
Vor 1953 19.01.2033
1953-1958 19.01.2022
1959-1964 19.01.2023
1965-1970 19.01.2024
1971 oder später 19.01.2025

+++ Hinweis: In einer älteren Version waren andere Werte zu lesen. Wir haben die Zahlen am 21.10.2021 aktualisiert. 

Landwirte mit Scheckkarte: an diesem Stichtag müssen sie tauschen

Umtauschfrist für Führerscheine, die ab 1. Januar 1999 ausgestellt worden sind*:

Ausstellungsjahr Tag, bis zu dem der Führerschein umgetauscht sein muss
1999-2001 19.01.2026
2002-2004 19.01.2027
2005-2007 19.01.2028
2008 19.01.2029
2009 19.01.2030
2010 19.01.2031
2011 19.01.2032
2012-18.01.2013 19.01.2033

*Fahrerlaubnisinhaber, deren Geburtsjahr vor 1953 liegt, müssen den Führerschein bis zum 19. Januar 2033 umtauschen, unabhängig vom Ausstellungsjahr des Führerscheins.

Worauf müssen Führerscheinhalter der alten Klasse 3 achten?

Die alte Klasse 3 beinhaltet nicht die für Landwirte wichtige Führerscheinklasse T. Mit Klasse 3 dürfen Landwirte zwar Schlepper mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 32 km/h fahren, der Schlepper darf allerdings nur 7,5 t zulässige Gesamtmasse aufweisen. Bei der Mitnahme von zwei Anhängern gilt bei der Betriebsgeschwindigkeit eine Grenze von 25 km/h.

Deshalb sollten Besitzer der alten Klasse 3 den Führerschein möglichst schnell umschreiben lassen und die Klasse T beantragen. Es ist wichtig, beim neuen Führerschein zu überprüfen, ob die Klasse T eingetragen wurde.

Führerscheininhaber der alten Klasse 3 erhalten die Klassen C1 und C1E. Damit dürfen LKWs bis 7,5 t gefahren werden. Das gilt ebenso für Zugkombinationen mit Anhängern bis 12 t zulässiges Gesamtgewicht. Auch die Klasse CE 79 lässt sich bei der zuständigen Führersteinstelle beantragen. Ab dem 50. Lebensjahr ist für die Klasse CE 79 zusätzlich eine allgemeinmedizinische sowie eine augenärztliche Untersuchung notwendig.

Was ist für Inhaber der Klasse 2 wichtig?

Inhaber der alten Klasse 2 dürfen neben LKWs auch landwirtschaftliche Fahrzeuge der Klasse T fahren. Das gilt allerdings nur bis zur Vollendung des 50. Lebensjahres. Ältere Führerscheininhaber müssen den Führerschein bei der örtlichen Führerscheinstelle umschreiben lassen und die Klasse C/CE beantragen. Die Umschreibung ist auch empfehlenswert, wenn der LKW-Führerschein gerade nicht genutzt wird, weil die zuständige Führersteinstelle nur dann automatisch die Klasse T einträgt. Auch für die Beantragung der LKW-Klasse C/CE ist ein Besuch beim Allgemein- und Augenarzt nötig. Diese ist alle fünf Jahre zu wiederholen und bei der Führerscheinstelle vorzulegen. Für die Klasse T sind keine ärztlichen Untersuchungen vorgeschrieben.

Was ist das Mindestalter für die Klasse C/CE?

Am 19. Januar 2013 wurde das Mindestalter für den Erwerb des LKW-Führerscheins auf 21 Jahre erhöht. Ausgebildete Berufskraftfahrer, Fachkräfte im Fahrbetrieb oder ähnlich Qualifizierte, wie LKW-Fahrer, die gemäß Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz über eine Grundqualifikation verfügen, können bereits mit 18 Jahren den LKW-Führerschein machen. Die Qualifikation ist allerdings nur für Personen im gewerblichen Güterverkehr interessant. Bei Landwirten, die ihre eigenen Produkte befördern, gilt diese Regel nicht.

Wer darf mit Klasse L und T fahren?

Die Führerscheinklassen L und T lassen sich nur zu land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken (LoF) nutzen, die laut §6 Absatz 5 der Fahrerlaubnisverordnung genau definiert sind. Eine genaue Einteilung der Fahrerlaubnisklassen finden Sie hier.

Welche Ausnahmen gelten bei landwirtschaftlichen Führerscheinklassen?

  • Seit 28.07.2009 dürfen als gewerblich eingestufte land- oder forstwirtschaftlichen (LoF) Erzeugnisse oder Bedarfsgüter mit den Führerscheinklassen L oder T transportiert werden. Dagegen darf eine Privatperson, die beispielsweise Kaminholz aus dem Wald abtransportiert, dies nicht mit den Klassen L oder T tun, weil der lof Zweck nicht erfüllt ist. Dafür ist die Führerscheinklasse C/CE erforderlich.
  • Inhaber der alten Klasse 2, 3, 4 oder 5 bekommen bei der Umschreibung hinter der Klasse L die Schlüsselzahl 174 eingetragen. Damit können sie Traktoren bis 40 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit und mit Anhängern bis 25 km/h Betriebsgeschwindigkeit fahren.
  • Klasse 3 Führerscheine lassen sich nur auf Klasse T umschreiben, wenn der Fahrer bescheinigt, dass er den Führerschein für Lof-Zwecke benötigt.
  • Die 2. Verordnung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften erlaubt die Führerscheinklassen L und T auch auf Brauchtumsveranstaltungen, bei Feuerwehreinsätzen, nicht gewerbstätigen Landschaftssäuberungen oder Gebrauchsmaterialsammlungen sowie bei Tätigkeiten von Feldgeschworenen und zur An- und Abfahrt der genannten Einsätze einzusetzen.
Mit Material von Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

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